20+ Jahre Tarifcheck.de Das Online-Vergleichsportal 100+ Millionen Vergleiche

eKomi
4,8 / 5 Sterne Auszeichnung Vielen Dank für Ihr Vertrauen!
0800 - 700 400 24


Grundversorger Strom und Gas – was muss man wissen?

Grundversorger Stadtwerke
Grundversorger: Wichtig zu wissen
  • Grundversorger gibt es je für Strom und Gas.
  • Die Versorger beliefern in einem bestimmten Einzugsgebiet die meisten Privathaushalte mit Energie.
  • Wer sich nicht selber um einen Strom- beziehungsweise einen Gasanbieter kümmert, wird dem Grundversorger automatisch zugeordnet.
  • Grundversorger dürfen Haushalte nur in extremen Fällen als Kundinnen und Kunden ablehnen.
  • Grundversorgungsverträge haben eine Kündigungsfrist von nur zwei Wochen.
  • Vor Beginn der Energiekrise 2022 waren die Grundversorgungsverträge im Schnitt teurer als die Tarife anderer Anbieter. Derzeit gehen die Tendenzen in die andere Richtung (Stand: Oktober 2022).


Was ist ein Grundversorger für Strom oder Gas?

Ein Grundversorger ist der Anbieter, der in einem Netzgebiet die meisten Haushalte versorgt – entweder mit Strom oder mit Gas. Es gibt folglich Stromgrundversorger und Gasgrundversorger.

Es gilt: Wer sich nicht selber aktiv um einen Stromanbieter oder Gasanbieter bemüht, wird automatisch durch den lokalen Versorger beliefert.

Besondere Merkmale eines Grundversorgers
  • Besonders viele Kundinnen und Kunden an einem Standort: Gas- und Stromgrundversorger beliefern in einem bestimmten Haushaltsgebiet die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher.
  • Nur ein Grundversorger pro Standort: Für jeden Standort gibt es nur je einen Strom- und einen Gasgrundversorger, der für je einen Zeitraum von drei Jahren von dem Stromnetzwerkbetreiber beziehungsweise dem Gasnetzwerkbetreiber festgelegt wird.
  • Besondere Pflichten bezüglich der Energielieferung: Im Gegensatz zu anderen Lieferanten dürfen Grundversorger für Gas und Strom keine Haushaltskunden und -kundinnen ablehnen.
  • Besondere Grundversorgerpflichten bezüglich der Kündigungsbedingungen: Sie können Bestandskundinnen und -kunden nur dann kündigen, wenn 1) diese trotz Mahnungen zahlungsunfähig bleiben und die Kündigung vorab angekündigt wurde oder 2) sie sich beispielsweise dadurch strafbar gemacht haben, dass sie die Gas- beziehungsweise Stromzähler bearbeiten, um den Eigenverbrauch zu vertuschen.
  • Kurze Kündigungsfristen für Abnehmerinnen und Abnehmer: Die Frist in der Grundversorgung beträgt zwei Wochen und ist daher weitaus kürzer als die anderer Anbieter.
  • Default-Anbieter: Haushalte, die nicht selber nach geeigneten Strom- und Gasanbietern suchen, beziehen automatisch Energie in der Grundversorgung, beispielsweise wenn sie in eine neue Wohnung ziehen.
  • Abweichende Preise: Grundversorgungsverträge sind laut Monitoringbericht 2021 von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur im Schnitt meist deutlich teurer als die anderer Lieferanten. Aufgrund der Energiekriese 2022 hat sich das Kostengefüge verschoben und unterliegt auch aktuell Schwankungen (Stand: Oktober 2022).
  • Andere Vertragsmöglichkeiten bei Grundversorgern: Verbraucher und Verbraucherinnen können mit den Versorgern auch Verträge außerhalb der Grundversorgung abschließen, diese waren, zumindest vor Beginn der Energiekrise, oft günstiger als die Grundversorgung, jedoch nicht so günstig wie die Tarife anderer Anbieter, so der Monitoringbericht 2021.
  • Grundversorger außerhalb des Versorgungsgebiets: Die Energielieferanten operieren meist auch in Regionen, in denen sie nicht die Grundversorgung stellen. An diesen Orten sind sie reguläre Anbieter mit oft anderen Preisen.

Kurze Kündigungsfristen in der Grundversorgung

Grundversorgungsverträge sind binnen 14 Tagen kündbar. Bei anderen Energielieferanten beträgt die Mindestlaufzeit oftmals ein Jahr oder gar 24 Monate; die Kündigungsfrist für einen solchen Tarif liegt oft mindestens vier oder sechs Wochen vor Ende der Vertragslaufzeit.

Verträge mit dem Grundversorger außerhalb der Grundversorgung haben ähnliche Bedingungen und Kündigungsfristen wie die anderer Anbieter. Die Gas- und Strompreise sind in diesen Verträgen häufig ein wenig günstiger, die Kündigungsfristen jedoch weitaus länger.


Strom – die 5 größten Anbieter in Deutschland

In Deutschland gibt es insgesamt etwa 1.100 Strom- und Ökostromanbieter, die teils nur regional Produkte anbieten. Die 5 größten Stromanbieter haben dabei einen Marktanteil von 65,3 Prozent (Stand: Dezember 2020).

Stromanbieter: Die 5 größten Unternehmen Deutschlands

Platzierung Unternehmen Marktanteil in Prozent
1 RWE AG 25,3
2 Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) 14,9
3 Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) 9,9
4 E.ON Energie Deutschland GmbH 9,6
5 Vattenfall Europe Sales GmbH 5,6

Quelle: Monitoringbericht 2021 von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur

Daten für das Jahr 2020, einschließlich Luxemburg


Wie viele Privathaushalte in Deutschland sind in der Stromgrundversorgung?

Insgesamt haben ein Viertel der Privathaushalte einen Grundversorgungsvertrag für Strom (Stand: April 2021). Hier sind die Infos im Detail.

  • Grundversorgungsvertrag: 25 Prozent der Haushalte.
  • Anderer Vertrag mit dem örtlichen Grundversorger: 37 Prozent der Haushalte.
  • Vertrag mit einem anderen Stromlieferanten: 38 Prozent der Haushalte.

Wie viele Haushalte in Deutschland sind in der Gasgrundversorgung?

Knapp 20 Prozent der privaten Haushalte hatten im April 2021 hatten Tarife in der Grundversorgung. Hier sind die Daten:

  • Grundversorgungsvertrag: 17 Prozent der Privatverbraucherinnen und Privatverbraucher.
  • Anderer Vertrag mit dem örtlichen Grundversorger: 48 Prozent der privaten Verbraucherinnen und Verbraucher.
  • Vertrag mit einem anderen Gaslieferanten: 35 Prozent der Privatverbraucher und Privatverbraucherinnen.

FAQ – häufig gestellte Fragen zu Gas- und Stromgrundversorgern