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Strompreise vergleichen – das kostet Strom 2026
- Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) belief sich der durchschnittliche Strompreis im Januar 2026 auf ca. 37,32 Cent pro Kilowattstunde. Im Vergleich zu den BDEW-Daten von Oktober 2025 (39,60 Cent) ist er damit gesunken.
- Es gibt jedoch auch günstigere Tarife: Derzeit ist Strom je nach Tarif und Region zu einem Arbeitspreis ab rund 25 Cent pro Kilowattstunde oder weniger erhältlich (Quelle: Vergleichsrechner auf Tarifcheck.de, Stand: 03. März 2026).
- Im Schnitt sind dabei insbesondere Grundversorgungstarife verhältnismäßig teurer. Das belegen die Daten des Monitoringberichts 2025 von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur.
- Eine Prüfung des eigenen Tarifs kann sich folglich lohnen. Auf Tarifcheck.de vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich Strompreise zahlreicher Stromanbieter und können durch einen Anbieterwechsel jährlich bis zu 850,00 Euro sparen. Laufzeiten, etwaige Boni und sämtliche Vertragsdetails werden Ihnen übersichtlich aufgeschlüsselt.
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Strompreis aktuell: Was kostet die Kilowattstunde heute?
Nach einem rasanten Preisanstieg in den Jahren 2022 bis 2024 haben sich die Strompreise wieder etwas normalisiert. Im Januar 2026 lagen sie im Schnitt bei 37,3 Cent pro Kilowattstunde (Quelle: BDEW, Jahresverbrauch: 3.500 kWh). Es sind jedoch auch weitaus günstigere Verträge verfügbar. Neukundinnen und Neukunden konnten so im Januar 2026 Stromverträge ab rund 25 Cent pro Kilowattstunde abschließen (Quelle: Vergleichsrechner auf Tarifcheck.de, Stand: 03. März 2026).
Zuweilen lohnt sich der Abschluss eines Neuvertrags mit einer vollen Preisgarantie, um auch langfristig von geringen Strompreisen zu profitieren. Es handelt sich dabei um Tarife, die eine Strompreiserhöhung für einen vertraglich vereinbarten Zeitraum ausschließen – unabhängig von den Entwicklungen von Netzentgelten, Abgaben, Steuern und Umlagen am Strommarkt. Tarife mit einer Preisgarantie müssen nicht zwingend teurer sein. Ein Stromvergleich kann sich daher lohnen.
Kostenloser Stromrechner – Strompreise vergleichen und günstigen Tarif finden
Mithilfe des kostenlosen Strompreisrechners auf Tarifcheck.de können Sie die Strompreise verschiedener Anbieter bequem vergleichen sowie direkt den Wechsel zum günstigeren Versorger beantragen – und dabei bis zu 850,00 Euro im Jahr sparen. Der Stromrechner zeigt Ihnen sekundenschnell günstige Tarife in Ihrer Region von positiv bewerteten Energielieferanten.
So funktioniert der Stromrechner:
- Einfach Jahresverbrauch und Postleitzahl angeben: Ihren Stromverbrauch finden Sie auf der Stromrechnung Ihres derzeitigen Anbieters. Die Postleitzahl wird benötigt, damit Ihnen die verfügbaren Anbieter in Ihrer Region angezeigt werden.
- Tarife filtern: Auf Wunsch können Sie etwa die gewünschte Vertragslaufzeit angeben, gezielt nach Ökostromtarifen suchen oder Angebote mit attraktiven Boni vergleichen.
- Strompreise vergleichen und wechseln: Haben Sie einen günstigen Tarif gefunden, können Sie auf Tarifcheck.de direkt den Wechsel zum neuen Anbieter beantragen – ohne Mehrkosten. Die Stromversorgung ist während des gesamten Wechselprozesses sichergestellt. Eine Versorgungslücke entsteht also nicht.
Durchschnittlicher Stromverbrauch nach Haushaltsgröße
Strompreisvergleich: Diese Tarifmerkmale sind wichtig
Bei einem Vergleich der Strompreise in Deutschland ist nicht nur der tatsächliche Preis pro Kilowattstunde wichtig. Auch weitere Vertragsmerkmale sind relevant:
- Tarifart: Tarife der Grundversorgung sind häufig teurer, jedoch innerhalb von zwei Wochen kündbar. Verträge alternativer Anbieter sind meist an längere Laufzeiten gebunden, dafür aber häufig günstiger und enthalten mitunter eine Preisgarantie. Pakettarife mit einem festen Preis für ein zuvor bestimmtes Stromkontingent sollten Sie nur dann in Erwägung ziehen, wenn Sie Ihren jährlichen Stromverbrauch genau kennen. Denn nicht genutzte Energie verfällt, zusätzlich benötigter Strom wiederum ist im Regelfall erheblich teurer.
- Preisgarantie: Bei der Preisgarantie handelt es sich um eine Strompreisbindung, die Strompreiserhöhungen für eine bestimmte Dauer ausschließt, unabhängig von den Preisbewegungen am Strommarkt. Nicht immer sind alle Strompreisbestandteile abgedeckt. Nur die volle Strompreisgarantie umfasst alle Kostenanteile. Achten Sie zudem darauf, dass die Laufzeit der Preisgarantie der Mindestvertragslaufzeit entspricht.
- Laufzeit: Mit einer kürzeren Vertragslaufzeit bleiben Sie flexibel und können regelmäßig nach günstigeren Tarifen Ausschau halten und einen Stromanbieterwechsel durchführen.
- Boni für Neu- oder Bestandskunden: Die Stromanbieter werben mit attraktiven Boni und Prämien um Neukundinnen und Neukunden. Bestandskunden erhalten häufig keinen derartigen Bonus und zahlen dann mehr für ihren Tarif. Mitunter gewähren die Anbieter aber auch Treueboni für Bestandskunden. Ein Vergleich kann sich daher lohnen.
- Auszahlung von Boni: Achten Sie im Stromvergleich darauf, dass etwa Neukundenboni oder -rabatte bereits zu Beginn oder spätestens vor Ablauf der Mindestvertragslaufzeit ausgezahlt werden, damit Sie sich nicht zu lange an einen Anbieter binden müssen.
Gut zu wissen: Bei knapper Kündigungsfrist lieber selbst kündigen
Oftmals übernimmt Ihr neuer Energieversorger für Sie auf Wunsch die Kündigung beim alten Anbieter. Nutzen Sie ein Sonderkündigungsrecht oder ist die Kündigungsfrist knapp bemessen, ist es sinnvoll, die Kündigung des Stromvertrags selbst per Einschreiben einzureichen und eine Kopie aufzubewahren.
Verträge in der Grundversorgung hingegen können Sie stets mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Andere Verträge haben oft längere Laufzeiten, wobei das Vertragsjahr nicht unbedingt mit dem Ende des Kalenderjahres übereinstimmen muss. Sie finden die geltenden Kündigungsfristen in Ihrem Stromvertrag.
Strompreise in Deutschland 2026 – Entspannung im Vergleich zu den Vorjahren
Aufgrund der Weltlage und der damit einhergehenden Energiekrise befanden sich die Strompreise in Deutschland 2022 und teils auch 2023 auf einem Höchststand. Dies war trotz der Abschaffung der EEG-Umlage am 1. Juli 2022 der Fall.
Entsprechend der Statistik des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) sind die Durchschnittspreise der Stromanbieter jedoch wieder gesunken:
- Ende des Jahres 2024 betrug der Strompreis für Privatkundinnen und -kunden mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh 40,92 Cent pro Kilowattstunde.
- Im Jahr 2025 lag der Durchschnittspreis laut BDEW bei 39,25 Cent pro kWh.
- Im Januar 2026 ist der durchschnittliche Strompreis laut BDEW auf 37,32 Cent pro Kilowattstunde gesunken. Es waren jedoch auch günstigere Stromtarife mit Arbeitspreisen ab rund 25 Cent pro Kilowattstunde erhältlich (Quelle: Vergleichsrechner auf Tarifcheck.de, Stand: 03. März 2026).
So setzt sich der Strompreis zusammen
Die Stromkosten setzen sich aus dem Grundpreis und dem Arbeitspreis zusammen. Der Grundpreis wird unabhängig vom Stromverbrauch berechnet. Es handelt sich dabei um eine Grundgebühr, die jeder Stromversorger selbst festlegt. Er enthält unter anderem die Kosten für die Wartung und Ablesung des Stromzählers.
Der Arbeitspreis hingegen umfasst alle Kosten für die Beschaffung und den Vertrieb des Stroms sowie alle staatlich regulierten Preisbestandteile, etwa Netzentgelte, Steuern und Umlagen. Der Arbeitspreis wird anhand des tatsächlichen Verbrauchs berechnet. Benötigen Sie weniger Strom, zahlen Sie weniger.
Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des durchschnittlichen Strompreises inklusive eines anteilig enthaltenen Grundpreises bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden. Die Werte geben den jeweiligen Durchschnittspreis der Jahre 2022 bis 2025 wieder. Für das Jahr 2026 wurde der durchschnittliche Strompreis des Monats Januar herangezogen:
| Kostenfaktor | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 |
| Beschaffung und Vertriebskosten | 24,10 ct/kWh | 25,10 ct/kWh | 17,10 ct/kWh | 15,70 ct/kWh | 15,20 ct/kWh |
| Netz- und Messstellenentgelte | 8,00 ct/kWh | 9,30 ct/kWh | 11,40 ct/kWh | 10,90 ct/kWh | 9,30 ct/kWh |
| Mehrwertsteuer | 7,39 ct/kWh | 7,51 ct/kWh | 6,42 ct/kWh | 6,27 ct/kWh | 5,91 ct/kWh |
| Offshore-Netzumlage | 0,42 ct/kWh | 0,59 ct/kWh | 0,66 ct/kWh | 0,82 ct/kWh | 0,94 ct/kWh |
| Stromsteuer | 2,05 ct/kWh | 2,05 ct/kWh | 2,05 ct/kWh | 2,05 ct/kWh | 2,05 ct/kWh |
| Konzessionsabgabe | 1,65 ct/kWh | 1,66 ct/kWh | 1,67 ct/kWh | 1,67 ct/kWh | 1,67 ct/kWh |
| § 19 StromNEV-Umlage | 0,44 ct/kWh | 0,42 ct/kWh | 0,64 ct/kWh | 1,56 ct/kWh | 1,56 ct/kWh |
| Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz | 0,38 ct/kWh | 0,36 ct/kWh | 0,27 ct/kWh | 0,28 ct/kWh | 0,45 ct/kWh |
| EEG-Umlage | 1,86 ct/kWh | / | / | / | / |
| Abschaltbare Lasten-Umlage | / | / | / | / | / |
| Durchschnittlicher Gesamtpreis | 46,29 ct/kWh | 46,99 ct/kWh | 40,21 ct/kWh | 39,25 ct/kWh | 37,00 ct/kWh |
Quelle: bdew.de
Weitere Infos: Die Werte beziffern den Durchschnittspreise der Jahre 2022 bis 2025. Für das Jahr 2026 wurde der durchschnittliche Strompreis des Monats April abgebildet.
Wie günstig ist der Strompreis in meiner Region?
Die folgende Übersicht zeigt einen Vergleich mit Beispielen für günstige Strompreise nach Bundesländern, gemessen anhand der Tarife für die jeweilige Landeshauptstadt bei einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden pro Jahr. Die Preise an Ihrer Adresse können höher oder niedriger ausfallen.
| Bundesland | Günstiger Strompreis |
| Baden-Württemberg | 31,71 ct/kWh |
| Bayern | 27,31 ct/kWh |
| Berlin | 28,36 ct/kWh |
| Brandenburg | 27,70 ct/kWh |
| Bremen | 25,96 ct/kWh |
| Hamburg | 30,92 ct/kWh |
| Hessen | 29,44 ct/kWh |
| Mecklenburg-Vorpommern | 24,82 ct/kWh |
| Niedersachsen | 29,74 ct/kWh |
| Nordrhein-Westfalen | 28,66 ct/kWh |
| Rheinland-Pfalz | 27,00 ct/kWh |
| Saarland | 25,45 ct/kWh |
| Sachsen | 29,59 ct/kWh |
| Sachsen-Anhalt | 23,98 ct/kWh |
| Schleswig-Holstein | 24,84 ct/kWh |
| Thüringen | 27,60 ct/kWh |
Quelle: Vergleichsrechner auf Tarifcheck.de, Stand: 13. Mai 2026
Warum kostet Strom je nach Region unterschiedlich viel?
Die Strompreise unterscheiden sich je nach Region. So zahlen etwa Haushalte in den neuen Bundesländern häufig mehr für Strom. Aber auch innerhalb eines Bundeslandes können die Preise regional schwanken. Dies liegt vorrangig an unterschiedlich hohen Netzentgelten, die einen Großteil des Strompreises ausmachen.
Der Stromanbieter zahlt dem Netzbetreiber ein Entgelt für die Nutzung der Stromleitungen. Dieses wird auf die Endkundinnen und Endkunden umgelegt. Leben in einer Region weniger Verbraucherinnen und Verbraucher im Verhältnis zu den erhobenen Netzentgelten, werden diese auf weniger Haushalte aufgeteilt und der Preis pro Kundin oder Kunde steigt.
Zusätzlich sorgen die Instandhaltung und die Installation neuer Leitungen im Zuge der Energiewende für weitere Kosten, die sich regional unterscheiden. Diese Preisunterschiede werden durch die Vereinheitlichung der Netzentgelte jedoch reduziert.
Entwicklung der Strompreise in den kommenden Jahren
Eine zuverlässige Prognose kann aktuell nur schwer aufgestellt werden, da der Strompreis vielen veränderlichen Faktoren unterliegt. So hatten sich in der Vergangenheit vorwiegend die bereits abgeschaffte EEG-Umlage und die Entgelte für die Nutzung der Stromnetze auf die Preise ausgewirkt. Mittlerweile stellen die Kosten für die Beschaffung des Stroms den größten Preistreiber dar.
Laut Prognosen der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw) vom Oktober 2024 wird der Strompreis das verhältnismäßig niedrige Preisniveau der Jahre 2019 und 2020 trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energien kurzfristig nicht mehr erreichen. Der Verein ging zudem davon aus, dass der Strompreis am Großmarkt wesentlich von der Entwicklung der Gaspreise abhängen wird.
Die Zeitung für kommunale Wirtschaft prognostizierte jedoch im März 2025 mit Blick auf die Ariadne-Studie eine langfristige Senkung des Strompreises für Privathaushalte auf unter 25 Cent pro Kilowattstunde bis 2045. Gründe für die erwarteten Preissenkungen seien sinkende Gaspreise, der fortschreitende Ausbau von Strom aus erneuerbaren Energien und sinkende Netzentgelte.
Strompreis sinkt durch geringere Kosten für Beschaffung und Vertrieb
Im Jahr 2021 lag der durchschnittliche Strompreis laut BDEW noch bei 32,8 Cent pro Kilowattstunde. Der Hauptgrund für den Preisanstieg in den Jahren 2022 und 2023 lag in den damals gestiegenen Kosten für die Beschaffung und den Stromvertrieb. So zahlten die Versorger an der Börse deutlich mehr für Strom als vor der Energiekrise.
Mittlerweile sind die Beschaffungs- und Vertriebskosten wieder gesunken, weshalb auch die Strompreise fallen. Diese Entlastung geben die Anbieter an die Haushalte weiter.
So bezuschusst die Bundesregierung die Übertragungsnetzentgelte im Jahr 2026 mit 6,5 Milliarden Euro. Die niedrigeren Netzentgelte sorgten zum 1. Januar für eine Senkung des Strompreises. Zusätzlich wurde die Gasspeicherumlage abgeschafft und eine günstigere Stromerzeugung in Gaskraftwerken ermöglicht. Darüber hinaus gilt die Senkung der Stromsteuer auch weiterhin und soll dauerhaft in Kraft bleiben.
Zusätzlich wird die Kostenbelastung einzelner Regionen reduziert, die durch den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (EE) entsteht. Dies geschieht durch eine bundesweite Umlage der Kosten mittels des sogenannten Aufschlags für besondere Netznutzung. So soll verhindert werden, dass der Ausbau von Strom aus erneuerbaren Energiequellen regional zu gravierenden Unterschieden bei der Gestaltung der Strompreise führt.
Nicht alle Versorger geben die Preissenkungen jedoch in vollem Umfang an Verbraucherinnen und Verbraucher weiter. Zusätzlich bieten einige Stromanbieter Neukundinnen und Neukunden Verträge zu attraktiven Konditionen an. Ein Vergleich kann deshalb dabei helfen, einen passenden Tarif zu einem günstigeren Strompreis zu finden.
Wie bildet sich der Strompreis für die Anbieter auf dem Strommarkt?
Die Stromanbieter beziehen den Strom direkt vom Stromerzeuger oder kaufen ihn an den Energiebörsen ein. Dabei wird die Energie über den Termin- oder den Spotmarkt gehandelt.
Der sogenannte Spotmarkt kennt zwei Arten des Stromhandels, die vorrangig für dynamische Stromtarife relevant sind:
- Day-Ahead-Handel: Die Energieversorger kaufen Strom, den sie zeitnah, etwa am darauffolgenden Tag, an die Endverbraucherinnen und Verbraucher liefern. Wie viel Strom gehandelt wird und wie hoch der Preis ausfällt, richtet sich nach Verbrauchsprognosen. Der Marktpreis wird täglich festgelegt.
- Intraday-Handel: Um auf einen schnell veränderlichen Strombedarf zu reagieren, können die Energieversorger am Intraday-Markt Strom einkaufen, den sie sofort an die Endkundinnen und Endkunden liefern. Ein einheitlicher Strompreis wird hierbei nicht bestimmt. Stattdessen wird der Strom mit Indizes bepreist, die später verrechnet werden.
Von den Preisschwankungen bekommen die Verbraucherinnen und Verbraucher für gewöhnlich nichts mit. Das liegt unter anderem daran, dass ein Großteil der Energieversorger Strom am Terminmarkt einkauft.
Am Terminmarkt von Energiebörsen wie der European Energy Exchange (EEX) kaufen die Stromanbieter Energie als eine Art Finanzprodukt ein. Die Lieferung an Endkundinnen und Endkunden erfolgt nicht sofort, sondern zu einem weitaus späteren Zeitpunkt. So können die Versorger sich sowie ihre Kundinnen und Kunden gegen Preisschwankungen absichern und Stromtarife zu langfristig einheitlichen Preisen anbieten.
Kann ich mit dynamischen Stromtarifen sparen?
Bei dynamischen Stromtarifen schwankt der Strompreis stetig. Sie zahlen immer den Preis, zu welchem der Strom zum jeweiligen Zeitpunkt an der Strombörse EPEX Spot gehandelt wird – den sogenannten Day-Ahead-Preis. Dort wird der Energiepreis täglich neu bestimmt. Ob Sie mit einem dynamischen Tarif sparen können, hängt daher primär davon ab, wann Sie Strom verbrauchen:
- An Wochenenden kann der Strom günstig sein. Der Grund: Der industrielle Strombedarf sinkt, dies reduziert den tagesaktuellen Preis.
- Auch in der Nacht ist der allgemeine Strombedarf gering, weshalb Strom mit einem dynamischen Tarif nachts günstiger sein kann.
- Werktags wird mehr Strom benötigt, weshalb er dann für gewöhnlich teurer ist. In der Regel fallen die Preise zur Mittagszeit bis Nachmittag, sofern genügend Strom aus Solarenergie erzeugt werden kann.
Für dynamische Stromtarife benötigen Sie ein intelligentes Messsystem (iMSys) – einen Smart Meter. Es handelt sich dabei um einen Stromzähler mit einem Extramodul, welches als Smart Meter Gateway bezeichnet wird. Mithilfe dieses Moduls kann der Stromanbieter den verbrauchten Strom in separaten Einheiten von je 15 Minuten abrechnen. Auf diese Weise kann er die Preisschwankungen auf der Stromrechnung berücksichtigen.
Ohne Smart Meter können Sie keinen dynamischen Stromvertrag nutzen. Alternativ können Sie dann einen variablen Stromtarif abschließen. Hierbei wird der Strompreis nicht täglich, sondern monatlich an den durchschnittlichen Börsenpreis angepasst.
Warum schwankt der Strompreis von dynamischen Tarifen so stark?
Um einen einheitlichen Strompreis zu erzielen, gilt in Deutschland das Merit-Order-Prinzip. Es regelt die Reihenfolge, mit der Kraftwerke den erzeugten Strom ins Netz einspeisen dürfen. Das Kraftwerk, das am kostengünstigsten produziert – meist mithilfe erneuerbarer Energien – speist zuerst ein. Das mit den höchsten Kosten folgt zuletzt.
Ist der Strombedarf bereits gedeckt, bevor alle Kraftwerke ihren Strom eingespeist haben, wird die Einspeisung gestoppt. Teurere Anbieter steigen erst in den Prozess ein, wenn der Bedarf steigt. Der Strompreis an der Börse wird durch den letzten Anbieter der Reihe bestimmt. Der letzte Anbieter ist das Kraftwerk, welches unter den zur Deckung des Strombedarfs benötigten Werken die höchsten Grenzkosten je Megawattstunde aufweist.
Der Einheitspreis an der Strombörse wird also anhand der zum jeweiligen Zeitpunkt teuersten Art der Erzeugung beziffert. Das sogenannte Grenzkraftwerk bestimmt damit den Preis, den auch alle anderen, eigentlich günstigeren Kraftwerke an der Börse für Ihren Strom erhalten. Steigt der Strombedarf, werden weitere und teurere Stromkraftwerke an der Einspeisung beteiligt, was den Strompreis in die Höhe treibt. Sinkt der Bedarf, werden auch die Zahl der einspeisenden Anbieter und der Börsenpreis reduziert.
Der kontinuierliche Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien soll die Strompreise langfristig reduzieren. Erneuerbare Energien erzeugen etwa aufgrund der EEG-Förderung geringere Stromproduktionskosten. So werden etwa teure Kohlekraftwerke weiter aus der Merit-Order verdrängt, was sich positiv auf den Preis auswirkt. Man spricht hierbei auch vom Merit-Order-Effekt.
Höhe von Strompreisen anhand des kWh-Preises bewerten
Strom wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen. Dementsprechend können Sie die Strompreise einfach anhand des kWh-Preises einzelner Anbieter prüfen. Die Kosten für Strom können regional stark variieren. Das hat verschiedene Gründe, etwa die lokal variierenden Kosten der Strompreisbestandteile Netzentgelt und Konzessionsabgabe.
Auch Ökostrom muss nicht unbedingt teurer sein und ist laut Monitoringberichten von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur im Durchschnitt sogar günstiger als der Tarif in der Grundversorgung. 7,1 Millionen private Haushalte haben sich dabei laut Monitoringbericht 2025 bereits 2024 unter den ca. 1.000 Anbietern einen neuen Stromversorger gesucht.
Stromverbrauch in Deutschland (prozentual)
Laut Statista.de macht die Nutzung von Multimedia-Geräten im Haushalt den größten Anteil des Stromverbrauchs aus. TV, Internet, die Stromversorgung von Computern und das Laden von Handy & Co. benötigt demnach mehr Strom als Kochen oder das Erhitzen von Wasser.
Richtwerte für den Verbrauch von Haushaltsgeräten
Auf die größten Stromfresser im Haushalt kann man nicht verzichten. Herd und Waschmaschine haben einen enorm hohen Wattverbrauch. Müssen die Geräte ausgetauscht werden, dann lohnt sich langfristig die Investition in ein Gerät der Energiesparklassen A oder B.
Formel für die Berechnung des jährlichen Energieverbrauchs eines Geräts:
Watt x h/Tag x 365 Tage = jährlicher Stromverbrauch in Wattstunden (Wh)
Nutzen Sie bei Bedarf auch unseren kostenlosen Stromkostenrechner.
FAQ – häufige Fragen zum Strompreis
1. Was kann ich tun, um die Stromkosten zu senken?
In Wissenschaft und Politik werden Lösungen diskutiert, um die Energie- und Stromkosten zu senken. Bis diese umgesetzt werden, kann jedoch noch Zeit vergehen. Möchten Sie nicht so lange warten, können Sie Stromkosten langfristig reduzieren, indem Sie Ihren Stromverbrauch senken. Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit, mit einer Solaranlage einen Teil Ihres Strombedarfs durch eigens produzierten Strom zu decken.
Haben Sie aktuell ein Kündigungsrecht, kann der Wechsel Ihres Stromanbieters hin zu einem günstigeren Versorger ein kurzfristiges Mittel zur Reduzierung des Strompreises sein. In Deutschland konkurrieren viele Anbieter um die Gunst der Verbraucherinnen und Verbraucher und gewähren attraktive Boni für Neukundinnen und Neukunden. Auf Tarifcheck.de vergleichen Sie transparent die Strompreise der verschiedenen Anbieter und finden so mit wenigen Klicks den passenden Tarif zu günstigen Konditionen.
2. Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Vergleich von Strompreisen?
Strompreise vergleichen können Sie jederzeit. Prüfen Sie, ob Sie von Ihrem regulären Kündigungsrecht Gebrauch machen können oder ob Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zusteht. Letzteres ist zum Beispiel nach einer Preiserhöhung der Fall. Bei Verträgen in der Grundversorgung beträgt die Kündigungsfrist für Stromtarife zwei Wochen.
3. Entstehen bei einem Tarifwechsel Kosten oder Gebühren?
Nein, bei einem Stromanbieterwechsel entstehen keine Kosten oder Gebühren. Dafür sorgen Gesetze.
4. Muss ich bei einem Wechsel mit einer Versorgungslücke rechnen?
Nein, entsprechend den gesetzlichen Vorgaben darf es bei einem Wechsel des Anbieters keine Stromversorgungslücke geben. Kann Ihr neuer Stromanbieter Sie unerwarteterweise nicht beliefern, beliefert Sie der Grundversorger mit Strom.
5. Wie bestimme ich meinen jährlichen Stromverbrauch?
Ihren Stromverbrauch entnehmen Sie der letzten Jahresrechnung Ihres derzeitigen Stromanbieters. Haben Sie diese nicht zur Hand oder schließen Sie zum ersten Mal einen Vertrag ab, können Sie sich auch an Durchschnittswerten orientieren, die Sie im Stromvergleichsrechner auf Tarifcheck.de finden.
6. Gibt es weiterhin eine Strompreisbremse?
Um die finanzielle Belastung der Verbraucherinnen und Verbraucher abzufedern, galt 2023 eine Gas- und Strompreisbremse. Sie beinhaltete einen Preisdeckel zu 40 Cent pro Kilowattstunde für 80 Prozent des prognostizierten Jahresverbrauchs an Strom. Diese gilt seit 2024 jedoch nicht mehr.
Bei einem Stromanbieterwechsel gilt daher: Es kann ratsam sein, einen Tarif mit Preisgarantie zu wählen, um Preiserhöhungen innerhalb eines bestimmten Vertragszeitraums auszuschließen.
Energieexperte Raffael Comitz
Raffael ist seit 2022 Teil des Tarifcheck.de-Teams. Er bereichert unsere Redaktion mit seinem großen Wissensschatz zu den Themen Strom, Gas, Energiesparen sowie nachhaltigem Ressourcenverbrauch. Mehr über unser Team.
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