Berufsunfähigkeit


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Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich

Berufsunfähigkeit Vergleich

Niemand denkt gerne über Krankheit nach. Doch wer in Deutschland nicht privat vorsorgt, ist im Falle der Berufsunfähigkeit oft von Armut bedroht. Natürlich hofft man, dass man selber gesund bleibt – dennoch ist es wichtig, Vorkehrungen für den Ernstfall zu treffen.


So funktioniert unser kostenloser Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich

Unser kostenloser und unverbindlicher BU-Vergleich hilft Ihnen dabei, etwaige Möglichkeiten vorzufiltern und Ihnen die Wahl der richtigen Berufsunfähigkeitsversicherung zu erleichtern.

Kaum eine Versicherung ist so kompliziert, wie die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sinnvoll ist nur eine BU-Police, die explizit auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten ist. Der benötigte Zeitaufwand schreckt dabei viele potentielle Interessenten ab. Unser kostenloser Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich hilft Ihnen deshalb bei der (Vor-)Auswahl.

Geben Sie Namen, Anschrift, Alter, Art der Tätigkeit und die gewünschte Rentenhöhe in unser Online-Formular ein. Unsere Experten erfragen für Sie kostenfrei passende Angebote und unterbreiten Ihnen meist schon binnen eines Werktages unverbindliche Vorschläge entsprechend Ihrer Vorgaben.


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Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung und wann greift sie?

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung oder BU-Versicherung zahlt im Falle von Berufsunfähigkeit eine vorab vereinbarte, monatliche Rentensumme für einen vorab vereinbarten Zeitraum. Meist reicht dieser vom Eintritt der Berufsunfähigkeit bis zum regulären Rentenalter. Ausgeschüttet wird der Betrag ab einer attestierten Berufsunfähigkeit von mindestens 50 % – das heißt, wenn das versicherte Individuum aufgrund von Krankheit dauerhaft nur noch die Hälfte oder weniger der vorab gearbeiteten Wochenstunden leisten kann.


Für wen lohnt sich eine BU-Versicherung?

Eine BU-Versicherung ist fast ausnahmslos empfehlenswert. Jeder vierte Bundesbürger ist anteilig oder vollständig berufsunfähig – so die gesetzliche Rentenversicherung. Im Ernstfall sind Betroffene vielfach nicht staatlich abgesichert und von Armut bedroht. Auch Verbraucherschützer betonen deshalb die Notwendigkeit zur privaten BU-Vorsorge. Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist also naheliegend. Dabei gilt jedoch, einzelne Versicherungsangebote sorgfältig zu vergleichen und zu überprüfen.


Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht kaum zur Deckung der Lebenskosten

Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren worden ist, hat im Falle der Berufsunfähigkeit nur in den seltensten Fällen Anspruch auf staatliche Unterstützung. Im Folgenden finden Sie die Bedingungen für einen Bezug von staatlicher Rente.

Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente besteht nicht, wenn eine Person noch mindestens sechs Stunden wöchentlich arbeiten kann. Die Art der Arbeit ist dabei egal und unabhängig vom erlernten Beruf. Ist man beispielsweise ein querschnittsgelähmter Physiotherapeut, erhält man keine Erwerbsminderungsrente, wenn man noch sechs Wochenstunden als Telefonist arbeiten könnte.

Anspruch auf staatliche Erwerbsminderungsrente besteht, wenn eine Person gar keine Arbeit für mindestens sechs Wochenstunden durchführen kann.

  • Den vollen Erwerbsminderungsrentensatz von zwischen 30 % und 38 % des letzten Bruttoeinkommens erhalten Personen, die pro Woche weniger als drei Stunden erwerbsfähig sind.
  • Den halben Erwerbsminderungsrentensatz von zwischen 15 % und 19 % des letzten Bruttoeinkommens erhalten Personen, die mindestens drei Stunden aber weniger als sechs Stunden pro Woche erwerbsfähig sind.

Von dieser Rente gehen dann gegebenenfalls noch Steuern und Krankenversicherung ab.

Ursachen für Berufsunfähigkeit
Infografik: Zum Vergrößern auf die Grafik klicken.

Private Berufsunfähigkeitsversicherung

Bevor Sie mit einem Berufsunfähigkeitsversicherer einen monatlichen Rentenbetrag vereinbaren, sollten Sie genau überlegen, wieviel Geld Sie für sich und Ihre Familie monatlich benötigen. In jedem Fall müssen die Lebenshaltungskosten im Krankheitsfall gedeckt werden können. Wenn Sie Kinder haben, sollten Sie dies in der Kalkulation ebenfalls berücksichtigen. Auch müssen die Rentenbeträge eventuell auch noch in zehn oder 20 Jahren reichen.

Eine genaue Kostenaufstellung hilft Ihnen bei der Bestimmung der Rentenhöhe. Dazu gehören nicht nur Wohnkosten und Lebensmittel, sondern auch Gelder für Ihre Krankenversicherung und andere Versicherungen, für Ihr Auto, für Kredite, Geld für Hobbies, Schule und die Ausbildung etwaiger Kinder. Weiter unten im Text finden Sie dazu unsere BU-Checkliste.

Der Richtwert für die ausgeschüttete BU-Rentenversicherung liegt zwischen 60 % und 80 % des Nettoeinkommens, eine hundertprozentige Absicherung ist in der Regel meist nicht möglich. Wichtig ist, dass die Berufsunfähigkeitsrente gegebenenfalls bis zum Eintritt des regulären Rentenalters ausgezahlt wird, um etwaige finanzielle Engpässe zu vermeiden. Den Zeitraum der BU-Rente können Sie individuell bestimmen.

Auch muss beachtet werden, dass auf die vereinbarte Rentensumme Steuern anfallen können, wenn sie über dem Grundfreibetrag der Einkommenssteuer liegt – dieser liegt 2017 beispielsweise bei 8.820 Euro und wird in der Regel jährlich etwas angehoben.


Berufsunfähigkeitsrente

Die Berufsunfähigkeitsrente gilt im Steuerrecht als 'abgekürzte Leibrente', denn sie ist zeitlich begrenzt. Entsprechend des Versicherungsvertrags wird sie nur bis zu einem bestimmten Alter ausgeschüttet – meist ist dies das Rentenalter.

Bei abgekürzten Leibrenten muss nicht der gesamte Betrag sondern nur der Ertragsanteil versteuert werden. Dieser Ertragsanteil wird entsprechend der Jahre kalkuliert, während derer die Rente ausgezahlt wird. Bezieht eine Person die Berufsunfähigkeitsrente also nur für wenige Jahre, so müssen wenig Steuern gezahlt werden. Je länger die BU-Rente bezogen wird, desto höher wird auch die durchschnittliche Versteuerung.

Beispielrechnung: Eine Person bezieht für fünf Jahre eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente von 1.000 Euro. Der zu versteuernde Prozentsatz läge dann bei 5 %. Von der monatlichen Summe müssten dementsprechend je 50 Euro versteuert werden. Ausgezahlt würden nur 950 Euro von den 1.000 Euro der Rente.


Was sind die häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit?

Depression und Burnout – "Psychische oder Nervenerkrankungen" sind in der Bundesrepublik mittlerweile mit 28,67 % die Hauptursache für Berufsunfähigkeit – das ergibt jedenfalls eine Studie von Statista (Stand 2013).

Probleme mit dem "Skelett- und Bewegungsapparat" machen mit 22,65 % etwas über ein Fünftel der Ursachen für Berufsunfähigkeit aus - typische Büroerkrankungen von Rücken, Gelenken, Bandscheiben, Sehnen und Muskeln sollten also weiterhin nicht unterschätzt und wenn möglich zeitig therapiert werden.

"Krebs und andere bösartige Geschwüre" rangieren mit 15,07 % auf Platz 3. "Herz-/Kreislauf- erkrankungen" bilden mit 7,96 % das Schlusslicht des fünften Platzes. Etwa ein Zehntel (10,14 %) aller Betroffenen konnten aufgrund eines Unfalls ihrer Tätigkeit nicht mehr nachkommen.


Welche Berufsgruppen sind besonders gefährdet?

Allgemein besteht bei Berufen, die vorwiegend auf körperlicher Tätigkeit basieren, ein höheres Berufsunfähigkeitsrisiko. Dachdecker, Schweißer, Holzfäller, Fleischwarenhersteller oder Maurer sind im Alltag einer sehr hohen körperlichen Belastung ausgesetzt, hantieren mit gefährlichen Geräten und sind in manchen Fällen giftigen Substanzen oder Dämpfen ausgesetzt.

Dabei nicht berücksichtigt werden allerdings psychische Ursachen, und die sind mittlerweile der Hauptgrund für Berufsunfähigkeit. Burnout, Stress, Depressionen und Überlastung findet man auch bei den Berufsgruppen, die nicht oder wenig auf körperlicher Tätigkeit basieren. So etwa bei Lehrern, Managern oder Bürokräften. Auch Rückenprobleme als Folge einer Schreibtischtätigkeit ist weiterhin oft eine Ursache für Berufsunfähigkeit. Statistiken sind dabei für Betroffene natürlich nicht hilfreich – selbst wenn für ein Individuum ein bestimmtes Risiko besonders groß oder klein ist, kann es im Einzelfall ganz anders kommen. Wichtig ist, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.


Zu welchem Zeitpunkt sollte ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Eine BU-Versicherung kann schon ab dem 15. Lebensjahr abgeschlossen werden. Empfehlenswert ist dies aber nur dann, wenn Sie planen, in Zukunft eine körperliche Tätigkeit aufzunehmen – wie etwa Handwerke als Dachdeckerin oder Dachdecker, Bauarbeiterin oder Bauarbeiter, denn das Arbeitsunfall- und Berufsunfähigkeitsrisiko ist höher als bei etwa kaufmännischen Tätigkeiten oder Bürojobs.

Naheliegend ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums, wenn denn die Vertragsmodalitäten stimmen. Je älter man ist, desto teurer wird die BU-Versicherung, da mit zunehmendem Alter auch vermehrt Gesundheitsrisiken und Erkrankungen auftreten können. Dennoch ist die Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel auch dann sinnvoll, wenn Sie bereits ein oder mehrere Jahrzehnte im Berufsleben stehen.

Generell gilt

Je früher, desto besser, und desto günstiger sind die monatlichen Beiträge. Wenn man als Jugendlicher unter den richtigen Konditionen versichert ist, dann muss man auch bei später hinzukommenden Berufs- oder Gesundheitsrisiken keine Versicherungsaufschläge zahlen.

Wie errechnen sich die Beiträge der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Berufsunfähigkeitsversicherungen werden individuell auf Kundinnen und Kunden zugeschnitten. Einzelne Faktoren werden von den verschiedenen Anbietern dabei unterschiedlich bewertet. Dementsprechend ist es auch nicht möglich, beispielsweise einen Pauschalvertrag für bestimmte Berufsgruppen zu erstellen.

Wichtige Kriterien sind in jedem Fall Alter, Beruf, Hobbies, Gesundheitszustand und Vorerkrankungen. Entscheidend ist natürlich auch, welche Höhe der monatliche BU-Rentenbetrag haben und bis zu welchem Lebensjahr er ausgezahlt werden soll. Eine Todesfallsumme kann ebenfalls vereinbart werden und wirkt sich dementsprechend auf die Tarifbildung aus. Seit 2013 gibt es aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs bei der Prämienkalkulation von Versicherungen keine Geschlechterunterschiede mehr.


Tariftendenzen

Eine genaue Auskunft erhält man nur durch eine BU-Versicherung Anfrage. Die einzelnen Anbieter bewerten unterschiedliche Kriterien scheinbar sehr unterschiedlich und verwenden unterschiedliche Fragebögen für potentielle Kundinnen und Kunden. Allgemein gilt: Je jünger und gesünder Sie bei dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind, desto günstiger fällt Ihr Beitrag aus.

Tendenzen gibt es bei folgenden Kriterien:

  • Individuen, deren Berufe auf körperlicher Arbeit basieren (z. B. Handwerker), zahlen höhere Prämien als Menschen, die vorwiegend geistige Tätigkeiten ausführen (z. B. Bürokräfte).
  • Bei Hobbies mit erhöhter Unfallgefahr steigt das Versicherungsrisiko und damit auch die BU-Prämie – Beispiele sind etwa Reiten, Skifahren oder Tauchen.
  • Bestehen physische oder psychische Vorerkrankungen, werden ebenfalls Risikozuschläge berechnet.

Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine wichtige Vorsorge für den Ernstfall. Vor einem Vertragsabschluss sollten einzelne Angebote daher genau überprüft und die Vertragsklauseln genau studiert werden. Kleinigkeiten können darüber entscheiden, ob Ihre BU-Versicherung im Ernstfall die Rentenausschüttung bewilligt oder verweigert.

Folgende Punkte sollten in Ihrem Vertrag stehen:

Mit einer Nachversicherungsgarantie kann der BU-Versicherungsschutz bei gewissen Ereignissen nachträglich ohne weitere Gesundheitsprüfung aufgestockt werden. Wie diese Ereignisse aussehen, wird im Vertrag definiert – möglich ist es etwa, wenn Versicherte heirateten, Kinder bekommen oder befördert werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Betrachtung der maximal möglichen Rentenausschüttungssumme.
Generell kann die BU-Rente bereits gezahlt werden, wenn jemandem für das kommende halbe Jahr mindestens 50 % Berufsunfähigkeit attestiert wird oder Pflegebedürftigkeit vorliegt. Wird eine 6-Monate-Prognose vereinbart, dann kann die BU-Rente schon ab dem ersten dieser sechs Monate gezahlt werden. Steht dort stattdessen aber beispielsweise "auf Dauer berufsunfähig", so wird die Rente zuweilen erst nach drei Jahren ausgezahlt.
Tritt der Krankheitsfall ein, prüft das Versicherungsunternehmen in der Regel die Berufsunfähigkeitsansprüche der oder des Versicherten. Diese Prüfung kann einige Monate dauern. Es sollte daher vertraglich festgelegt werden, dass Versicherte im Prüfungszeitraum keine Beiträge mehr zahlen müssen – sollte die BU-Rente nicht bewilligt werden, so müssen diese Beiträge allerdings nachgezahlt werden. Ähnliche Freistellungen sollte man für Arbeitslosigkeit oder Elternzeit für mindestens 12 Monate vorab vertraglich vereinbaren.
Oft dauert die Prüfung des BU-Anspruchs durch den Versicherer einige Monate. Gilt die rückwirkende Rentenzahlung, so zahlt die BU-Versicherung die Rentenbeträge für den Prüfungszeitraum nach.
Da die Versicherungspolice in der Regel auf einen langen Zeitraum angelegt ist, muss mit Inflation gerechnet werden. Die Dynamik-Klausel soll Verteuerungen durch Inflation ausgleichen. Dementsprechend werden die Beiträge – und damit auch die Rentensumme – in regelmäßigen und klar definierten Zeiträumen prozentual ein wenig erhöht.
Darauf geachtet werden sollte auch, dass im Ausland Versicherungsschutz besteht.
Werden Beamtinnen und Beamte entsprechend des Bundesbeamtengesetzes für dienstunfähig erklärt und in den Ruhestand versetzt, heißt das für die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht automatisch, dass sie auch berufsunfähig sind, also keinen anderen Beruf mehr ausüben können. Beamtinnen und Beamte sollten deswegen auf die Dienstunfähigkeitsklausel bestehen, damit das Attest des Amtsarztes nicht angefochten werden kann.

Folgende Punkte sollten nicht in Ihrem Vertrag stehen:

Bei abstrakter Verweisung kann die BU-Versicherung bei Berufsunfähigkeit verlangen, dass ein anderer, zumutbarer Beruf ausgeübt wird, der der bisherigen beruflichen Stellung und Erfahrung nahekommt. Auch wenn die betreffende Person keinen Posten in einem ähnlichen Beruf findet, gilt in diesem Fall die theoretische Möglichkeit. Die BU-Rente wird in diesen Fällen nicht ausgeschüttet.
Eine Prüfung früherer Berufe bei der Beurteilung durch Versicherer sollte ebenfalls ausgeklammert werden: Im Normallfall zählt bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung nur der aktuell ausgeübte Beruf und nicht vorherige Tätigkeiten. Frühere Berufe sollten von Versicherern daher vertraglich nicht berücksichtigt werden dürfen – es sei denn eine Umschulung liegt erst wenige Monate zurück. Andernfalls kann der Versicherer im Falle der Berufsunfähigkeit eventuell auf frühere Berufe verweisen und die BU-Rente verweigern.
Diese Klausel ist laut eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts nicht zulässig. So können die Versicherten auch während eines Prüfungsverfahrens selber bestimmen, welche Informationen welcher Arzt der Versicherung wann gibt.
Bei diesem Paragraph des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) geht es um die Kündigungsrechte von Versicherungen. Er besagt, dass der BU-Versicherer den Versicherten auch nach mehreren Jahren noch kündigen kann, wenn Fragen seitens der Versicherungsnehmerinnen und Versicherungsnehmer nicht korrekt beantwortet worden sind – selbst wenn die Falschaussage auf einem Irrtum oder Missverständnis basiert.
Sinnvoll ist statt dem Vertragspunkt "Berufsunfähigkeit auf Dauer" die Vereinbarung einer 6-Monate-Prognose. Wird die Zahlung bei Berufsunfähigkeit auf Dauer vereinbart, so kann es sein, dass die Rente erst nach bis zu drei Jahren Berufsunfähigkeit ausgeschüttet wird.

BU-Fragebogen

Jeder Berufsunfähigkeitsversicherer hat einen individuellen Fragebogen für potentielle Kundinnen und Kunden, der detailliert auf die Lebensumstände und Krankengeschichte eingeht. Auf Basis der Antworten wird der Tarif berechnet. Viele Menschen sind von dieser Hürde beim Abschluss einer BU-Versicherung abgeschreckt.

Man sollte dennoch den Aufwand betreiben, alle Fragen vollständig und genau zu beantworten, und die Angaben zu überprüfen; keinesfalls sollte ein Teil der Krankenvorgeschichte ausgeklammert werden. Schlimmstenfalls kann die Versicherung ansonsten im Ernstfall die Leistungen verweigern und dies mit dem 'Verletzen der vorvertraglichen Anzeigepflicht' begründen.

Fragen Sie Ihren Arzt, welche Diagnosen in den Akten vermerkt sind!

Allgemein wird bezüglich der Krankengeschichte nach allen stationären und ambulanten Behandlungen der letzten zehn Jahre gefragt. Wenn man vergisst, eine Physiotherapie oder eine psychologische Beratung in diesem Zeitraum zu erwähnen, kann das unter Umständen zur Leistungsverweigerung führen.

Als Laie ist man bei der Beantwortung der einzelnen Fragen dementsprechend häufig überfordert. Es ist daher in manchen Fällen sinnvoll, sich von einem Arzt bei der Beantwortung des Fragenkatalogs helfen zu lassen.

Auch sollten Sie sich informieren, welche Diagnosen die einzelnen Ärzte binnen der letzten zehn Jahre in Ihren Akten vermerkt haben. Dies ist wichtig, damit zwischen Ihren Aussagen gegenüber der BU-Versicherung und Ihren Krankenakten keine Unstimmigkeiten bestehen.

Sind Sie gesetzlich versichert, können Sie etwa bei den kassenärztlichen Vereinigungen nachfragen, als privat Versicherte oder privat Versicherter können Sie sich direkt an die verschiedenen Ärzten wenden.

Waren Sie in der letzten Dekade bei mehr als einer Krankenversicherung Mitglied, wenden Sie sich zu Ihrer Absicherung an alle diesbezüglichen kassenärztlichen Vereinigungen und / oder Ärzte.

Die einzelnen Versicherungen haben entsprechend ihrer Fragebögen unterschiedliche Schwerpunkte. Folglich variiert auch die Prämienkalulation bei einzelnen BU-Versicherern.

Einige Berufsunfähigkeitsversicherer fragen beispielsweise explizit nach potentiellen erblichen Vorbelastungen, andere klammern diese Frage aus. Dabei gilt generell: Jede Frage sollte vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden, damit die BU-Rente im Ernstfall ausgezahlt wird. Wird eine Frage jedoch nicht gestellt, dann müssen auch keine diesbezüglichen Auskünfte gegeben werden.

Entsprechend der individuellen Krankengeschichte einer Antragstellerin / eines Antragstellers eignen sich so einige BU-Versicherungen besser als andere. Auch sind die Chancen, bei einzelnen BU-Versicherungen angenommen zu werden, sind dementsprechend unterschiedlich.


Die Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatzbaustein einer anderen privaten Versicherung

Möglich ist, die Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatz zu einer anderen kapitalbildenden Versicherung abzuschließen, dies ist jedoch meist nicht empfehlenswert. Im Folgenden finden Sie zwei Beispiele:

Berufsunfähigkeitszusatzversicherung in Kombination mit der Rürup-Rente: Zwar sind steuerliche Prämien hier absetzbar, allerdings müssten Versicherte ihre BU-Rente bei dieser Kombination vollständig versteuern – anstatt nur den Ertragsanteil wie bei einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung.

Berufsunfähigkeitszusatzversicherung in Kombination mit einer Risikolebensversicherung: Bei einer anerkannten Berufsunfähigkeit von 50 % würden Risikolebensversicherungsbeiträge von der Zusatzversicherung übernommen werden und so die Absicherung erhöht – auch für die Familie. Eine derartige Beitragsbefreiung ist aber als Vertragsklausel auch anderweitig möglich. Generell ist deswegen eher der Abschluss einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert.


Welche Alternativen gibt es zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eigentlich bestehen kaum Alternativen zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Es gibt eine Reihe anderer Versicherungen, die allerdings sehr viel spezieller sind und nur in besonders spezifischen Fällen greifen. Dazu gehören etwa:

Versicherung Leistungen
Private Dread-Disease-Versicherung oder Schwere-Krankheiten-Vorsorge Sie wird von deutschen Versicherungen nur vereinzelt angeboten und ist eher im angelsächsischen Raum verhaftet. Die Dread-Disease-Versicherung zahlt beim Eintritt von vorher im Versicherungsvertrag festgelegten Krankheiten und Ereignissen, wie beispielsweise einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei Multiple Sklerose oder bestimmten Krebsformen. In der Regel wird einmalig eine bestimmte Summe ausgeschüttet – unabhängig davon, ob die Person berufsunfähig ist oder nicht.
Private Erwerbsunfähigkeitsversicherung Gezahlt wird nur, wenn gar kein Beruf mehr ausgeübt werden kann.
Private Unfallversicherung Die private Unfallversicherung schüttet nach einem Unfall eine bestimmte Summe aus. Sie kann sehr sinnvoll sein, um die direkten Folgekosten eines schweren Unfalls zu tragen, sollte aber nicht als Rentenersatz gesehen werden. Auch wird Berufsunfähigkeit statistisch gesehen nur in einem von zehn Fällen durch einen Arbeitsunfall herbeigeführt.
Private Grundfähigkeitsversicherung Diese Versicherung bezieht sich auf die Sinne des Menschen (Hören, Sehen, et cetera). Die Versicherung zahlt also nur, wenn die Berufsunfähigkeit durch einen Verlust oder eine Beeinträchtigung dieser Sinne hervorgerufen wird.
Steuerlich bzw. geförderte Berufsunfähigkeitsversicherung Seit Anfang 2014 gibt es eine staatlich beziehungsweise steuerlich geförderte Berufsunfähigkeitsversicherung. Neben dem BU-Schutz kommt bei dieser Variante eine lebenslange Rente hinzu. Verbraucherschützer kritisieren jedoch, dass die Versicherungskosen weit über dem Budget des Durchschnittsverdieners liegen und für Menschen mit Vorerkrankungen oft nicht bezahlbar sind. Auch gibt es seitens der Versicherer nicht genügend Angebote dieser BU-Variante. Nicht zuletzt sind zudem die Versicherer selbst skeptisch – denn die Tarifkalkulation wird aufgrund der lebenslangen Rente noch komplizierter und das Versicherungsrisiko höher.

Um die Prämien einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu senken, können einige Erkrankungen im BU-Vertrag ausgeschlossen werden. Dies ist aber in der Regel nicht empfehlenswert. Der Sinn der Berufsunfähigkeitsversicherung ist ja gerade der umfassende Schutz im Falle der Berufsunfähigkeit. Klammern BU-Versicherte in ihrem Vertrag beispielsweise einzelne Krankheiten oder Ereignisse aus – wie etwa einen Herzinfarkt oder ein Krebsleiden – so erhalten sie keine BU-Rente, wenn ihre Berufsunfähigkeit durch einen Herzinfarkt oder ein Krebsleiden verursacht wird.

Checkliste zur BU-Rente

Wie hoch muss die monatliche BU-Rente sein?

In der Regel empfiehlt sich eine BU-Rente, die zwischen 60 % und 80 % des monatlichen Nettoeinkommens liegt. Eine detaillierte Kostenaufstellung hilft bei der Bestimmung des notwendigen Betrags. Bei der Addition einzelner Posten kommt doch meist mehr zusammen, als erwartet. Wichtig ist auch die Überlegung, ob die so errechnete BU-Rente auch noch in zehn oder zwanzig Jahren ausreicht.

Jetzt Checkliste downloaden


FAQ zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt Versicherten bei mindestens 50 % Berufsunfähigkeit eine monatliche BU-Rente. Die Rentenhöhe und der Zeitraum, in dem die Rente ausgezahlt wird – also etwa bis zum 67. Lebensjahr – werden bei Vertragsabschluss vereinbart.
Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren worden ist, hat im Falle der Berufsunfähigkeit in Deutschland keine ausreichende staatliche Absicherung und ist deswegen von Armut bedroht. Laut Statistiken ist dabei mittlerweile jeder vierte Bundesbürger nur eingeschränkt oder gar nicht berufsfähig. Verbraucherschützer raten deswegen vielfach zum Abschluss einer BU-Versicherung, um Armut als Folge von Krankheit zu umgehen.
Entscheidende Kriterien sind beispielsweise Alter, Beruf, Gesundheitszustand und die Höhe der gegebenenfalls monatlich auszuschüttenden Rente. Auch Hobbies können entscheidend sein, wenn diese Gefahrenpotential bergen – wie etwa Reiten, Tauchen oder Skifahren. Bei der der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es keine Basistarife, da diese sehr individuell auf die Antragstellerin oder den Antragsteller zugeschnitten werden. Allgemein gilt: Je jünger und gesünder eine Person ist, desto geringer sind die Beiträge.
Mehrere Faktoren sind von Bedeutung: Jedes Angebot sollte von Antragstellerinnen und Antragstellern genau überprüft werden. Die einzelnen Fragen seitens der Versicherungen müssen dabei vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden, um im Ernstfall Anspruch auf Leistungen zu haben. Bei ärztlichen Fragen hilft es zuweilen, sich von eigenen Ärzten beim Ausfüllen helfen zu lassen und diese zu fragen, welche Diagnosen in deren Akten innerhalb der letzten zehn Jahre vermerkt wurden. Auch einige Vertragsklauseln sind essentiell. Ihr Vertrag sollte beispielsweise Folgendes beinhalten: eine Nachversicherungsgarantie, eine 6-Monate-Prognose, das Aussetzen oder die Stundung der Prämien, rückwirkende BU-Rentenzahlung, Dynamisierung oder Leistungsdynamik und weltweiter Versicherungsschutz. Bei Beamten ist außerdem die Dienstunfähigkeitsklausel von Bedeutung. Andere Bestandteile sollten keinesfalls in Ihrem BU-Vertrag stehen, so etwa die abstrakte Verweisung, die Prüfung früherer Berufe, die allgemeine Aufhebung der ärztlichen Schweigepflicht, die Durchsetzung von § 19 des Versicherungsvertragsgesetzes oder die Zahlung nur bei Berufsfähigkeit auf Dauer.
Abstrakte Verweisung in einem Berufsunfähigkeitsvertrag bedeutet, dass die Versicherung sich weigern kann, die Berufsunfähigkeitsrente auszuschütten, wenn die oder der Versicherte zwar seinen Beruf aufgrund von Krankheit nicht mehr ausüben kann; aber dafür einen anderen, seinem Status entsprechenden. Dabei ist es nicht relevant, ob eine diesbezügliche Position auf dem Stellenmarkt vorhanden ist, sondern nur, dass eine theoretische Möglichkeit besteht. Die Klausel "abstrakte Verweisung" sollte also keinesfalls Bestandteil Ihres Vertrages sein.
Berufsunfähig ist eine Person, wenn sie aufgrund von Krankheit dauerhaft nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten kann. Ist eine Person erwerbsunfähig, kann sie gar nicht mehr arbeiten – auch nicht als Aushilfe oder in Tätigkeitsbereichen, für die man keine spezielle Ausbildung benötigt.
Beamtinnen und Beamte sollten in einem Berufsunfähigkeitsversicherungsvertrag auf eine Dienstunfähigkeitsklausel bestehen. Werden Verbeamtete krankheitsbedingt in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, so werden sie vorher vom zuständigen Amtsarzt für dienstunfähig erklärt. Dienstunfähig heißt jedoch für eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht automatisch, dass die oder der Betroffene keinen anderen Beruf mehr ausüben kann. Dementsprechend kann eine Versicherung sich weigern, die BU-Rente auszuzahlen und weitere ärztliche Untersuchungen fordern. Steht im BU-Vertrag eine Dienstunfähigkeitsklausel, dann kann das Attest des Amtsarztes nicht angefochten werden.
Wurde sowohl eine private Krankentagegeldversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, dann verlieren Versicherte bei einer Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente meist den Anspruch auf Krankentagegeld.
Auf jeden Fall! Die einzelnen Versicherungsanbieter nutzen zur Prämienkalkulation unterschiedliche Fragebögen und bewerten demnach einzelne, potentiell versicherungsrelevante Risiken unterschiedlich. Auch innerhalb einer Versicherung kann ein vorab abgelehnter Antrag beim zweiten oder dritten Anlauf angenommen werden, da er von den einzelnen Mitarbeitern nicht notwendigerweise gleich ausgewertet wird. Wichtig ist, die Anfrage anonym zu gestalten – idealerweise über einen Vermittler – da der Name von Antragsstellerinnen und Antragsstellern ansonsten an den Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) weitergeleitet wird. Werden durch eine Person mehrere Anträge gestellt, können also alle BU-Anbieter dies einsehen.
Ja, allerdings sind diese Steuern niedriger als beim regulären Einkommen. Steuerrechtlich ist die BU-Rente eine 'abgekürzte Leibrente'. Dementsprechend wird nur der Ertragsanteil versteuert. Dieser wird entsprechend der Jahre kalkuliert, für die die Rente in Anspruch genommen wird und auf alle Bezugsjahre durchschnittlich umgerechnet. Je länger die Rente bezogen wird, desto höher liegt dieser Anteil. Bezieht man die BU-Rente etwa für fünf Jahre, fallen 5 % Steuern an, die jeweils monatlich abgeführt werden. Versteuert werden dabei nur Beträge, die über dem Grundfreibetrag liegen – dieser wurde für 2017 etwa auf 8.820 Euro angesetzt und steigt in der Regel pro Jahr etwas an.