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Leistungsstarke Versicherungen für jede Pflegestufe

Gewünschte Höhe der monatlichen Rente:

Private Pflegezusatz Vergleich

Niemand möchte über Pflegebedürftigkeit und das Altern nachdenken. Den Abschluss einer privaten Pflegeversicherung schieben deswegen viele Menschen vor sich her. Dabei wird der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung zunehmend wichtiger, denn die gesetzliche Pflegeversicherung kann nur als Teilversicherung verstanden werden, die bei weitem nicht alle Kosten deckt. Die Versorgungslücke zwischen den realen Pflegekosten und der Deckung durch die Pflegeversicherung kann bei bis mehr als 2.000 € monatlich liegen. Eine Pflegezusatzversicherung dient dazu, diese Versorgungslücke zu stopfen – auch wenn Sie eine private Zusatzversicherung abschließen, bleiben Ihre Ansprüche bei der gesetzlichen Pflegeversicherung bestehen.


So funktioniert unser kostenloser Pflegezusatzversicherungs-Vergleich

Jede Pflegezusatzversicherung wird individuell auf Sie und Ihre Wünsche zugeschnitten. Auch können Sie zwischen mehreren Modellen wählen, so etwa der Pflegetagesgeldversicherung oder der Pflegekostenversicherung.

Es ist folglich kaum möglich, ad hoc einen idealen Tarif zu finden. Wir erstellen Ihnen deshalb kostenfrei und unverbindlich ein persönliches Angebot. Geben Sie dazu einfach Ihre Eckdaten in unsere Maske ein. Einer unserer Experten wird Sie zeitnah mit passenden Angeboten kontaktieren – in der Regel binnen eines Werktages.


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Welche Modelle gibt es?

Bei dem Abschluss einer privaten Pflegeversicherung haben Sie die Wahl zwischen mehreren Modellen. Bei all diesen Modellen bestehen gegebenenfalls lebenslang Leistungsansprüche. Expertenmeinungen gehen bis dato bezüglich der besten Modell-Option auseinander. Vielfach genutzt wird jedoch die Pflegetagesgeldversicherung.

1 Pflegetagesgeldversicherung

Sie ist die meistgenutzte Form der Pflegezusatzversicherung. Die oder der Versicherte erhält jeden Tag eine vorab festgelegte Summe, um die Pflegekosten zu decken. Über diese Summe kann frei verfügt werden, sie ist in der Regel nicht an bestimmte Verwendungszwecke gebunden.

2 Pflegekostenversicherung

Bei dieser Variante übernimmt die Versicherung die durch Ärzte nachgewiesenen Kosten bei Rechnungsvorlage – allerdings oft nicht in voller Höhe. Meist werden entweder die Kosten der gesetzlicher Pflegeleistungen um einen gewissen Prozent aufgestockt oder bis zu einer gewissen Höhe übernommen. Auch wenn Pflegekosten erstattet werden, bedeutet dies bei einem stationären Aufenthalt nicht notwendigerweise Kostenübernahme für Verpflegung und Unterbringung. Bei Vertragsabschluss werden Leistungen genau festgelegt, die Kostenübernahme gilt nur dafür. Werden einzelne Leistungen aufgrund des Krankheitsbildes nicht genutzt, verfallen sie.

3 Pflegerentenversicherung

Abhängig von Pflegestufe und gewähltem Tarif erhalten Pflegebedürftige eine monatliche Rente, über die sie frei verfügen können. Sie können also frei entscheiden, ob das Geld für häusliche Pflege oder andere Dinge genutzt werden soll. Diese Police ist verhältnismäßig teurer als etwa die Pflegetagesgeldversicherung jedoch flexibler in der Auszahlung. Auch müssen die Beiträge in der Regel nicht weiter gezahlt werden, sobald der Leistungsfall eintritt.

4 Pflegerenten-Risikoversicherung

Sie ähnelt der Pflegerentenversicherung, auch hier wird eine vorab vereinbarte Rente ausgeschüttet, der volle Betrag wird allerdings erst ab Pflegestufe 3 gezahlt. Bei einzelnen Versicherern ist im Falle der Berufsunfähigkeit auch eine Beitragsbefreiung bei fortdauerndem Leistungsanspruch möglich.


Wie werden meine monatlichen Beträge berechnet?

Da es sich um eine private Pflegezusatzversicherung handelt, sind die Beiträge unabhängig von der Höhe Ihres Einkommens. Relevant für die Bestimmungen sind:

  • Das individuell gewählte Leistungspaket
  • Das Alter bei Versicherungsbeitritt: Viele Versicherungen haben Vorgaben bezüglich des minimalen und maximalen Eintrittsalters: Dieses beginnt häufig bei 30 Jahren und endet – je nach gewähltem Modell – bei zwischen 50 oder 75 Jahren
  • Der Gesundheitszustand bei Versicherungsbeitritt: Der Gesundheitszustand einer Antragstellerin oder eines Antragstellers wird in der Regel anhand eines Fragebogens erhoben – die Fragen variieren je nach Anbieter

Allgemein gilt: Je jünger und gesünder Sie sind, desto günstiger sind die Beiträge der Pflegezusatzversicherung. Auch für ältere Menschen gibt es empfehlenswerte Tarife, die im Ernstfall der Armut vorbeugen. Das Geschlecht darf seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg seit dem 21. Dezember 2012 keinen Einfluss mehr auf die Tarifkalkulation haben. Denn das widerspricht laut EuGH der EU-Gleichstellungsrichtlinie. Vorab mussten Frauen aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung häufig höhere Beiträge entrichten als Männer.

KEIN GELD FÜR PFLEGEKOSTEN?

Kinder haften für ihre Eltern

Wenn eine pflegebedürftige Person nicht mehr für die Pflegekosten aufkommen kann, werden laut eines Urteils des Karlsruher Bundesgerichtshofs die Kinder zur Kasse gebeten, wenn deren Nettogehalt bei mindestens 1.400 € liegt. Das Oberlandesgericht Köln prüft derzeit zudem, ob Sozialämter geleistete Pflegeausgaben von den Nachkommen zurückfordern können, wenn diese zwar kein eigenes Einkommen, aber Vermögenswerte zurückgelegt haben und durch Ehepartner abesichert sind. Die Überprüfung folgt auf einen Gerichtsbeschluss des BGH vom 29. April 2015 (Az. XII ZB 236/14). Nicht nur um selber in Würde zu altern, auch um den eigenen Nachwuchs zu schützen, ist eine Pflegezusatzversicherung also sehr sinnvoll.

Worauf Sie beim Abschluss einer Pflegezusatzversicherung achten sollten

Der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung ist grundsätzlich empfehlenswert, doch die einzelnen Tarife unterscheiden sich in Qualität, Leistung und Preis. Es ist daher sinnvoll, verschiedene Optionen zu vergleichen und die Vertragspunkte genauer zu prüfen.

Auch sollten Sie sich vorher genau überlegen, welche Kriterien Ihnen persönlich wichtig sind und welche Betragshöhe von etwa Pflegezusatzrente oder Tagesgeld gegebenenfalls notwendig wären, um die Versorgungslücke zu decken.

Relevant bei einer Pflegezusatzversicherung sind folgende Vertragspunkte:

Auch wenn Angehörige die Pflege anstelle von ambulanten oder stationären Diensten übernehmen, sollte die Versicherung die vereinbarte Leistung nicht verweigern.
Wurde die Einstufung als Pflegefall seitens der gesetzlichen Pflegeversicherung oder privaten Pflegepflichtversicherung festgestellt, sollte die Pflegezusatzversicherung dies anerkennen, ohne eine weitere Gesundheitsprüfung zu fordern.
Je nach Tarif bieten einige Versicherungsunternehmen abhängig von der Pflegestufe und dem gewählten Versicherungsmodell eine Beitragsbefreiung an.
Auch Demenzerkrankte und Pflegebedürftige der Stufe 1 benötigen eine kostspielige Betreuung. Bei Vertragsabschluss sollte dies bedacht werden.
Um Inflation und steigenden Pflegekosten entgegenzuwirken, kann ein bestimmter Zeitraum vereinbart werden, nach dem die Leistungen und auch der Versicherungsbeitrag um einen vereinbarten Prozentsatz steigen. Dies sollte möglich sein, ohne dass der Anbieter eine weitere Gesundheitsprüfung fordert.
Unter Karrenzeit versteht man die Verzögerung des Leistungsanspruchs im Leistungsfall. Die Karrenzeit darf nicht mit der Wartezeit verwechselt werden. Wurde beispielsweise eine Karrenzeit von sechs Monaten vereinbart, so beginnt der Leistungsanspruch erst sechs Monate, nachdem die Pflegebedürftigkeit attestiert wurde. Die Karrenzeit ist in der Pflegezusatzversicherung kein Standard, sollte aber unbedingt vermieden werden.
Bei vielen Versicherungen kann man binnen der ersten drei Jahre keine Leistungen in Anspruch nehmen. Einige Anbieter machen jedoch Ausnahmen, zum Beispiel wenn die Pflegebedürftigkeit durch einen Unfall hervorgerufen wird. Auch bei Pflegetagesgeld-Tarifen verzichten viele Anbieter auf eine Wartezeit.
Die Pflegestufen-Einordnung erfolgt anhand strenger Kriterien. Nur wenige Personen fallen unter Pflegestufe 3, eine an Demenz erkrankte Person wird häufig nicht einmal Pflegestufe 1 zugeordnet. In einen Pflegezusatzversicherungs-Vertrag sollte dies berücksichtigt werden.
Nicht selten muss bei eintretender Pflegebedürftigkeit die Wohnung oder das Haus an individuelle Pflegebedürfnisse angepasst werden. Manchmal ist auch der Umzug in eine barrierefreie Wohnung nötig. Vertragliche Vereinbarungen zu diesbezüglichen Sonderzahlungen sind also sinnvoll.

Statische und flexible Tarife im Vergleich

Bei vielen Anbietern haben Sie die Wahl zwischen statischen und flexiblen Tarifen

Statischer Tarif Flexibler Tarif
Beim statischen Modell wird für Pflegestufe 3 eine bestimmte Leistung vereinbart. In den Stufen darunter erhalten Versicherte einen vorab vereinbarten Prozentsatz dieser Leistung. Bei dem flexiblen Tarif können Leistungen für einzelne Pflegestufen entsprechend eigener Ansprüche individuell verhandelt werden. Sie sind nicht prozentual gestaffelt.
Beispiel Beispiel
Pflegestufe 3 1.500 € Pflegestufe 3 Vereinbarung von 1.500 €
Pflegestufe 2 60 % von 1.500 € = 900 € Pflegestufe 2 Vereinbarung von 1.000 €
Pflegestufe 1 30 % von 1.500 € = 450 € Pflegestufe 1 Vereinbarung von 1.000 €
Pflegestufe 0 Vereinbarung von 900 €
Die meisten Pflegebedürftigen werden Stufe 0 bis 2 zugeordnet. Um für diese Stufen angemessen versorgt zu sein, muss beim statischen Tarif für Pflegestufe 3 eine hohe Summe veranschlagt werden. Der monatliche Beitrag wird folglich sehr teuer. Die Wahl eines flexiblen Tarifs ist dementsprechend empfehlenswert.

Genaue Angaben bei der Gesundheitsprüfung

Vor Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung müssen Sie in der Regel einen Fragebogen zu Ihrer Gesundheit beantworten. Es empfiehlt sich, die Angaben sorgfältig zu überprüfen, denn sind diese nicht korrekt und vollständig, so kann die Versicherung die Leistung bei Pflegefälligkeit verweigern – auch wenn die Pflegefälligkeit nichts mit einer falsch beantworteten Frage zu tun hat.

Die Fragebögen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter. Einige Unternehmen fragen gezielt, ob bestimmte physische und psychische Krankheiten und / oder Vorfälle vorliegen oder in der Vergangenheit vorlagen. Andere Versicherungen fragen allgemein nach Krankenhausaufenthalten und Kuren, Krankheiten, Unfällen, Behandlungen und Untersuchungen vergangener Jahre.

Fehler in der Beantwortung der Fragen können sich schnell einschleichen, denn kaum jemand hat seine eigene Krankengeschichte lückenlos im Kopf und kann ad hoc einzelne Diagnosen im Fachjargon wiedergeben.

Es empfiehlt sich, die Ärzte oder Kassen zu konsultieren, um herauszufinden, was genau in den eigenen Krankenakten vermerkt ist und sich gegebenenfalls beim Ausfüllen helfen zu lassen.

Fragebögen, bei denen es einzig die Antwortoptionen Ja oder Nein gibt, minimieren das Falschaussagenrisiko seitens des Antragsstellers. Bei seriösen Pflegezusatzversicherungen sind die Fragen eindeutig formuliert. Erscheinen Ihnen die Fragen eines Unternehmens nicht konkret oder fair, sollten Sie Ihrem Instinkt trauen, den Fragebogen nicht beantworten und sich nach einer anderen Versicherung umsehen.


Was sind Pflegestufen?

Bei dem Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung kann man angeben, ab welcher Pflegestufe man Versicherungsschutz in Anspruch nehmen möchte. Die Pflegestufe bezeichnet dabei, im welchem Umfang ein Individuum Hilfestellung benötigt. Das entsprechende Gutachten erstellt für gesetzlich Versicherte der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) und für privat Versicherte Medicproof.


Die Pflegestufen im Überblick

Die gesetzliche Definition für eine Pflegestufe und der dementsprechende Leistungsanspruch spiegelt nicht notwendigerweise den realen Pflegebedarf wider – nicht nur bei an Demenz Erkrankten.

Einige private Pflegezusatzversicherungen haben unabhängig von der Pflegestufen-Einordnung der medizinischen Dienste eigene Kriterien. Entsprechend des gewählten Tarifs bieten manche Unternehmen bereits Leistungen an, wenn noch keine Pflegestufe festgestellt wurde. Einige Anbieter konsultieren die sogenannte Reisbergskala, um den Grad der Demenzerkrankung einzuschätzen. Die siebenstufige Skala wird auch vielfach von Angehörigen und Pflegepersonal als Orientierung genutzt.

Ein Beispiel: Eine Person ist dauerhaft bettlägrig, kann aber noch ohne Hilfe essen und ist kognitiv kompetent. Sie wird deswegen nur Pflegestufe 2 zugeordnet, obwohl sie umfassende Assistenz bei der Körperpflege und im Alltag benötigt.

Pflegestufe 0

Dauerhaft erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz (Demenz)

Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung. Grundpflege ist der Oberbegriff für die Bereiche Körperpflege, Ernährung und Mobilität.

Pflegestufe 1

Erhebliche Pflegebedürftigkeit

Hilfebedarf in mindestens zwei Grundpflegebereichen und mehrmals wöchentlich bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Zeitlich muss der Hilfebedarf für die Grundpflege täglich mehr als 45 Minuten betragen, der tägliche Hilfebedarf mindestens 90 Minuten.

Pflegestufe 2

Schwerpflegebedürftigkeit

Mindestens dreimal täglich Hilfebedarf bei der Grundpflege und mehrmals wöchentlich bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Zeitlich muss der Hilfebedarf für Grundpflege täglich mindestens zwei Stunden betragen, der tägliche Hilfebedarf mindestens drei Stunden.

Pflegestufe 3

Schwerstpflegebedürftigkeit

Zu allen Zeiten Hilfebedarf bei der Grundpflege und mehrmals wöchentlich bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Zeitlich muss der Hilfebedarf für Grundpflege täglich mindestens vier Stunden betragen, der tägliche Hilfebedarf mindestens fünf Stunden.

Pflegestufe 3

Härtefallregelung - außergewöhnlich intensiver Pflegeaufwand

Zeitlich muss der Hilfebedarf für die Grundpflege täglich mindestens sechs Stunden betragen und mindestens dreimal davon in der Nacht gegeben sein.
Oder: Die Grundpflege muss tags und nachts mindestens einmal durch mindestens eine Fachkraft und mindestens eine weitere Person durchgeführt werden. Insgesamt muss ständiger Hilfebedarf bei der hauswirtschaftlichen Versorgung vorhanden sein.


Wieviel kostet die Pflege?

  • Die Pflegekosten unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Insbesondere bei der vollstationären Pflege, also bei der dauerhaften Betreuung in einem Pflegeheim gibt es große regionale Unterschiede. So kann ein Aufenthalt in einem Pflegeheim in Nordrhein-Westphalen monatlich um mehr als 2.000 € teurer sein als beispielsweise in Sachsen-Anhalt.
  • Die Pflegedienste berechnen einzelne Leistungen gesondert, so sind etwa die 'Zubereitung warmer Speisen' oder 'Hilfe bei der Nahrungsaufnahme' meist einzelne Posten, für die je nach Pflegedienst unterschiedlich hohe Kosten anfallen – zusätzlich zu der Hausbesuchspauschale oder Heimpauschale. Je nach Pflegebedarf und der Auswahl an regionalen Pflegediensten variieren so auch innerhalb einer Pflegestufe die Pflegekosten.
  • Die Betreuung durch Angehörige ist kostengünstiger als die Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes oder die stationäre Pflege. Oft ist sie bei finanziellen Engpässen der einzige Ausweg. Doch nicht nur für die zu betreuende Person stellt dieses Abhängigkeitsverhältnis oft eine starke Belastung dar, auch Angehörige stehen unter dem Druck, Familie, Beruf und Pflege zu vereinbaren.

TARIFCHECK-TIPP

Bei den Pflegediensten bestehen große Unterschiede bezüglich Qualität und Preis. Es ist sinnvoll, sich über Pflegedienste der eigenen Region zu informieren und Preise und Leistungen zu vergleichen.

Versorgungslücken der Pflegepflichtversicherung 2015 bei einer vollstationären Versorgung

Inklusive Pflegesatz, Unterkunft, Verpflegung, Kosten für ein Zweibettzimmer

Laut der Datenbank des Verbands der Privaten Krankenversicherung liegt die Versorgungslücke zwischen privater Pflegepflichtversicherung und realen Kosten bei einer vollstationären Versorgung wie folgt:

Monatlicher Kostenaufwand Pflegestufe 1 Pflegestufe 2 Pflegestufe 3
Deckung durch Pflegepflichtversicherung 1.064 € 1.330 € 1.612 €
Gesamtkosten 2.455 € 2.941 € 3.408 €
Eigenbetrag 1.391 € 1.611 € 1.796 €
Quelle: Datenbank des Verbands der Privaten Krankenversicherung

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und privaten Pflegepflichtversicherung 2015

Seit dem 1. Januar 2015 gilt das Pflegestärkungsgesetz I. In dessen Rahmen wurden die Pflegekosten leicht erhöht, um steigenden Pflegekosten entgegenzuwirken. Die realen Kosten können dennoch bei weitem nicht aufgefangen werden.

Leistungen im Überblick »


Die Pflegezusatzversicherung in Kombination mit anderen privaten Versicherungen

Auch wenn Sie bereits Verträge über Riester-Rente oder Rürup-Rente abgeschlossen haben, lohnt sich der Beitritt zu einer privaten Pflegeversicherung – denn schlimmstenfalls können die Beitragskosten für andere private Versicherungen im Falle der Pflegebedürftigkeit nicht mehr aufgebracht werden.

Sinnvoll ist in jedem Fall eine Berufsunfähigkeitsversicherung, um im chronischen Krankheitsfall die entsprechende Rente in Anspruch zu nehmen. Allerdings muss bedacht werden, dass die Berufsunfähigkeitsrente gegebenenfalls nur bis zum Eintritt ins Rentenalter gezahlt werden, die Pflegekosten müssen aber auch darüber hinaus monatlich erbracht werden.


Die Geschichte der Pflegeversicherung

Demographischer Wandel: Alterung der Gesellschaft und weniger Nachwuchs

Die gesetzliche Pflegeversicherung und Pflegeversicherungspflicht wurde am 1. Januar 1995 als eigenständige Komponente der Sozialversicherung eingeführt. Der Hintergrund ist der demographische Wandel der Gesellschaft, also die Zunahme älterer Menschen bei gleichzeitiger Abnahme der Geburtszahlen. Dementsprechend steigt auch die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen. Gleichzeitig gibt es in den Familien immer weniger Kinder, die diese Pflege dauerhaft übernehmen können. Bereits 2014 nahmen dabei laut Bundesgesundheitsministerium knapp 2,6 Millionen Menschen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung in Anspruch.

1995: Gesetzlich verordnete Pflegeversicherung

Gesetzlich und privat Krankenversicherte sind seit der Gesetzeseinführung 1995 automatisch Mitglieder der gesetzlichen Pflegeversicherung beziehungsweise der privaten Pflegepflichtversicherung.

Die gesetzlich verordnete Pflegeversicherung im Überblick »

2013: Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz

Am 4. Januar 2013 trat entsprechend des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes auch die Einführung der staatlich bezuschussten privaten Pflegezusatzversicherung Pflege-Bahr in Kraft. Wer privat Versorgungslücken schließt, sollte so vom Staat belohnt werden.

2015: Pflegestärkungsgesetz I

Seit dem 1. Januar gilt das Pflegestärkungsgesetz I, so wurden die Pflegeleistungen angehoben und die Zahl der Betreuungskräfte erhöht und ein Pflegevorsorgefonds geschaffen, insgesamt wurden die Beiträge für die Pflegeversicherung erhöht. Noch binnen dieser Wahlperiode soll mit dem Pflegestärkungsgesetz II ein neues Verfahren und neue Kriterien zur Ermittlung der Pflegebedürftigkeit geschaffen werden, dass auch Demenzerkrankungen, psychische und kognitive Einschränkungen besser berücksichtigt – um das Pflegestärkungsgesetz II zu finanzieren, sollen die Beiträge in Zukunft nochmals um 0,2 % angehoben werden.

Allein in den letzten fünf Jahren ist dabei die Anzahl der Pflegebedürftigen um weit über 300.000 Personen angestiegen.


Leistungen am Beispiel der gesetzlichen Pflegeversicherung

2009 im Vergleich zu 2014

Pflegestufe Leistungsbezieher 2009 Leistungsbezieher 2014
ambulant stationär ambulant stationär
Pflegestufe 1 934.917 Personen 286.314 Personen 1.145.958 Personen 321.215 Personen
Pflegestufe 2 466.091 Personen 277.129 Personen 522.218 Personen 280.733 Personen
Pflegestufe 3 137.924 Personen 137.702 Personen 149.876 Personen 148.936 Personen
Alle Pflegestufen – ambulant und stationär Insgesamt: 2.240.077 Personen Insgesamt: 2.568.936 Personen
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

Sondermodell Pflege-Bahr

Die private Pflege-Bahr-Zusatzversicherung stellt in jeder Hinsicht einen Sonderfall dar und geht auf eine Initiative der Bundesregierung zurück: Die staatlich bezuschusste Versicherung sollte eigentlich Versorgungslücken der gesetzlichen Absicherung schließen, steht aber vielfach in der Kritik. Öko-Test beispielsweise urteilte 2015, Pflege-Bahr könne die finanziellen Lücken "in keiner Weise" schließen, gleichzeitig seien die Tarife zu teuer. Auch bieten nur wenige Versicherungen entsprechende Tarife an.

Das sind die Besonderheiten von Pflege-Bahr:

  • Die Versicherung wird gehaltsunabhängig mit 5 € pro Monat bezuschusst, wenn die Police einen Mindestbeitrag von 180 € pro Jahr hat und die Versicherung gewisse Kriterien erfüllt – die meisten privaten Pflegezusatzversicherungen entsprechen diesen Kriterien nicht.
  • Niemand Volljähriges darf ausgeschlossen werden, wenn Mitgliedschaft in der sozialen Pflegeversicherung oder privaten Pflegepflichtversicherung besteht und noch keine Pflegeversicherungsleistungen bezogen wurden oder werden.
  • Es gibt keine Risikoaufschläge und keinen Leistungsausschluss. Dies ist insbesondere für ältere Menschen von Vorteil, die aufgrund von Vorerkrankungen kaum Aussichten haben, in einer privaten Pflegezusatzversicherung aufgenommen zu werden.
  • Leistungsbezüge können erst nach fünf Jahren Wartezeit und Beitragszahlung in Anspruch genommen werden – eine Ausnahme besteht bei Unfällen, dann wird die Wartezeit ausgesetzt.
  • Besonderheiten zur Gesundheitsprüfung: Auch wenn Vorbelastungen wahrscheinlich sind, darf die Versicherung keine Gesundheitsprüfung verlangen, dafür besteht die fünfjährige Wartezeit. Nutzt man Pflege-Bahr mit einem Ergänzungstarif, werden Gesundheitsfragen gestellt, dafür wird aber oft auf die Wartezeit verzichtet.

Keine Beitragsbefreiung im Leistungsfall: Im Gegensatz zu anderen Policen kann keine Beitragsbefreiung vereinbart werden. Wurde der Pflege-Bahr in Kombination mit dem Ergänzungstarif abgeschlossen, so ist im Leistungsfall für diesen Ergänzungstarif eine Beitragsbefreiung möglich, der Pflege-Bahrbetrag jedoch läuft weiter.

Pflegezusatzversicherung Statistik
Infografik: Zum Vergrößern auf die Grafik klicken.

FAQ zur Pflegezusatzversicherung

Der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung ist generell eine Überlegung wert. Derzeit gibt es in Deutschland rund 2,57 Millionen Pflegebedürftige allein in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Entsprechend Prognosen wird diese Anzahl in den nächsten 15 Jahren um eine weitere Million steigen. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt dabei etwaige Pflegekosten nicht ab, sondern hinterlässt Versorgungslücken in der Höhe von bis zu mehr als 2.000 € monatlich. Die Pflegebedürftigkeit kann so leicht zur Armutsfalle werden, wenn keine private Vorsorge getroffen wurde.
Je eher Sie die Pflegezusatzversicherung abschließen, desto günstiger liegen die Beitragssätze. Viele Menschen schließen die Police im Alter zwischen 30 und 40 Jahren ab. Aber auch für ältere Versicherungsnehmerinnen und Versicherungsnehmer gibt es passende Tarife, die die Versorgungslücke der gesetzlichen Pflegeversicherung gut abdecken.
Die Pflegeversicherung kann nur als Teilversicherung verstanden werden. Je nach der Pflegestufe und den Pflegekosten besteht eine große Versorgungslücke im monatlich drei- oder vierstelligen Bereich. Eine private Pflegezusatzversicherung kann diese Versorgungslücken bei entsprechender Tarifwahl ausgleichen.
Nein auf keinen Fall. Die Policen laufen problemlos nebeneinander her. Bei der Pflegezusatzversicherung handelt es sich – wie der Name besagt – um eine ergänzende Versicherung. Sie soll helfen, die Diskrepanz zwischen realen Pflegekosten und den Beiträgen der gesetzlichen Pflegeversicherung zu decken.
Die Beiträge sind gehaltsunabhängig und werden bedingt durch Alter und Gesundheitszustand bei Versicherungsbeitritt. Je jünger und gesünder die oder der Versicherte zu Vertragsabschluss ist, desto günstiger ist der Beitrag. Auch für ältere Menschen gibt es lohnenswerte Tarife, die im Ernstfall vor der Armutsfalle schützen. Die Beitragshöhe hängt zusätzlich zudem von dem gewünschten Leistungspaket und dem gewählten Versicherungs-Modell ab.
Wenn Sie eine private Pflegezusatzversicherung abschließen, stehen Ihnen unterschiedliche Varianten zur Auswahl, bei allen besteht lebenslange Leistungsfälligkeit. Auch können Sie entscheiden, welche Leistungen Sie für die verschiedenen Pflegestufen veranschlagen möchten. Bei der vielfach genutzten Pflegetagesgeldversicherung wird täglich eine vorab vereinbarte Summe ausgezahlt, der Betrag ist nicht an bestimmte Verwendungszwecke gebunden. Bei der Pflegekostenversicherung übernimmt die Versicherung die Pflegekosten bei Rechnungsvorlage bis zu einer bestimmten Höhe – für was genau Leistungsanspruch besteht, wird vorab vereinbart. In der Pflegerentenversicherung wird Versicherten eine monatliche Rente gezahlt, über die frei verfügt werden kann. Die Pflegerenten-Risikoversicherung ist ähnlich der Pflegerentenversicherung, Leistungsanspruch besteht allerdings erst ab Pflegestufe 3.
Bei starren Tarifen wird für die Pflegestufe 3 die Ausschüttung einer bestimmten Summe vereinbart, in den Pflegestufen darunter erhalten sie lediglich einen gewissen Prozentsatz dieser Summe also etwa (60 % für Pflegestufe 2 und 30 % für Pflegestufe 1). Empfehlenswerter ist ein flexibler Tarif, hier können die Leistungsbeträge für einzelne Pflegestufen individuell in gewünschter Höhe festgelegt werden. Dies ist insbesondere von Bedeutung, weil nur wenige Pflegebedürftige der Pflegestufe 3 zugeordnet werden.
Die Pflegestufe definiert, in welchem Umfang ein Mensch Hilfe im Haushalt und bei der Grundversorgung benötigt. Zur Grundversorgung gehören dabei Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Es gibt die Pflegestufen 1 bis 3, wobei in Stufe 3 der höchste Pflegebedarf besteht. Aufgrund der wachsenden Anzahl Demenzkranker wurde zudem die Stufe 0 eingeführt, denn das Krankheitsbild von Demenz entspricht insbesondere im Frühstadium noch nicht den Einstufungskriterien für Pflegestufe 1.
Gesetzlich Pflegeversicherte (SPV) wenden sich zur Einstufung an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Wer privat versichert und deswegen in einer privaten Pflegepflichtversicherung (PPV) ist, der richtet seinen Antrag auf ein Gutachten an Medicproof. Unabhängig von den Einstufungen von MDK und Medicproof haben Anbieter der privaten Pflegezusatzversicherung häufig eigene Kriterien. Je nach Tarif und Vertragsklauseln leisten sie manchmal bereits, wenn noch keine Pflegestufe festgestellt wurde.
Bei einer privaten Pflegezusatzversicherung können sie vertraglich festlegen, welche Leistungen im Demenzfall gewährleistet werden sollen. Hierbei muss beachtet werden, dass viele an Demenz erkrankte zunächst der Pflegestufe 0 zugeordnet werden. Insbesondere angesichts der Zunahme an Demenzerkrankungen in der Bundesrepublik sollte in der Pflegezusatzversicherungs-Police ein Leistungsanspruch bei Demenz verhandelt werden. Um die Schwere von Demenz einschätzen zu können, wird von einigen Versicherungsunternehmen, von Pflegepersonal aber auch Angehörigen die Reisbergskala genutzt. Sie ist hilfreich, da dort anhand von nachvollziehbaren Kriterien der Schweregrad der Krankheit in sieben verschiedenen Stadien definiert werden kann.
Ambulanter Pflegedienst und stationäre Einrichtungen sind sehr teuer, und viele Pflegebedürftige scheuen davor, das vertraute Zuhause aufzugeben. In manchen Fällen kann mit einem Umbau der Wohnung oder des Hauses der Umzug in eine stationäre Einrichtung umgangen werden. Die Pflege durch Angehörige ist aufgrund von deren beruflichen und familiären Verpflichtungen jedoch nicht immer möglich. Alternativen wären betreutes Wohnen, ambulant betreute Wohn-Gruppen, Renten-WGs oder eine Kombination aus Haushaltshilfe, Pflege durch Angehörige und / oder ambulanten Pflegedienst. Je nach Pflegezusatzversicherungs-Tarif können Leistungen für die verschiedensten Varianten vereinbart werden. Wichtig sind die Vertragsklauseln etwa bezüglich oder Sonderleistungen für notwendige Umbauten in Wohnung oder Haus oder eines Leistungsanspruches auch bei Pflege durch Angehörige und nicht-geschultes Personal.
Entsprechend des Pflegezeitgesetzes (PflegeZG) darf eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer unter bestimmten Vorrausetzungen für bis zu sechs Monate der Arbeit fernbleiben, um sich um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern. Sind die Voraussetzungen gegeben, darf die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer in dringenden Fällen zudem der Arbeit bis zu zehn Arbeitstage fernbleiben, um die Pflege von Angehörigen zu gewährleisten oder andauernde Pflege zu organisieren.
Wenn die pflegebedürftige Person nicht für die Pflegekosten aufkommen kann, müssen die Kinder die Pflege finanzieren, wenn sie mindestens 1.400 € netto verdienen. Das entschied der Bundesgerichtshof in Karlsruhe bereits mehrfach. Diese Pflicht gilt auch für Kinder, die von ihren Eltern enterbt worden sind. Derzeit prüft das OLG Köln nach einem weiteren Gerichtsbeschluss des BGH (Az. XII ZB 236/14), ob diese Pflichten der Nachkommen noch weiter ausgedehnt werden können. Ein Urteil steht noch aus.
Es ist empfehlenswert, Angebote weiterer Versicherungsunternehmen auszuloten. Einzelne Anbieter scheinen entsprechend ihrer unterschiedlich gestalteten Fragebögen zum Gesundheitszustand auch unterschiedliche Aufnahmekriterien zu haben. Empfehlenswert ist allerdings die anonyme Anfrage über einen Makler, da Anträge durch ein Individuum beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) von Versicherungsunternehmen einsehbar sind. Je mehr Anträge von einer Person gestellt und abgelehnt worden sind, desto unwahrscheinlicher wird die Annahme durch eine andere Pflegezusatzversicherung.
Dies ist in vielen Fällen möglich. Die Pflegezusatzversicherungs-Beiträge können als Vorsorgeaufwendungen bis zu einer bestimmten Höhe als Steuerfreibeträge angegeben werden.
Nein. Da es sich um eine private Versicherung handelt, gilt die Versicherung in der Regel nur für eine Person. Wurde die Versicherung in Form einer Pflegerentenversicherung abgeschlossen und zu Lebzeiten nicht genutzt, erhalten die Angehörigen bei einigen Anbietern einen Teil der eingezahlten Summe ausgezahlt.
Das hängt von der individuellen Versicherungspolice ab. Je nach Tarif können für das Ausland Leistungsfälligkeiten vereinbart werden. Bei der gesetzlichen Pflegeversicherung ist der Leistungsanspruch im Ausland geringer.
Pflege-Bahr ist die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung: Erfüllt die Versicherung bestimmte Kriterien und liegen die Beträge bei mindestens 180 € jährlich, dann fördert der Staat diese Pflegezusatzversicherung einkommensunabhängig mit 5 € monatlich. Das Ziel ist, Versorgungslücken der gesetzlichen Absicherung zu schließen. Bis dato wurde die Umsetzung jedoch vielfach kritisiert, und die meisten Pflegezusatzversicherungen haben keine Tarife, die den Kriterien staatlicher Bezuschussung entsprechen. Ein Merkmal von Pflege-Bahr ist dabei, dass Antragstellerinnen und Antragsteller nicht aufgrund von Vorerkrankungen oder Alter abgewiesen werden dürfen.