Typklassen in der Kfz-Versicherung
Risikoeinstufung anhand der Statistik
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Was sind Typklassen in der Kfz-Versicherung?
Die Typklassen werden in der Kfz-Haftpflichtversicherung und den Kaskoversicherungen genutzt, um alle in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeuge in Risikoklassen einzuteilen. Je häufiger ein Automodell in Schadenfälle verwickelt ist und je höher die Kosten der Fahrzeugschäden im Schnitt ausfallen, desto höher ist die Typklasse.
Die statistische Schaden- und Unfallbilanz eines Fahrzeugtyps beeinflusst den Beitrag der Autoversicherung. Modelle mit einem geringen Schaden- und Unfallrisiko sind in der Versicherung günstiger.
Die Unfälle der vergangenen drei Jahre beeinflussen die Klasse
Die Einstufung der Autotypen in die verschiedenen Typklassen erfolgt jedes Jahr durch den Gesamtverband der Versicherer (GDV). Zur Berechnung dienen die Schadenhäufigkeit des jeweiligen Modells und die bei Unfällen verursachten durchschnittlichen Reparaturkosten.
Der GDV betrachtet dabei die Schadens- und Unfallbilanzen der vergangenen drei Jahre. Wurden mit einem Autotyp weniger Schäden und Unfallkosten verursacht als in den Vorjahren, erfolgt eine Einstufung des Modells in eine niedrigere und günstigere Klasse.
Das Typklassenverzeichnis des Gesamtverbands der Versicherer wird jährlich aktualisiert. Mittlerweile sind in diesem Verzeichnis die Typklassenstatistiken von etwa 32.000 Fahrzeugtypen erfasst (Stand: Oktober 2025). Dabei werden neben den Fahrzeugmodellen der Autohersteller auch einzelne Baureihen, die Fahrzeugausstattung und Motorisierung sowie klassifizierbare Sondermodelle berücksichtigt.
Die Versicherer bewerten Typklassen unterschiedlich
Ganz gleich, ob Kfz-Haftpflicht, Teilkaskoversicherung oder Vollkasko – die Typklassenstatistiken des GDV sind eher als Empfehlung für die Autoversicherer zu betrachten. Diese müssen sich nicht an die Typklasseneinstufungen halten und können eine eigene Risikobewertung des jeweiligen Fahrzeugs vornehmen.
In der Regel nehmen Versicherungsunternehmen, die in der deutschen Kfz-Versicherungswirtschaft tätig sind, das Typklassenverzeichnis dabei als Grundlage ihrer Beitragsberechnung. Die Kfz-Versicherer bewerten die Typklassen jedoch unterschiedlich. Ein Vergleich von Versicherungstarifen für Autofahrerinnen und Autofahrer kann sich deshalb lohnen. Fahrzeughalterinnen und -halter können dadurch mitunter trotz einer hohen Klasse am Versicherungsbeitrag sparen.
Gut zu wissen: Der Unterschied zwischen Typ- und Regionalklasse
Neben der Typklasse spielt auch die Regionalklasse bei der Berechnung der Versicherungsprämie eine wichtige Rolle. Diese erfasst die Schadenshäufigkeit und die durchschnittlichen Reparaturkosten von Kfz im jeweiligen Zulassungsbezirk. Berücksichtigt werden – wie bei den Typklassen – nur solche Schäden und Unfälle, die den Versicherern gemeldet worden sind.
Je nach Region können sich die auftretenden Schäden unterscheiden. Die Regionalklassen reflektieren somit die lokalen geografischen Bedingungen, Straßenverhältnisse und Wettereinflüsse sowie die damit für die Versicherer einhergehenden Risiken. Die Versicherungsgesellschaften verlangen daher je nach Ort der Zulassung Ihres Autos unterschiedliche Prämien.
Während Sie die Typklasse immerhin durch die Wahl des Fahrzeugs beeinflussen können, haben Sie auf die Regionalklasse keinerlei Einfluss.
Typklassen für Haftpflicht, Voll- und Teilkasko
Die Typklasseneinstufung kann sich je nach Art der Kfz-Versicherung unterscheiden:
In allen Typklassenstatistiken werden nur Schäden berücksichtigt, die Kfz-Versicherungen gemeldet wurden. Die Statistiken sind also nicht notwendigerweise deckungsgleich mit allen Schäden eines Fahrzeugtyps, da den Versicherungen nicht immer alle Schäden vorgelegt werden.
So ermitteln Sie die Typklasseneinstufung Ihres Autos
Typklassen in der Kfz-Versicherung werden in einem Typklassenverzeichnis erfasst: Jährlich gibt der GDV im Spätsommer bzw. Frühherbst ein neues Typklassenverzeichnis heraus. Dieses ist frei zugänglich.
Wenn Sie sich einen Wagen zulegen möchten, können Sie sich im Typklassenverzeichnis über die aktuelle Einstufung informieren oder auch für Ihr eigenes Fahrzeug die entsprechende Typklasse ermitteln.
So funktioniert es:
Je höher Ihr Fahrzeug in einer Typklasse angesiedelt wird, desto höher ist die Versicherungsprämie in den einzelnen Sparten der Kfz-Versicherung. Über die genaue Zusammensetzung und Höhe der Versicherungsprämie entscheiden jedoch zusätzlich weitere Faktoren.
Wo finde ich das Typklassenverzeichnis des GDV?
Um die Typklasse Ihres Autos zu ermitteln, können Sie die Typklassenabfrage des GDV nutzen. Darin können Sie anhand Ihrer Fahrzeugdaten die Einstufung der Klassen für die Kfz-Haftpflicht und die Kaskoversicherungen abfragen.
Wie interpretiere ich die Typklassen-Zahlen?
Die Einstufung der Klassen erfolgt mithilfe einer Zahl, beginnend mit der niedrigsten Typklasse 10. Je nach Art der Autoversicherung gibt es zusätzlich zwischen 15 und 24 höhere Klassen. Diese sind fortlaufend nummeriert.
Die niedrigste Typklasse ist die günstigste. Fahrzeuge mit einer höheren Schadensbilanz werden folglich in eine höhere Klasse eingestuft. Der Versicherungsbeitrag kann dadurch steigen. Wie stark die Einstufung in die Berechnung der Prämie einfließt, variiert je nach Kfz-Versicherer.
| Versicherung | Kfz-Haftpflicht | Teilkasko | Vollkasko |
| Anzahl Typklassen | 16 | 24 | 25 |
| Niedrigste Klasse | 10 | 10 | 10 |
| Höchste Klasse | 25 | 33 | 34 |
Beispiele für die Typklassen verschiedener Fahrzeugmodelle
Die Statistik zeigt, dass Fahrerinnen und Fahrer von Kleinwagen oftmals andersartige Schäden melden als Halterinnen und Halter von teureren Automodellen, Sportwagen und SUVs.
Während bei Kleinfahrzeugen Haftpflichtschäden im Vordergrund stehen, sind dies bei teuren Autos vorwiegend Kaskoschäden. Letztere entstehen dabei häufig aufgrund von Diebstahl und Vandalismus. Nur wenige Fahrzeuge erreichen in allen Typklassenverzeichnissen für Vollkasko, Teilkasko und Kfz-Haftpflicht die niedrigste Klasse 10. Zumeist handelt es sich dabei um seltene Oldtimer.
Im Folgenden finden Sie Beispiele für die Einstufung der Typklasse verschiedener Fahrzeuge:
| Fahrzeugmodell | Baujahr | Typklasse Haftpflicht | Typklasse Teilkasko | Typklasse Vollkasko |
| Audi A3 Sportback 30 TFSI | 2019–2024 | 13 | 21 | 20 |
| Audi A4 Avant 50 TDI Quattro | 2018–2024 | 15 | 26 | 24 |
| Audi A6 Avant 45 TFSI Quattro | 2018–2025 | 14 | 26 | 25 |
| Audi Q5 2.0 TDI | 2017–2025 | 18 | 25 | 23 |
| BMW 320E | seit 2020 | 18 | 24 | 25 |
| BMW Isetta 300 ccm | 1954–1962 | 10 | 10 | 10 |
| BMW X3 30D XDrive | 2017–2024 | 18 | 26 | 26 |
| BMW X6 XDrive 30D | 2014–2020 | 24 | 31 | 29 |
| Hyundai i30 SW 1.5 | seit 2020 | 13 | 20 | 19 |
| Hyundai Kona 1.0 T-GDI | seit 2023 | 15 | 22 | 23 |
| Mazda CX-30 2.0 | seit 2019 | 18 | 23 | 20 |
| Mercedes-Benz A 200 | seit 2018 | 15 | 22 | 20 |
| Mercedes-Benz B 250 | seit 2018 | 14 | 22 | 23 |
| Mercedes-Benz C 300 T-Modell | 2019–2021 | 14 | 23 | 21 |
| Mercedes-Benz GLE 450 4Matic | seit 2018 | 23 | 27 | 27 |
| Nissan Qashqai 1.5 DCI | 2013–2021 | 17 | 21 | 18 |
| Opel Astra-K+ 1.6 | 2015–2021 | 13 | 19 | 19 |
| Opel Corsa-F 1.2 | seit 2019 | 16 | 22 | 20 |
| Opel Grandland X 1.6 CDTI | seit 2017 | 18 | 21 | 19 |
| Opel Mokka-B 1.2 | seit 2020 | 18 | 22 | 19 |
| Porsche 911 GT3 3.8 | 2013–2020 | 10 | 33 | 33 |
| Renault Clio 1.0 | seit 2019 | 17 | 20 | 18 |
| Renault Captur 1.0 | seit 2019 | 19 | 20 | 17 |
| Toyota Corolla Hybrid 2.0 | seit 2018 | 14 | 25 | 23 |
| Toyota Yaris Cross Hybrid 1.5 | seit 2021 | 16 | 24 | 20 |
| VW Golf VIII 1.5 TSI | seit 2019 | 12 | 22 | 18 |
| VW Golf VIII Variant 1.5 TSI | seit 2024 | 11 | 20 | 16 |
| VW Polo VI 1.0 | seit 2017 | 13 | 18 | 16 |
| VW Tiguan 1.5 E-TSI | seit 2023 | 11 | 21 | 19 |
Quelle: gdv.de, Stand: Oktober 2025
Kann ich die Typklasse meines Autos ändern oder beeinflussen?
Die Einstufung der Fahrzeuge in die verschiedenen Klassen erfolgt durch den Gesamtverband der Versicherer. Sie selbst können die Typklasse Ihres Autos deshalb nicht direkt beeinflussen. Sie können lediglich durch unfallfreies Fahren indirekt dazu beitragen, dass Ihr Fahrzeugmodell bei der künftigen Bewertung der Schadensbilanz besser eingestuft wird.
Wie kann ich meine Kfz-Versicherungsprämie senken, wenn mein Auto eine hohe Typklasse hat?
Die Typklasse ist nur ein Faktor von vielen bei der Berechnung der Versicherungsbeiträge. Sie können darum womöglich sparen, wenn Sie bei Vertragsschluss etwa auf diese Kriterien achten:
So finden Sie die passende Autoversicherung
Über den externen Autoversicherungsvergleich auf Tarifcheck.de vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich Kfz-Versicherungen zahlreicher Anbieter. Nicht alle Versicherer bewerten die Typklassen gleich. Sie können Ihr deshalb Auto mitunter trotz der Einstufung in höhere Klassen günstig versichern und mit einem Wechsel bis zu 850,00 Euro im Jahr sparen.
FAQ – häufige Fragen zur Typklasse
Die TARIFCHECK24 GmbH ist kein Versicherungsmakler/Versicherungsvermittler. Für die Versicherungsvermittlung arbeiten wir mit externen Partnern wie CHECK24, der Mr-Money Makler-Bund GmbH und anderen namhaften Partnern aus der Branche zusammen. Der Vertragsabschluss erfolgt nicht über Tarifcheck.de. Weitere Informationen finden Sie hier: Datenschutz.
1. Lohnt es sich, beim Autokauf auf eine niedrige Typklasse zu achten?
2. Welche weiteren Faktoren beeinflussen die Kosten meiner Kfz-Versicherung?
3. Was ist besser, eine hohe oder eine niedrige Typklasse?
4. Welche Typklasse ist am günstigsten?
5. Welche Autos haben Typklasse 10?
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