Prämienkalkulation der PKV

Grundprinzip der Prämienkalkulation Die Prämienkalkulation in der privaten Krankenversicherung beruht auf dem so genannten "Äquivalenz-Prinzip", was besagt, das anteilig die gesamten Prämieneinnahmen während der Vertragslaufzeit grundsätzlich den zu erwartenden Leistungen für den Versicherten entsprechen sollen. Daher spricht man auch von der risiko- oder wagnisgerechten Prämie. Da im allgemeinen das Risiko, krank zu werden mit steigendem Alter wächst, die vom Versicherten zu erhebende Prämie jedoch als über die Vertragslaufzeit konstant kalkuliert ist, wird während der Vertragslaufzeit Kapital angespart, um die zu erwartenden höheren Leistungsausgaben im Alter zu decken – daher auch die Bezeichnung "Kapitaldeckungsverfahren". Der Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung beruht hingegen auf dem so genannten "Umlageverfahren"; das bedeutet, das die Aufwendungen für Leistungen auf alle Beitragszahler umgelegt werden. Der Beitrag wird unabhängig vom Alter oder von Vorerkrankungen bis zum Erreichen der Jahresarbeitsentgeltgrenze als Prozentsatz vom Einkommen erhoben.

Trotz der mit zunehmendem Alter höheren Inanspruchnahme ihrer privaten Krankenversicherung entrichten die Versicherten über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg - ausgehend von den ursprünglichen Kalkulationsgrundlagen - eine konstante Monatsprämie. Dass es dennoch zu Beitragsanpassungen kommt, hat vielschichtige Ursachen: Fortschritt in der Medizin mit neuen und verbesserten, aber auch wesentlich teureren Diagnose- und Behandlungsmethoden, gestiegenes Gesundheitsbewusstsein und häufigere Inanspruchnahme kostenintensiver Behandlungen sind neben einer gestiegenen Lebenserwartung Gründe für höhere Versicherungsprämien.

Die vom Versicherungsnehmer entrichtete Monatsprämie setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Zur Deckung der laufenden Versicherungsleistungen (Erstattungen an die Versicherten) wird eine so genannte Risikoprämie kalkuliert, die entsprechend den zu erwartenden Versicherungsleistungen mit dem Älterwerden steigt. Die so genannte Sparprämie hat hingegen eine Ausgleichsfunktion über die gesamte Vertragsdauer hinweg: Beitragsanteile werden in Form der so genannten Alterungs- oder Deckungsrückstellung verzinslich angespart, um etwa ab Mitte vierzig die höheren Leistungsausgaben an die Versicherten zu finanzieren. Die Risikoprämie und die Sparprämie ergeben in der Addition die so genannte Nettoprämie, die als während der gesamten Vertragslaufzeit konstante Prämie kalkuliert wird. Zu Beginn der Vertragslaufzeit ist die Nettoprämie höher als die zunächst benötigte Risikoprämie. Daher können Teile der Prämie (die Differenz zwischen Risiko und Nettoprämie) als Sparprämie der Alterungsrückstellung zugeführt werden. Zur Nettoprämie werden darüber hinaus ein - neuerdings - altersunabhängiger Verwaltungskostenzuschlag (zur Deckung der Abschluss-, Verwaltungs- und Leistungsbearbeitungskosten) sowie ein prozentualer Sicherheitszuschlag (als Puffer für Beitragsanpassungen) erhoben. Die Summe aus Nettoprämie und den Zuschlägen ergibt die Bruttoprämie, die, vermehrt um evt. Risikozuschläge für Vorerkrankungen oder Rabatte (Jahreszahler, Gruppenverträge) als Monatsprämie vom Beitragszahler gezahlt wird.

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