PKV oder GKV? Den Nachwuchs richtig versichern!© sianstock - Fotolia.com
Versicherung

Das Baby krankenversichern, welche Optionen haben Eltern?

PKV versus GKV


Für seine Kinder möchte man nur das Beste. Besonders wichtig ist der richtige Gesundheitsschutz. Was sind Pros und Contra von privaten Krankenversicherungen (PKV) und gesetzlichen Krankenkassen (GKV)? Wann kann man Töchter und Söhne wie absichern? Ab welchem Alter macht eine Krankenzusatzversicherung Sinn? Und wie lange sind Kinder über ihre Eltern versichert? Aufschluss gibt diese Ratgeberreihe.

Wann kann man seine Kinder privat krankenversichern, wann gesetzlich? Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? Wie teuer ist der Gesundheitsschutz? Und wie läuft das Anmeldeverfahren? Wir fragten Versicherungskaufmann Sascha Homann.

Wann kann man sein Baby privat krankenversichern?

Das ist möglich, wenn ein oder beide Elternteile privat krankenversichert sind, kommentiert Homann. Der Antrag für die Mitgliedschaft sollte noch während der Schwangerschaft gestellt werden, spätestens aber zwei Monate nach der Geburt des Kindes. Der Versicherungsschutz sei dann auch rückwirkend gegeben.

In der Regel melden PK-Versicherte den Nachwuchs bei der eigenen PKV an

Es sei üblich, dass Kind bei der PKV anzumelden, bei der ein oder beide Elternteile versichert sind. Die PKV muss dann der Aufnahme des Babys sogar zustimmen, so Homann. Der Versicherungsumfang für das Baby entspricht dem PKV-Tarif der Eltern, so Homann. Voraussetzung ist, dass auch die Eltern oder ein Elternteil mindestens drei Monate bei der PKV versichert waren, bei der auch das Baby versichert werden soll.

Bei Babys wird in der Regel keine Gesundheitsprüfung durchgeführt, erklärt der Fachmann, es gibt allerdings Ausnahmen. Zum Beispiel, wenn man möchte, dass der PKV-Tarif des Nachwuchses mehr Leistungen umfasst, als der eigene: Wenn der Tarif der Mutter kein Einbettzimmer im Krankenhaus beinhaltet, hat auch das Kind im Krankheitsfall keinen Anspruch auf dieses Extra.

Die Versicherungsbedingungen gelten für leibliche Kinder, Stiefkinder und Adoptivkinder.

Wenn man sein Baby bei einer anderen PKV als der eigenen anmelden möchte, wird ebenfalls eine Gesundheitsprüfung fällig: Voraussetzung ist, dass die PKV, die man für sein Kind ausgesucht hat, der Aufnahme zustimmt.

PKV sind auch für Kinder stets kostenpflichtig

Private Krankenversicherungen sind auch für Kinder niemals kostenfrei: Für Kinder ist der Tarif aber günstiger als für Erwachsene, da zum Eintrittszeitpunkt keine gesundheitlichen Vorschäden vorliegen, sagt Homann. Sei mindestens ein Elternteil verbeamtet, dann habe der Nachwuchs ein Anrecht auf Beihilfe, das heißt, dass der Staat bis zu 80 % der jeweiligen Kosten übernehme.

Eine weitere Sonderregel: Wurde das Kind adoptiert, darf die PKV unter Umständen Risikozuschläge verlangen.

GKV-Pflichtversicherung nach dem SGB V

Laut Gesetzesgeber muss jeder in Deutschland gemeldete Mensch eine Krankenversicherung haben.

Das fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V) definiert, wer GKV-pflichtversichert ist. Dazu gehören Auszubildende und Arbeitnehmer, die mehr als 450 Euro monatlich verdienen, deren Jahreseinkommen aber unter der Versicherungspflichtgrenze beziehungsweise Beitragsbemessungsgrenze liegt (§ 5 SGB V). 2018 liegt diese bei 59.400 Euro. Sind die Einnahmen höher, steht es einem frei, in eine PKV zu wechseln.

Minderjährige Kinder müssen keine GKV-Mitgliedsbeiträge zahlen, wenn beide Eltern GKV-versichert sind. Eine Ausnahme: Das minderjährige Kind hat nennenswerte eigene Verdienste (mehr dazu in § 10 SGB V).

Ist nur ein Elternteil PKV-Mitglied, ist die GKV eine Alternative

Ist die Mutter oder der Vater in der GKV, können Eltern für ihr Baby entweder eine private oder eine gesetzliche Krankenversicherung wählen, kommentiert der Experte, abhängig von deren Verdienst ist die GKV kostenpflichtig oder kostenlos.

Kostenpflichtig sei die gesetzliche Krankenkasse, wenn der privat krankenversicherte Elternteil mehr verdiene als der gesetzlich versicherte und außerdem über der Beitragsbemessungsgrenze liege: Man versteht darunter die Höhe des Jahresbruttoeinkommens, ab der man der privaten Krankenversicherung beitreten kann und nicht mehr in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert ist. Im Jahr 2018 liegt diese Beitragsbemessungsgrenze bei 59.400 Euro. Das gelte allerdings nur, wenn die Eltern miteinander verheiratet sind, andernfalls sei die GKV unter diesen Voraussetzungen kostenfrei.

Sind beide Eltern gesetzlich krankenversichert, wird das Kind umsonst mitversichert

Wenn beide Eltern gesetzlich krankenversichert sind, ist der Nachwuchs ab der Geburt automatisch pflichtversichertes GKV-Mitglied bei der eigenen Kasse, sagt der Versicherungskaufmann. Bei der PKV anmelden könne man sein Baby dann nicht.

Die Krankenkassenmitgliedschaft sei für das minderjährige Kind im Rahmen dieser Familienversicherung beitragsfrei beziehungsweise kostenlos. Das sei auch dann der Fall, wenn arbeitslose oder geringfügig beschäftigte Elternteile im Rahmen der Familienversicherung keine GKV-Beiträge zahlen.

Die Krankenversicherung der Eltern bestimmt die Krankenversicherung der Kinder

Gesundheitsschutz der Eltern PKV für das Kind GKV für das Kind
Beide Eltern sind in der GKV nicht möglich kostenfrei
Beide Eltern sind in der PKV kostenpflichtig nicht möglich
PKV-versicherter Elternteil verdient weniger als GK-versicherter Elternteil kostenpflichtig kostenfrei
Eltern sind miteinander verheiratet und das Bruttojahreseinkommen des PK-versicherten Elternteils liegt über der Beitragsbemessungsgrenze und dem des GK-versicherten Elternteils kostenpflichtig kostenpflichtig
Eltern sind nicht miteinander verheiratet und das Bruttojahreseinkommen des PK-versicherten Elternteils liegt über der Beitragsbemessungsgrenze und dem des GK-versicherten Elternteils kostenpflichtig kostenfrei