Menü überspringen Zu den Einstellungen

Wie funktioniert ein Tagesgeldkonto?

Funktion

Tagesgeldkonto: Wichtig zu wissen

  • Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Sparkonto, das jederzeit flexible Überweisungen von und zum Referenzkonto erlaubt und meist zusätzlich zum unverzinsten Girokonto eröffnet wird.
  • Der Ertrag fällt je nach Angebot geringer aus als bei anderen Anlagen wie Aktien, Fonds oder Festgeld, liegt aber mitunter über dem eines Sparbuchs.
  • Das Guthaben auf Tagesgeldkonten ist im Regelfall durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.
  • Die Zinshöhe unterscheidet sich je nach Bank und sollte idealerweise über der Inflationsrate liegen.

Was ist ein Tagesgeldkonto?

Ein Tagesgeldkonto ist ein meist kostenloses Sparkonto zur flexiblen Geldanlage. Sie können Ihr Geld verzinst und jederzeit verfügbar anlegen. Anders als beim Festgeld mit fest vereinbarter Laufzeit können Sie auf Ihr Tagesgeld also zu jedem beliebigen Zeitpunkt zugreifen – etwa, wenn Sie es für kurzfristige Ausgaben benötigen.

Anders als Girokonten eignen sich Tagesgeldkonten zumeist nicht für den täglichen Zahlungsverkehr. Sie erhalten keine Bankkarte zum Bezahlen oder Geldabheben und auch Lastschriftzahlungen oder Abbuchungen der laufenden Kosten sind mit Tagesgeld nicht möglich. Um das Guthaben Ihres Tagesgeldkontos für Ausgaben zu nutzen, müssen Sie es also zunächst auf Ihr Referenzkonto überweisen. Bei dem Referenzkonto handelt es sich meist um ein Girokonto.

Die Vorteile von Tagesgeldkonten

Ob ein Tagesgeldkonto Vorteile bringt, hängt vom Einzelfall ab. Für gewöhnlich gehören diese Kriterien dazu:

  • Kontoführung und Mindesteinlage: Tagesgeldkonten sind häufig ohne Kontoführungsgebühr erhältlich. Sie verursachen also meist keine Kosten. Zudem verzichten die Banken für gewöhnlich auf eine Mindesteinlage – auch kleine Beträge werden verzinst.
  • Zinsen: Anders als beim Girokonto gewähren die Banken Zinsen auf das Tagesgeld. Diese fallen in der Regel geringer aus als bei Festgeld oder ETF-Anlagen, steigen jedoch seit der Zinsanhebung der EZB zum 16. September 2026. Seitdem beträgt der Einlagesatz 2,5 Prozent (vorher 2,25 Prozent).
  • Verfügbarkeit: Anders als Festgeld ist Tagesgeld jederzeit verfügbar, etwa um unerwartete Ausgaben zu decken.
  • Einlagensicherung: Zumeist ist Tagesgeld durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Bank und Kundin oder Kunde geschützt.

Mögliche Nachteile von Tagesgeld

Neben den Vorteilen hat Tagesgeld auch Nachteile, die in der Regel die Zinsen betreffen. Verglichen mit anderen Geldanlagen ist der Zinssatz beim Tagesgeld eher gering. Auch die maximale Einlagenhöhe kann begrenzt sein.

Zudem schützt Tagesgeld nicht vor Inflation: Die Inflation kann die Kaufkraft schmälern, wenn sie den Tagesgeldzins übersteigt.


Wovon hängt die Höhe der Tagesgeldzinsen ab?

Der Zinssatz auf das Tagesgeld wird in Prozent pro Jahr, also als Jahreszins, angegeben. Die Zinsen werden täglich auf das aktuelle Guthaben des Tagesgeldkontos berechnet und für gewöhnlich monatlich, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich gutgeschrieben.

Je häufiger die Zinsen gutgeschrieben werden, desto stärker profitieren Sie vom Zinseszinseffekt. Wie hoch der Zinssatz tatsächlich ausfällt, hängt vom Anbieter des Tagesgeldkontos ab. Zudem hat der Einlagesatz der EZB Einfluss auf die Zinsentwicklung beim Tagesgeld.

Tagesgeldzinsen sind variabel: Die Bank orientiert sich an der Entwicklung der Zinsen am Geldmarkt und kann den Zinssatz jederzeit anpassen. Einige Banken gewähren dabei für einen kurzen Zeitraum einen höheren Zins als andere Anbieter, bieten mittel- bis langfristig aber mitunter einen geringeren Zinssatz an.

Die aktuellen Konditionen einzelner Banken zeigt ein Tagesgeld-Vergleich.


Wie eröffne ich ein Tagesgeldkonto?

Die Eröffnung eines Tagesgeldkontos erfolgt in drei einfachen Schritten:

  1. Tagesgeld vergleichen: Auf Tarifcheck.de erhalten Sie kostenlos einen transparenten Überblick über die Konditionen verschiedener Anbieter.
  2. Tagesgeldkonto eröffnen: Haben Sie ein passendes Konto gefunden, können Sie die Kontoeröffnung einfach online beantragen. Die dafür erforderliche Identifikationsprüfung erfolgt für gewöhnlich vollständig digital.
  3. Einzahlen und sparen: Nach der Kontoeröffnung können Sie direkt Geld auf Ihrem Tagesgeldkonto anlegen und vom Zins profitieren.

Wie sicher ist Tagesgeld?

Tagesgeld zählt zu den sicheren Geldanlagen. Anders als etwa bei Anlagen in Aktien müssen Sie keine Verluste durch fallende Börsenkurse befürchten. Zudem gilt innerhalb der Europäischen Union die gesetzliche Einlagensicherung – auch für Tagesgeld. Sie schützt Ihr Vermögen im Falle einer Bankenpleite bis zu einer Höhe von 100.000 Euro. Bei Gemeinschaftskonten steigt der Schutz auf 200.000 Euro. Ist die Bank insolvent, erhalten Sie Ihr Geld bis zu dieser Höhe aus einem Entschädigungsfonds zurück.

Reicht der Entschädigungsfonds nicht aus, um im Insolvenzfall alle Bankkundinnen und Bankkunden zu entschädigen, kann der Staat, in dem die Bank ansässig ist, finanzielle Hilfestellung bieten. Dazu ist eine hohe Bonität des jeweiligen Staates erforderlich. Achten Sie deshalb bei der Wahl des Tagesgeldkontos auch auf den Sitz des Geldinstituts. Als sicher gelten beispielsweise die Einlagensicherungen in Deutschland, Österreich oder den skandinavischen Ländern, einschließlich des Nicht-EU-Staates Norwegen.

Möchten Sie größere Summen anlegen, kann es zudem ratsam sein, das Geld auf mehrere Tagesgeldkonten zu verteilen, denn die Einlagensicherung gilt je Bank. Verteilen Sie als Einzelperson beispielsweise 150.000 Euro zu je 75.000 Euro auf Konten bei zwei verschiedenen Banken, gilt die Einlagensicherung für jedes der beiden Bankkonten. So ist Ihr gesamtes Vermögen geschützt.

Legen Sie die 150.000 Euro hingegen nur auf einem Tagesgeldkonto an, riskieren Sie im Falle einer Bankeninsolvenz den Verlust von 50.000 Euro. Einige Banken bieten jedoch Sicherungspakete an, die weit über die gesetzliche Einlagensicherung hinausgehen und Ihr Vermögen etwa bis zu einer Summe von 500.000 Euro absichern.


Muss ich Tagesgeld versteuern?

Zinsen auf einem Tagesgeldkonto zählen zu den Kapitalerträgen und sind grundsätzlich steuerpflichtig. Ob Sie tatsächlich Steuern zahlen müssen, hängt allerdings davon ab, wie hoch Ihre gesamten Kapitalerträge innerhalb eines Jahres ausfallen.

  • Für steuerpflichtige Kapitalerträge gilt eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent.
  • Zusätzlich erhebt der Staat einen Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungssteuer.
  • Ohne Kirchensteuer ergibt sich daraus eine Gesamtbelastung von 26,375 Prozent.
  • Sind Sie kirchensteuerpflichtig, kommt außerdem Kirchensteuer hinzu.
  • Diese beträgt in Bayern und Baden-Württemberg acht Prozent, in den übrigen Bundesländern neun Prozent.

Stand: 2026

Bei inländischen Banken werden anfallende Steuern auf Kapitalerträge in der Regel automatisch einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Eine Steuererklärung ist allein aufgrund der Tagesgeldzinsen normalerweise nicht erforderlich.


FAQ – häufige Fragen zum Tagesgeldkonto

Finanzexperte Karol Affeldt

Karol ist seit 2018 Teil des Tarifcheck.de-Teams. Egal ob Kreditkarten, Konten oder Kredite: Karol ist der passende Ansprechpartner sowie Profi der Finanzplanung und Budgetanalyse. Mehr über unser Team.

Karol Affeldt