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Schimmel in der Wohnung – Tipps und Infos

Schimmel vermeiden

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Schimmel im Haushalt gefährdet die Gesundheit. Aber was kann man tun, um dem Pilz Einhalt zu gebieten? Gibt es unterschiedliche Arten von Schimmel? Und wer haftet für die Schäden?


Wie entsteht Schimmel?

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind die Hauptursachen für Schimmel Feuchtigkeit, Kondenswasser, falsches Lüften der Räume oder auch bauliche Mängel und mangelnde Instandhaltung von Gebäuden.

Schimmelbefall in der Wohnung oder im Haus kann also zumindestens in manchen Fällen verhindert werden. Weiter unter erklären wir Ihnen, welche Maßnahmen helfen.


Welche Arten von Schimmel gibt es?

Nach Informationen des Umweltbundesamts (UBA, www.umweltbundesamt.de) ist die Bezeichnung Schimmelpilz nur ein Oberbegriff für zahlreiche Pilze. In der Anfangsphase bilden die Pilze farblose Zellfäden oder Hyphen, die mit bloßem Auge noch nicht erkennbar sind. Erst durch die Produktion vieler Sporen wird Schimmel sichtbar.


Ist Schimmel immer gesundheitsschädigend?

Laut UBA sind Schimmelpilze natürlicher Teil der Umwelt. Erst ab einer bestimmten Konzentration sind sie schädlich. Zu einer derartigen Konzentration kommt es, wenn in Wohnräumen längerfristig eine gewisse Mindestfeuchtigkeit vorhanden ist. In diesem Zusammenhang ist auch der ph-Wert relevant: eine besonders saure, beziehungsweise basische Umgebung mindert den Wachstum von Schimmel.

Die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Schimmelpilzen im Haushalt und am Arbeitsplatz sind dabei wissenschaftlich nachgewiesen. Sie können laut der World Health Organization (WHO, www.who.int) diverse Atemwegserkrankungen hervorrufen. Risikokandidaten sind Kinder, Senioren, Menschen mit Asthma, mit Allergien, Immunschwächen und anderen Atemwegserkrankungen.

Laut Umweltbundesamt kann Schimmel zudem allergische Reaktionen, Kopfschmerzen, Bindehautreizungen und/oder Müdigkeit hervorrufen. Allerdings könne man nicht eindeutig bestimmen, ab welchen Schimmelkonzentrationen welche Gesundheitsbeeinträchtigungen genau auftreten.

Vermutet man, dass eigene Krankheiten mit Schimmelvorkommen zuhause oder am Arbeitsplatz zusammenhängen, rät das Umweltbundesamt zur Konsultation von Hausarzt, umweltmedizinischen Zentren und/oder Landes-Ärztekammer.


Auf welchen Materialien wächst Schimmel?

Schimmelpilze können beinahe überall wuchern. Nährstoffe findet Schimmel in der Wohnung oder dem Haus beispielsweise auf Zement, Beton, Holz, Papier, Pappe, Gips, Leder, Teppichen oder Tapeten – aber auch auf Kunststoffen, Gummi, Silikon, Kleister, Kleber, Farben oder Lacken. Selbst auf Material wie Glas, das selbst keine Nährstoffe birgt, kann sich Schimmel bilden.

Die Voraussetzung: In der Luft vorhandene, organische Partikel und Staub müssen sich auf das Glas gesetzt haben. Mit anderen Worten: Aus Dreck kann Schimmel werden. Abhängig von Materialfeuchte und Luftfeuchtigkeit wachsen einzelne Schimmelpilzarten auf den verschiedenen Materialien unterschiedlich schnell.


Die Wohnung riecht muffig, aber man sieht keinen Schimmel. Woran kann das liegen?

Schimmel ist nicht sofort sichtbar. Manchmal liegt der Nährboden für Schimmelpilze auch an Orten, die schwer einsehbar sind. Bei lecken Wasser- und Abwasserrohren bildet sich Schimmel in der Wohnung beispielsweise erst in der Wand, bevor er sie durchbricht sichtbar wird. Auch in Hohlräumen hinter Wänden, in den Tiefen von Schränken oder unter Möbeln kann sich Schimmel bilden.

Das gilt insbesondere dann, wenn der Hausrat an einer Außenwand steht, die nicht optimal wärmegedämmt ist, bauliche Mängel hat oder möglicherweise Risse aufweist. In einigen Mietverträgen ist deshalb auch festgelegt, dass Möbel mindestens zehn Zentimeter Abstand zur Wand haben sollten.


Kann man messen, wie schädlich der Schimmelbefall im Haushalt ist?

Ja, es gibt unterschiedlichste Verfahren zur Messung von Luftfeuchtigkeit und Schimmel in in der Wohnung, beziehungsweise in der Luft, in Räumen und auf Oberflächen. Man kann die Konzentration von Schimmel messen und dadurch etwaige gesundheitliche Risiken besser einschätzen. Durch derartige Tests kann man auch herausfinden, welche Maßnahmen zur Schimmelentfernung nötig sind, ob der Schimmel beispielsweise auch im Mauerwerk sitzt oder nur ein Oberflächenproblem ist.

Es gibt diverse im Handel verfügbare Schnelltests, die allerdings nicht immer zuverlässig sind und oft nur eine Momentaufnahme ermöglichen. Auch können bei der Testdurchführung durch Laien Fehler unterlaufen. Besonders aussagekräftig sind kostenpflichtige Gutachten von Expertinnen und Experten. Im Zweifelsfall lohnt es sich, einen Kostenvoranschlag einzuholen.


Wie kann man Schimmel entfernen?

Welche Maßnahmen bei Schimmel in der Wohnung zu treffen sind, hängt vom Ausmaß des Schimmelbefalls ab. Ist man selbst mit der Situation überfordert oder unsicher, sollte man sich zeitnah an einen Fachmann wenden.

Der betroffene Hausrat sollte entsorgt werden,so etwa Kleidung, Teppiche und Polstermöbel. Bei Gegenständen aus Stein, Plastik oder Metall reicht in der Regel eine ausgiebige Reinigung.

Enfernt man den Schimmel in der Wohnung oder dem Haus selber, sollte man unbedingt Einwegarbeitshandschuhe anziehen und eine Atemschutzmaske tragen, um unnötigen Kontakt zu vermeiden. Ein Tipp: Desinfektionsmittel ab 70 Prozent Alkoholgehalt töten Schimmel auf Oberflächen ab.

Unter Umständen muss auch die Bausubstanz ausgetauscht werden. Reinigt man beispielsweise befallende Wände von Schimmel und streicht oder tapeziert anschließend, ist das Schimmelproblem damit meist nicht behoben, da sich in den Wänden weiterhin Feuchtigkeit befindet.

Richtiges Lüften beugt Schimmel vor.
Durch richtiges Lüften kann man das Schimmelrisiko mindern. Statt Fenster und Balkontüren auf Kipp zu stellen, sollte man sie zum Stoßlüften ganz öffnen.

Gibt es Beratungsstellen für Schimmel?

Das Umweltbundesamt rät, sich bei Schimmel in der Mietwohung oder der Wohnimmobilie an die Verbraucherzentralen, umweltmedizinische Beratungsstellen und/oder das Netzwerk Schimmelpilzberatung zu wenden. Auch der Bundesverband Schimmelpilzsanierung e. V. gibt telefonisch kostenlos Hilfestellung zum Thema Schimmel. Man findet dort Informationen zu kundigem Fachpersonal, Beraterinnen und Beratern oder Schlichtern und Schlichterinnen im Falle bautechnischer Konflikte.


Muss man für die Schimmelentfernung immer Fachkräfte beauftragen?

Das ist fallabhängig. Ist man sich nicht sicher, wie groß das Schimmelausmaß daheim ist, sollte man sich in jedem Fall vom Fachkräften über die Optionen beraten lassen. Eine Anfrage zum Schimmel in der Wohnung ist je nach Anlaufstelle oftmals kostenfrei (per Telefon oder E-Mail).


Hat man bei Schimmelbefall Anspruch auf Mietminderung?

Laut mietrechtslexikon.de gibt es dazu eine Reihe von Gerichtsverfahren zwischen Mieter und Vermieter. In manchen Fällen haben Mieter und Mieterinnen ein Anrecht auf Mietminderung und die Entfernung des Schimmels. In anderen Fällen wird der vermietenden Partei Recht gegeben und sie wird nicht für den Schimmel in der Mietwohnung verantwortlich gemacht.

Fall 1: Vermieter ist für Schimmel in der Mietwohnung verantwortlich

Es besteht Anspruch auf eine Mietminderung und zwar solange, bis der Schimmel auf Vermieterkosten entfernt worden ist. Eine Voraussetzung ist, dass man als Mieterin oder Mieter nachweisen kann, dass der Schimmel nicht als Folge von falschem Heizen und Lüften entstanden ist – also nicht die eigene Schuld ist.

Die Prozentsatz der Mietminderung hängt dabei je nach Einzelfall von dem Ausmaß des Schimmels in der Mietwohnung ab und davon, in wie vielen Zimmern und Räumen er wuchert.

Fall 2: Mieter ist für Schimmel in der Mietwohnung verantwortlich

In einigen Streitfällen liegt das Recht auch beim Vermieter oder der Vermieterin: Sofern der Schimmel in der Mietwohnung auf falsches Wohnverhalten zurückzuführen ist, sind die Mieterin oder der Mieter dazu verpflichtet, die Kosten für die Beseitigung des Schimmels zu übernehmen.


Welche Versicherung zahlt für Schimmelschäden?

Versicherungen kommen nur in seltenen Fällen für Schimmelschäden auf, denn der Ursprung beziehungsweise der oder die Verantwortliche für den Schimmel muss vorab zweifelsfrei ermittelt werden. Es gibt jedoch durchaus Fälle, in denen eine Versicherung die Kosten übernehmen. Je nach Ursache des Schimmels ist dabei ein andere Art von Versicherer zuständig.

Handelt es sich nachweislich um bauliche Fehler, kann unter Umständen die Betriebshaftpflichtversicherung des Bauherren zur Kasse gebeten werden.

Entstand der Schimmel als Folgeschaden von Hochwasser- oder Leitungswasserschäden und wurde erst später sichtbar, sind mit den richtigen Zusatzbausteinen möglicherweise die Hausratversicherung und die Wohngebäudeversicherung zuständig.

Hat man als Mieter oder Mieterin, als Vermieter oder Vermieterin, als Eigentümer beziehungsweise Eigentümerin mit Schimmelbefall in Immobilien zu kämpfen, kann eine Rechtschutzversicherung dabei helfen, eigene Interessen durchzusetzen. Oft zahlt die Rechtsschutzversicherung dabei auch für Fachgutachten zum Schimmel in der Mietwohnung.


Wie beugt man Schimmel vor?

Raumtemperatur sowie richtiges Heizen und Lüften sind das A und O zur Vermeidung von Schimmel in der Wohnung oder der Immobilie: In dem man durch regelmäßiges Lüften im wahrsten Sinne des Wortes für frische Luft sorgt, umgeht man die Konzentration von Schimmelsporen und die Bildung von Feuchtigkeit.

Laut Umweltbundesamt ist es besser, die Fenster mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten ganz zu öffnen, als länger auf Kipp zu stellen. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Insbesondere im Winter kann man durch den Austausch von warmer mit kalter Luft die Luftfeuchtigkeit und Schimmelgefahr also wesentlich mindern.

Kondenswasser in Küche und Bad: Zur kalten Jahreszeit bildet sich an Fensterscheiben und Fensterkitt oft Kondenswasser. Dieses wischt man im Idealfall direkt trocken. Auch nach dem Kochen, Duschen oder Waschen sollte man Stoßlüften und bei Bedarf zusätzlich wischen, um feuchte Luft so zu vermeiden. Badehandtücher und Badezimmerkacheln enthalten selbst nach dem Lüften noch Feuchtigkeit, deshalb sollte man die Türen zu anderen beheizten Räumen offenhalten.

Schlafzimmer: Da man beim Schlafen Wasserdampf abgibt, sollte auch das Schlafzimmer gut gelüftet werden, um der Bildung von Kondenswasser vorzubeugen. Kann man aufgrund einer Reise längere Zeit nicht lüften, sollte man die Innentüren zu verschiedenen Räumen offen lassen, um eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Feuchtigkeit zu ermöglichen.

Klimaanlagen: Selbst wer eine Klimaanlage hat, sollte nicht auf das Öffnen der Fenster verzichten, da die Qualität der Luft aus der Klimaanlage nicht unbedingt die gleiche Qualität wie normale Außenluft hat. Wichtig ist zudem die regelmäßige Reinigung der Belüftungsanlage.

Luftentfeuchter helfen bei der Prävention und Nachsorge: Kleine und große strombetriebene Geräte gegen Schimmel in der Wohnung erhält man im Baumarkt. Stromlose Alternativen binden Feuchtigkeit zum Beispiel in Kristallen und finden oft auch in Wohnwagen Anwendung. Bei beiden Varianten wird das Wasser in einem integrierten Becken gesammelt und muss entsorgt werden.