August 2015: Einfach Social startet innovatives Projekt

TARIFCHECK24-Sponsoring
von Kristina Vogt 14.08.2015

In einem beispiellosen Projekt der preisgekrönten Initiative Einfach Social können 5.000 Bedürftige ab morgen die sogenannte "Einfach Social Card" nutzen. Damit gibt es bis Ende 2016 Rabatte in Lebensmittelläden, Bekleidungsgeschäften oder beim Friseur, in Museen und bei Sportveranstaltungen. Tarifcheck24 ist als Sponsor von Einfach Social mit dabei.

"Unser Ziel ist es, den Menschen ihre Selbstachtung wieder zu geben. Auch wenn man nicht viel besitzt, ist man etwas wert", kommentiert Einfach Social-Gründer Rudi Klumpp (mittig im Foto). Einfach Social verzichte deswegen bewusst auf Spenden aus zweiter Hand. Durch verschiedenste Aktionen wolle man die Menschen ermutigen, sich selbst zu helfen und sie an Freizeitangeboten und der Gesellschaft teilhaben lassen.


Viele Geschäftsinhaber sehen das offensichtlich ähnlich. Mehr als 30 Unternehmen bieten Menschen, die an oder unter der Armutsgrenze leben, ab morgen bei jedem Einkauf Rabatt an.

"Darunter sind Bäcker, Metzger und Kioske, Gaststätten und Imbisse, Drogerien und Friseure, Bekleidungsgeschäfte und Sportläden. Meist beträgt der Rabatt zwischen 20 % und 30 %, manchmal sogar 50 % – wie beispielsweise bei einem Dönerladen. In Museen gibt es freien oder vergünstigten Eintritt", erklärt Klumpp, in naher Zukunft sollen noch weitere Geschäfte hinzukommen.

Jede Einfach Social Card kann nur vom Karteninhaber selbst genutzt werden. Und zwar unbegrenzt so oft Bedarf besteht. Gültigkeit besteht bis zum 31. Dezember 2016.

5.000 "Einfach Social Cards" zu verschenken

260 Einfach Social Cards wurden bereits im Vorfeld ausgeteilt, alle anderen sind noch zu verschenken. Erhältlich sind sie bei der Initiative selbst, sowie bei den Bürgermeisterämtern von Adelsheim und Heilbronn. Berechtigung haben Menschen, die ALG II, Hartz IV oder Sozialhilfe beziehen, auf Grundversorgung angewiesen sind, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten oder einer entsprechenden Bedarfsgemeinschaft angehören.

Sponsoring© Einfach Social

Die teilnehmenden Geschäfte und Unternehmen sind in Frankfurt, Heilbronn und Adelsheim situiert, denn aus dieser Gegend stammen auch viele Ehrenamtliche von Einfach Social. Alleine Heilbronn beherbergt dabei nach Informationen von Klumpp etwa 5.000 Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.

Zwar ist das innovative Karten-Projekt noch klein, erhielt aber schon sehr viel positive Resonanz. Schließlich hat es etwas Ähnliches in dieser Form noch nicht gegeben. Laut Klumpp reichten die CDU-Bundestagsabgeordneten Alois Gerig und Dr. Stefan Kaufmann Grußwörter ein, und zahlreiche Medien bekundeten ihr Interesse.

Kleine Initiative mit großem Nachhall

Es ist nicht das erste Mal, dass Einfach Social Schlagzeilen macht: In regelmäßigen Abständen liest man in der Lokalpresse von Aktionen zugunsten von Menschen mit wenig Einkommen, so beispielsweise über die Verteilung von Lesebrillen an bedürftige Rentner, über die Organisation von Kurzreisen für Familien unterhalb der Armutsgrenze oder die Ausstattung von Asylbewerbern mit Sportbekleidung zur Integration in den lokalen Fußballverein.

Für das vielseitige Engagement wurde der Initiative letzten Herbst von der SPD-Politikerin Dr. Dorothee Schlegel der EvA-Ehrenamtspreis überreicht. Auch viele Politiker bedankten sich bei Einfach Social für ihr Engagement, so etwa der Präsident des EU-Parlaments Martin Schulz, Bundeskanzlerin Angela Merkel oder der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer.

Sich durch eigene Kraft aus Notlagen befreien

Ganz bewusst ist Einfach Social dabei kein Verein, "so vermeiden wir Verwaltungskosten. Alle Spenden gehen direkt an die, die es brauchen. Niemand muss Mitgliedsbeiträge zahlen, sondern tut ehrenamtlich genau das, was er kann und möchte", erklärt Klumpp.

Viele der Ehrenamtlichen hätten sich selber aus verschiedensten Notlagen befreit, so Klumpp, "man darf nie aufgeben. Auch wenn man selber nicht viel hat, kann man für andere da sein!"

Die Mitglieder stammen aus verschiedensten Kontinenten, Ländern und Kulturkreisen, haben unterschiedliche Religionen – und verstehen sich großartig. Schließlich ziehen alle am gleichen Strang, können eigene Ideen umsetzen und haben gleiches Mitspracherecht.

Sponsoring© Einfach Social

Ein Konzept, das aufgeht: Auch in Köln, Frankfurt und München gibt es mittlerweile Einfach Social-Gruppen, die ähnlich strukturiert sind und mit dem Team aus dem Raum Stuttgart in regem Austausch stehen. Auch in Hamburg ist derzeit eine Gruppe in Planung.

Zuversichtlich, aber auf dem Boden der Tatsachen

"Wir hoffen, dass das Einfach Social Card-Projekt gut anläuft. Entsprechend vorheriger Anfragen gehen wir davon aus, dass die Karten schnell verteilt sind", so Klumpp, der mit seinem Team mehr als vier Monate ehrenamtlich an der Realisierung dieses Projekts arbeitete – zusätzlich zu beruflicher Tätigkeit und zahlreichen anderen Sommeraktionen.

"Wir hoffen natürlich, dass das Projekt von Karteninhabern und Geschäften langfristig positiv bewertet werden wird und auch anderorts eine Option werden könnte", kommentiert Klumpp, "wir haben uns in kurzer Zeit stark vergrößert – auch durch unsere Sponsoren. Darüber freuen wir uns sehr. Wir müssen aber aufpassen, dass wir uns nicht verkalkulieren, realistisch bleiben und das in Angriff nehmen, was machbar ist."