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Wofür geben die Menschen in Deutschland ihr Geld aus?

Lebensart von Kristina Vogt 17.03.2017

Wohnen, leben, arbeiten – wieviel Geld steht den Menschen in Deutschland im Durchschnitt zur Verfügung? Und was machen sie damit? Auskunft gibt das 'Statistische Jahrbuch 2016'.

Durchschnittseinkommen versus Armutsgefährdung

Laut der Datenerhebung des Statistischen Bundesamts (destatis) geht es den Leuten hierzulande gar nicht so schlecht – im Durchschnitt zumindest. Den privaten Haushalten standen 2014 im Schnitt monatlich 3.208 Euro Einkommen zur Verfügung, nachdem alle Steuern und Abgaben bezahlt worden waren. Natürlich variiert dieses Netto-Gehalt auch mit der Haushaltsgröße. Standen Einpersonenhaushalten 2014 etwas unter 2.000 Euro zur Verfügung, erhielten Vierpersonenhaushalte knapp 5.000 Euro.

Jeder sechste Mensch war allerdings auch von Armut bedroht. Die dafür definierte Grenze lag zu diesem Zeitpunkt bei einem Jahreseinkommen von 11.840 Euro. Knapp ein Drittel (32,9 %) hatte keine Mittel, um außerplanmäßige Ausgaben zu finanzieren, bei den Alleinerziehenden lag dieser Anteil sogar bei 65,9%.

Bei denjenigen, die 2014 Schulden hatten oder sich dazu beraten ließen, war die Hauptursache mit 20 % Arbeitslosigkeit.

So gut kamen die Menschen 2014 mit ihren Einnahmen zurecht (Quelle: Statistisches Jahrbuch 2016):

  • Sehr gut: 10,1 %
  • Gut: 29,7 %
  • Relativ gut: 40,5 %
  • Relativ schlecht: 11,4 %
  • Schlecht: 5,6 %
  • Sehr schlecht: 2,8 %

Etwa 1.000 Euro für Miete, Möbel & Strom

Das meiste Geld wird hierzulande fürs Wohnen ausgegeben (Stand 2014). Im Schnitt 856 Euro zahlen die Menschen für monatlichen Miete, Wohnen, Instandhaltung, Strom & Co. Insbesondere in diesem Bereich gibt es allerdings große regionale Schwankungen entsprechend der Immobilien- und Baupreise an verschiedenen Standorten.

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Die Verzinsung von Baufinanzierungen werden nicht zu den 856 Euro Wohnkosten gerechnet. Im Schnitt fallen dafür monatlich 72 Euro an. Auch Hausrat wie Möbel, Küchengeräte, Waschmaschinen oder notwendige Haushaltsartikel wie Putzmittel zählen extra und werden mit 132 Euro veranschlagt.

Zwei Drittel des Einkommens werden für "private Konsumausgaben" verwendet

Zwei Drittel des Einkommens wird für "private Konsumausgaben" verwendet. Der Begriff ist jedoch irreführend, denn dazu zählen nicht nur Ausgaben für Hobbys oder Reisen, sondern auch die Kosten fürs Wohnen und eine ganze Reihe weitere notwendiger Dinge: Nahrung etwa. Der monatliche Betrag dafür liegt bei 326 Euro, 41 Euro davon werden allerdings für alkoholische Getränke und Tabakwaren veranschlagt.

Nicht zu den Konsumausgaben gehören beispielsweise Geldspenden (monatlich 10 Euro), verschiedene private Versicherungsbeiträge (monatlich 110 Euro) wie für Kfz-Versicherungen sowie die Tilgung und Verzinsung jeglicher Kredite.

Die schönen Dinge des Lebens

Relativ viel Geld geben die Menschen hierzulande aber auch für das Freizeitleben aus. Insgesamt 248 Euro monatlich werden für Dinge wie Freizeitequipment, elektronische Spielgeräte oder Hobbys genutzt. Im Schnitt werden dabei auch 65 Euro für Pauschalreisen verwendet. Im Schnitt geben sie pro Monat zusätzlich zu den Freizeitausgaben 91 Euro für auswärtiges Essen und Trinken sowie weitere 39 Euro für Übernachtungen in Hotels oder anderen Unterkünften aus.

Konsumausgaben eines durchschnittlichen Privathaushalts (Stand 2014, Quelle: Statistisches Jahrbuch 2016):

  • Wohnen, Nebenkosten, Instandhaltung: 856 Euro
  • Wohnungsausstattung & Haushaltsgeräte: 132 Euro
  • Post & Telekommunikation: 61 Euro
  • Kfz und Verkehr: 325 Euro
  • Gesundheit: 92 Euro
  • Essen und Getränke: 285 Euro
  • Kleidung und Schuhe: 107 Euro
  • Freizeit, Kultur, Unterhaltung: 248 Euro
  • Bildung: 17 Euro
  • Gaststätten & Übernachtung: 129 Euro
  • Alkohol & Tabak: 41 Euro
  • Sonstiges: 82 Euro

Überraschungen bei der Ausstattung der Haushalte

Über die Ausstattung der einzelnen Haushalte macht das Statistische Jahrbuch ebenfalls Angaben (Stand 1.1.2015). Das am meisten verbreitete Gut ist demnach der Kühlschrank. Er ist in 99,9 % aller Haushalte zu finden. Einer von 1.000 Haushalten hat also kein solches Gerät. Auf Platz 2 liegt der Fernseher, er ist in 97,9 % aller Haushalte vorhanden, ein derartiger Besitz ist damit weiter verbreitet als der einer Waschmaschine (Platz 3, 93,9 %). Einen Pkw haben 77,4 % aller privaten Haushalte. Über einen Internetanschluss verfügen 88,2 %.