Den Bulli vor Diebstahl schützen© attiarndt - Fotolia.com

VW-Bus: 8 Diebstahlschutz-Möglichkeiten für den Bulli

KFZ

Bullis sind inzwischen Kult-Autos. Das ruft leider auch Diebe auf den Plan. Viele VW-Bus-Besitzer schützen ihr Fahrzeug deshalb mit verschiedensten Vorrichtungen. Daniel Staender vom VW-Bus-Stammtisch Hamburg erklärt, welche Möglichkeiten es gibt.

Viele Autodiebe sind Profis. Die kannst Du mit Schutzvorrichtungen nur bedingt abschrecken, kommentiert Daniel, aber es gibt auch immer mehr Leute, die Bullis klauen, um damit rumzufahren und sie dann irgendwo wieder abzustellen. Mit etwas Glück bekomme man das Fahrzeug dann nur geringfügig beschädigt wieder: Noch vor vier Jahren waren geklaute VW-Busse meist für immer verschwunden.

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Zur Diebstahlprävention sei eine Kombination mehrerer Vorrichtungen sinnvoll, damit machst Du es professionellen Banden und Hehlern schwerer. Wenn Du Glück hast, ist ihnen der Diebstahl dann zu aufwendig.

Diebstahlschutz für den Bulli© Tarifcheck.de
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1 Mechanik: Pedalfesseln, Lenkradsperren & Co.

Eine Möglichkeit sind beispielsweise Lenkradsperren oder Pedalfesseln, kommentiert Daniel, sie alle haben verschiedene Vor- und Nachteile.

  • Pedalfesseln (ab 70 Euro) kann man schnell (ab-)montieren, sie sind von außen nicht sofort sichtbar.
  • Lenkradsperren (ab 70 Euro) sind auch mit Alarmanlagen erhältlich. Der Nachteil: Wird der Lenkradkranz durchsägt, ist die Kralle ab, der Bus aber fahrbar. Eine Variante ist ein gespreizter Stahlstab zwischen Pedal und Lenkrad, der beides blockiert.
  • Bear-Lock-Schaltsperren (ab 250 Euro plus Einbaukosten) blockieren per Stahlbolzen die Schaltung. Sie sind mit Abrissschrauben an der Karosserie befestigt und werden mit einem Schlüssel aktiviert. Auch Profis brauchen fürs Knacken Zeit.

2 Batterie: versteckte Trenn- und Zündschalter

Die Kontrolle der Stromzufuhr ist ebenfalls eine gängige Form der Diebstahlsicherung: Trennschalter müssen natürlich versteckt angebracht werden, damit das Sinn macht, kommentiert Daniel.

  • Batterietrennschalter (ab 20 Euro), auch 'Nato-Knochen' genannt, verhindern den Motorstart. Kriechströme werden als Nebeneffekt unterbunden. Bei neueren Benzinern wandert der kalte, unverbrannte Sprit jedoch Richtung KAT.
  • Zündschalter (ab 5 Euro) sind unauffällig, da Licht, Radio etc. funktionieren, aber der Bus nicht anspringt. Die Batterie ist nach einigen Fehlversuchen leer.

3 Autoreifen: Parkkrallen und pneumatische Diebstahlsperren

Auch außen am Bulli kann man Diebstahlsicherungen befestigen. Während preiswerte Reifenkrallen für Profis keine große Hürde sind, übersehen sie mit etwas Glück unauffällige Ventilschlösser.

  • Ventilschlösser oder pneumatische Wegfahrsperren (ab 20 Euro) werden am Autoreifenventil des parkenden VW-Bus angebracht. Sobald der Reifen beim Anfahren rotiert, entweicht die Luft binnen weniger hundert Meter.
  • Park- oder Reifenkrallen (ab 20 Euro) schrecken zumindest Gelegenheitsdiebe ab. Bulli-Besitzer sollten daran denken, die Reifenfessel vor dem Start zu lösen.

4 GPS-Tracker

Mithilfe von GPS-Trackern kannst Du kontrollieren, wo Dein Bulli sich gerade befindet. Professionelle Autodiebe haben allerdings oft einen Störsender dabei, der die Tracker außer Kraft setzt, erklärt Daniel. GPS-Tracker gibt es in verschiedenen Ausführungen. Bei manchen ist die Akkulaufzeit beispielsweise für 30 Tage ausgelegt; Informationen über den Wagen-Standort erfolgen regelmäßig per SMS. Bei anderen Trackern halten die Akkus zwischen drei und 15 Jahren. Die sind eigentlich für Jachten gedacht, aber auch für VW-Busse geeignet.

5 Tarnung

Je besser der Zustand, desto attraktiver ist der Bulli für professionelle Banden. Das gilt insbesondere für ältere Busse: Es ist traurig, aber viele Besitzer verzichten auf eine optisch schöne Lackierung nach der Rostentfernung, um Diebe abzuschrecken, so Daniel. Auch unter den VW-Bus-Stammtischbesuchern verfolgen einige Bulli-Fahrer diese Strategie und hatten damit mehr Erfolg als mit einer Alarmanlage bei sichtlich sanierten Vorgängermodellen.

Wenn der Bulli geklaut wurde, hilft die Online-Community

Ist es schon zu spät und wurde der VW-Bus geklaut, sollte man in sozialen Netzwerken um Hilfe bitten, rät Daniel. Hat man Glück, findet man den Bulli auf diese Weise wieder. Auch einige der VW-Bus-Stammtischler haben ihr Fahrzeug dank der Online-Community zurückbekommen – manchmal binnen Stunden, in einigen Fällen sogar noch nach Wochen.