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Spar-Tipps für Ihre Steuererklärung: Stichtag 31. Mai

Finanzen

Am 31. Mai 2017 muss Ihre Steuererklärung für 2016 beim Finanzamt sein. Investieren Sie beim Ausfüllen des Dokuments ein wenig Zeit, winken womöglich hohe Rückzahlungen. Was genau können Sie von der Steuer absetzen? Und in welchen Bereichen können Sie besonders viel Geld sparen? Antworten finden Sie hier.

Steuerrückzahlung: durchschnittlich 901 Euro pro Kopf

Kaum jemand begeistert sich für das Ausfüllen der Steuererklärung. Aber es gibt einen Anreiz: Steuerrückzahlungen. Die Chancen dafür stehen gut. Nach Daten des Statistischen Bundesamts (destatis) bekommt die überwiegende Mehrheit der angestellten Arbeitnehmer viel Geld zurück. Der Schnitt liegt bei 901 Euro.

Steuerrückzahlungen und Steuernachzahlungen

Hier die destatis-Zahlen für das Jahr 2012. In jenem Jahr gab es 13,1 Millionen unbeschränkt steuerpflichtige Angestellte.

  • 11,4 Millionen davon erhielten eine Steuerrückzahlung.
  • Im Schnitt wurden 901 Euro erstattet.
  • 61 % erhielten zwischen 100 und 1.000 Euro.
  • 10 % erhielten weniger als 100 Euro.
  • 1,5 Millionen erhielten einen Nachzahlungsbescheid.
  • Im Schnitt wurden 965 Euro gefordert.
  • 59 % mussten zwischen 100 und 1.000 Euro zahlen.
  • 22 % mussten weniger als 100 Euro nachzahlen.

Unabhängig davon, wieviel Sie verdienen, haben Sie Anspruch auf den Grundfreibetrag, also ein nicht versteuertes Grundeinkommen. Dieses wurde 2017 auf 8.820 Euro festgelegt (2016: 8.652 Euro). Zusätzlich können Sie zahlreiche beruflich bedingte und private Ausgaben von der Steuer absetzen.

Private Ausgaben absetzen

Beschäftigen Sie eine Haushaltshilfe oder einen Gärtner, können Sie sich 20 % des Gesamtbetrags bis zu einer Höhe von 4.000 Euro jährlich anrechnen lassen. Derartige Aufwendungen zählen zu haushaltsnahen Dienstleistungen. Ebenfalls dazu gehören laut § 35a des Einkommensteuergesetzes (EStG) Pflegekosten für Haushaltsmitglieder und Haustiere sowie Speditionskosten bei einem Umzug.

Mieter wie Bewohner eigener Immobilien können 20 % der Renovierungskosten und maximal 1.200 Euro absetzen.

Bis zu 8.820 Euro Unterhaltskosten für ehemalige Partner oder Angehörige gelten zudem als außergewöhnliche Belastungen. Ob und inwieweit der Freibetrag bewilligt wird, ist abhängig von der Einkommenshöhe des Unterhaltempfängers (§ 33a des EStG).

Als Sonderausgaben steuerfrei verbuchen können Sie etwa Beiträge von Berufsunfähigkeitsversicherungen, Unfallversicherungen oder Lebensversicherungen. Angestellte können dabei höchstens 1.900 Euro geltend machen, Selbstständige 2.800 Euro. Sonderregelungen gelten für die staatlich geförderten, privaten Renten: Bei der Riester-Rente können Sie 2.100 Euro minus der staatlichen Zulagen absetzen, bei der Rürup-Rente abhängig von Kalenderjahr, Beiträgen für die gesetzliche Rentenkasse und beruflichem Status (angestellt oder freiberuflich) bis zu knapp 20.000 Euro.

Steuererleichterungen bei privaten Ausgaben

  • Haushaltshilfe und Gärtner
  • Pflegekosten
  • Speditionskosten (Umzug)
  • Renovierungskosten
  • Unterhaltskosten
  • Versicherungsbeiträge

Haben Sie vor dem Kalenderjahr 2016 Ihr 64. Lebensjahr vervollständigt, kommt der Altersentlastungsbetrag zum Tragen. Nach § 24a des EStG liegt er 2017 bei 20,8 % des Einkommens und einem Maximalbetrag von 988 Euro (2016: 22,4 % der Einnahmen und ein Maximalbetrag von 1.064 Euro).

Beruflich bedingte Ausgaben absetzen

Beiträge für Berufsverbände oder Gewerkschaften können Sie komplett von der Steuer absetzen. Das gleiche gilt für beruflich bedingte Gerichts- und Anwaltskosten.

Den Weg zur Arbeit können Sie mit der Entfernungspauschale oder Pendlerpauschale verrechnen. Egal welches Fortbewegungsmittel Sie nutzen: Pro Arbeitstag kann je eine Strecke mit 0,30 Cent pro Kilometer angerechnet werden. Arbeiten Sie hingegen selbstständig im häuslichen Arbeitszimmer, werden entsprechende Aufwendungen mit maximal 1.250 Euro nur dann berücksichtigt, wenn der Raum ausschließlich zum Arbeiten genutzt wird, das entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Urteil vom 22. Februar 2017.

Die Speditionskosten für einen beruflich bedingten Umzug können Sie als Werbungskosten geltend machen. Fand der Umzug bis Ende Januar 2017 statt, liegt der Betrag dafür bei 746 Euro (für Verheiratete gilt der doppelte Betrag). Ausgaben für Bewerbungsunterlagen, Wege zu Bewerbungsgesprächen und entsprechende Fortbildungen können Sie ebenfalls von der Steuer absetzen.

Steuererleichterung bei beruflich bedingten Ausgaben

  • Beiträge für Berufsverband / Gewerkschaft
  • Gerichts- und Anwaltskosten
  • Kosten für den Arbeitsweg
  • Kosten fürs häusliche Arbeitszimmer
  • Speditionskosten (Umzug)
  • Bewerbungskosten
  • Kosten für Ausbildung und Studium

Absolvieren Sie Ihre erste Ausbildung / das erste Studium, können Sie jährlich Werbungskosten bis zu 6.000 Euro geltend machen. Dazu gehören beispielsweise Ausgaben für Lehrmaterial. Werbungskosten zusätzlicher Ausbildungen und Studien können in unbegrenzter Höhe abgesetzt werden. Dazu gehören etwa auch Fahrtkosten zu Praktika.

Steuererleichterungen für Eltern

Als Eltern haben Sie für jedes Ihrer Kinder einen gemeinsamen Kinderfreibetrag von 7.356 Euro (Stand 2017) – leben Sie getrennt von der Mutter / dem Vater Ihres Nachwuchses, steht Ihnen die Hälfte des Betrags zu. Angerechnet wird der Kinderfreibetrag auch bei dem Solidaritätszuschlag (5,5 % der Einkommensteuer) und der Kirchensteuer (bundeslandabhängig 8 % oder 9 % der Lohnsteuer). Allerdings erhalten Sie den Kinderfreibetrag nur, wenn dies für Sie als Besserverdiener günstiger ist als das Kindergeld. In der sogenannten Günstigerprüfung berechnet das Finanzamt automatisch, was sich für Sie rentiert.

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Ist Ihr Nachwuchs jünger als 15 Jahre, sind für Sie als Kindergeldberechtigten zwei Drittel der Kinderbetreuungskosten und maximal 4.000 Euro pro Kind steuerfrei (§ 10 EStG).

Als kindergeldberechtigter Elternteil können Sie zudem Kranken- und Pflegeversicherungskosten Ihres Nachwuchses als Sonderausgaben in die Steuererklärung eintragen. Das ist allerdings nur dann möglich, wenn Ihre Tochter oder Ihr Sohn diese Beiträge nicht in der eigenen Einkommensteuererklärung deklariert.

Als alleinerziehender, lohnsteuerpflichtiger Elternteil können Sie einen Alleinerziehendenentlastungsbetrag in Höhe von 1.908 Euro beantragen, der nicht versteuert werden muss. Die Voraussetzungen: Mindestens ein Kind für das Sie Kindergeld beziehen, lebt in Ihrem Haushalt. Der Betrag von 1.908 Euro wird für jedes weitere Kind um 240 Euro erhöht.

Der Unterhaltsfreibetrag für erwachsene, nicht mehr kindergeldberechtigte Kinder (sowie sonstige Angehörige oder Ex-Partner) entspricht mit 8.820 Euro der Höhe des Grundfreibetrags. Übersteigt das Jahreseinkommen der Kinder 624 Euro, verringert sich der Unterhaltsfreibetrag nach § 33a EStG.

Als kindergeldberechtigte Eltern mit geringem Einkommen können Sie bei der Familienkasse zusätzlich einen Kinderzuschlag beantragen. Laut der Agentur für Arbeit erfolgt die Zahlung von maximal 170 Euro monatlich über ein halbes Jahr und wird zusammen mit dem Kindergeld ausgeschüttet.

Tarifcheck.de-Tipp

Es ist ratsam, absetzbare Aufwendungen per Überweisung und nicht in bar zu zahlen. Ansonsten erkennt das Finanzamt sie unter Umständen nicht an. In jedem Fall sollten sie alle Nachweise und Belege sorgsam aufbewahren.

Quellen: Bundesministerium der Finanzen (www.bundesfinanzministerium.de), Statistisches Bundesamt (www.destatis.de), Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (www.gesetze-im-internet.de), Bundesfinanzhof (www.bundesfinanzhof.de), Bundesagentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de)