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Versicherung

WM 2018: Diese Versicherungen zahlen bei Party-Schäden

Autokorso, Fanmeile & Co. – 4 Tipps für Fußballfans


Fanmeile, Grill-Party, Autokorso: Zur Fußball-WM sind viele Fans in Feierlaune. Welche Versicherungen springen ein, wenn es bei ausgelassenen Feiern zu einem Schaden kommt? Antworten gibt dieser Ratgeber.

1 Grillen zum Anpfiff – Vorsicht Feuerquellen

Grillen und Fußball sind eine beliebte Kombi. Bei Feuerschäden oder Verletzungen zahlt die private Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers – allerdings nur, wenn er nicht selbst der Leidtragende ist.

2 Autokorsos sind eigentlich nicht erlaubt

Autokorsos gehören in der Fußballsaison vielerorts schon fast zum Stadtbild. Erlaubt sind sie trotzdem nicht. Kraftfahrzeuge in geschlossenem Verband nehmen die Straße stets mehr als verkehrsüblich in Anspruch, heißt es dazu in § 29 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Für Veranstaltungen, die eine übermäßige Straßennutzung zur Folge haben, benötigt man eine Genehmigung. Dass Fans meist trotzdem unbehelligt freudig hupend durch die Straßen fahren dürfen, liegt primär an verständnisvollen Polizisten.

Im Autokorso steigt zudem auch bei geringen Geschwindigkeiten die Unfallgefahr – insbesondere wenn man auf dem offenen Autodach, im Pkw-Fenster oder gar der Motorhaube sitzt und/oder nicht angeschnallt ist. Auch das ist natürlich nicht erlaubt.

Kommt es beim Autokorso zu einem Sach- oder einem Personenschaden, zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung für Schäden bei Dritten. Ist der Schaden jedoch der groben Fahrlässigkeit oder gar dem rechtswidrigen Verhalten des Fahrers geschuldet, kann die Kfz-Versicherung den Fahrer in die Pflicht nehmen. Selbstverschuldete Schäden am eigenen Auto reguliert tarifabhängig die freiwillige Kfz-Kaskoversicherung.

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3 Bestimmte Pkw-Deko kann den Kfz-Versicherungsschutz minden

Welche Autodeko ist erlaubt? Und worauf muss man achten? Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StvZO) sieht Einschränkungen vor, damit weder die Fahrer von geschmückten Pkw noch andere Verkehrsteilnehmer beeinträchtigt werden. Ignoriert man diese Vorgaben, ist der Kfz-Versicherungsschutz im Ernstfall womöglich nur eingeschränkt gültig oder fällt komplett weg.

Kennzeichen, Scheinwerfer, Spiegel, Blinker und Ähnliches dürfen durch den Autoschmuck nicht verdeckt werden – zum Beispiel durch Außenspiegelflaggen. Das gleiche gilt auch für Dekoration im Innenraum: Die Sicht des Fahrers durch Front-, Seiten- und Heckscheiben muss trotz des Wagenschmucks gewährleistet sein. Leuchten im Innenraum sind ebenfalls nicht zulässig, da sie Fahrer blenden könnten.

Wimpel müssen zudem so angebracht werden, dass sie sich während der Fahrt nicht lösen und womöglich einen Unfall provozieren. Flaggen gelten laut § 22 der StVO übrigens als Ladung, sie müssen eigentlich durch Warnzeichen markiert werden und dürfen nicht wesentlich über den Pkw hinausragen.

Am Fenster befestigte Wimpel und Fahnen erleichtern Autodieben den Zugriff

Wird derartige Deko mit einer Halterung zwischen Fenster und Fahrzeug befestigt, können die Fenster nicht komplett geschlossen werden. Langfingern macht man es damit leicht. Stellt man den Wagen ab, sollte man diese Verzierung also besser entfernen. Im Schadenfall ist der Versicherungsschutz ansonsten womöglich gefährdet.

4 Fanmeile & feuchtfröhliche Feiern – Versicherungsschutz bei Unfällen und Sachschäden

Das Fußball-Feeling zelebrieren viele Fans gerne gemeinsam mit Gleichgesinnten. Fällt bei der Party daheim jemand in den Flachbildschirm oder geht sonst etwas zu Bruch, zahlt die Haftpflichtversicherung des Verursachers – sofern die kaputten Güter ihm nicht selber gehören. Auch bei öffentlichen Feiern auf Fanmeilen oder beim Public Viewing greift die Haftpflichtversicherung des Verursachers bei Sachschäden. Gibt es allerdings keinen Schadenverursacher, fällt einem Beispiel das Handy in eine Bowle, ist diese Versicherung nicht zuständig. Das gleiche gilt, wenn der Verursacher nicht ermittelt werden kann. In diesem Fall bleibt man in der Regel auf dem Schaden sitzen.

Die Haftpflichtversicherung springt auch dann ein, wenn man Dritte versehentlich verletzt – wenn man beispielsweise jemanden beim Jubeln anrempelt und diese Person dann unglücklich stürzt. Verletzt man sich allerdings ohne fremdes Zutun und hat mit bleibenden Schäden zu kämpfen, erhält man tarifabhängig höchstens Leistungen aus der privaten Unfallversicherung.

Der Gebrauch von Feuerwerkskörpern muss laut bussgeldkatalog.org übrigens genehmigt werden. Verfeuert man in der Freude Raketen, Böller oder anderes Feuerwerk, muss man andernfalls mit hohen Bußgeldern oder sogar Freiheitsstrafen rechnen, sofern dadurch andere gefährdet werden. Entsprechende Regelungen werden von den einzelnen Bundesländern individuell festgelegt und können sogar im fünfstelligen Bereich liegen: In Berlin werden beispielsweise bis zu 10.000 Euro fällig.

Kein Versicherungsschutz bei Strafbestand oder unter starkem Alkoholeinfluss

Ist der Schadenverursacher hochgradig alkoholisiert und/oder steht unter dem Einfluss von Drogen, erbringen viele Versicherer entsprechend der Vertragsbedingungen keine Leistungen. Das gleiche gilt, wenn der Schaden im Rahmen einer Straftat entstanden ist, beispielsweise beim nicht genehmigten Gebrauch von nicht zertifiziertem Feuerwerk. In diesen Fällen müssen Schadenverursacher entstehende Kosten selber tragen.