Winterreifen für das Kfz KFZ

Winterreifen 2018/2019 – das muss man wissen

Sicher unterwegs


Wann genau sind Winterreifen Pflicht? Welche Voraussetzungen müssen sie erfüllen? Wie sind die Gesetze im Ausland? Und welche Kriterien machen einen Reifen im Straßenverkehr besonders sicher? Antworten erhalten Sie hier.

Worin unterscheiden sich Winter- und Sommerreifen?

Winterreifen haben ein anderes Profil als Sommerreifen, das bei Glätte und Schnee bessere Bodenhaftung garantiert. Die Rillen sind tiefer und haben zueinander größere Abstände. Auch das Gummi hat eine andere Konsistenz, die bei Kälte weich bleibt und für bessere Haftung auf der Straße sorgt.

Was bedeutet die Bezeichnung M+S?

M+S ist die Abkürzung für Matsch und Schnee. Sie zertifiziert, dass es sich tatsächlich um Winterreifen handelt. Auch Ganzjahresreifen sind mit diesem Kürzel versehen. Fehlt die Bezeichnung trotz der Wintertauglichkeit der Reifen, sollte man eine entsprechende Bescheinigung des Herstellers vorweisen können. Einige Winterreifen sind auch durch Schneeflocken- oder Bergsymbole gekennzeichnet.

Ist die Winterreifenpflicht an ein Datum gebunden?

Nein, in Deutschland ist die Winterreifenpflicht nicht an ein Datum gebunden. Aber wer bei Frost, Glätte und Schnee unterwegs ist, riskiert Bußgelder, den Kaskoversicherungsschutz und erhöht das Unfallrisiko für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.

Gilt die Winterreifenpflicht für alle Autos und Motorräder?

Ja, alle im Straßenverkehr genutzten Autos und Motorräder unterliegen der Winterreifenpflicht. Eine Ausnahme sind land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, da das Reifenprofil von Traktoren & Co. auch bei winterlicher Witterung greift.

Darf man im Sommer mit Winterreifen fahren?

Ja, das darf man. Allerdings haben Winterreifen im Sommer auf trockenen Straßen längere Bremswege, sind also keine ideale Lösung. Auch nutzt sich das weiche Gummi der Winterreifen im Sommer leichter ab. Kommt es zu einem Schaden oder Unfall, kann die Kaskoversicherung zudem womöglich die Leistungen kürzen, wenn der Unfall auf einen längeren Bremsweg zurückzuführen ist.

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Sind Ganzjahresreifen eine Alternative?

Ganzjahresreifen sind ein Kompromiss. Im Sommer erbringen sie eine bessere Leistung als Winterreifen, sind allerdings nicht so gut wie Sommerreifen. Das gleiche gilt auch in der kalten Jahreszeit. Allzeitreifen greifen bei Glätte besser als die Sommerreifen, schneiden aber nicht so gut ab wie Winterreifen.

Worauf muss man beim Winterreifenkauf achten?

Neben der Bezeichnung "M+S" auf den Winterreifen ist auch die Profiltiefe wichtig. Gesetzlich vorgegeben sind 1,6 mm. Fachleute raten allerdings dazu, einen Reifen mit einer Profiltiefe von mehreren Millimetern zu wählen. Modellabhängig gilt zudem eine Geschwindigkeitsbegrenzung, die durch Buchstaben gekennzeichnet wird. Kauft man beispielsweise Reifen, die mit einem "N" versehen sind, darf man damit maximal 140 km/h fahren.

Was kostet der Verstoß gegen die Winterreifenpflicht?

Wer nicht rechtzeitig umgerüstet hat, muss mindestens 60 Euro Bußgeld zahlen und erhält einen Punkt im Flensburger Fahreignungsregister. Werden Dritte im Straßenverkehr durch das Versäumnis behindert, gefährdet oder in einen Unfall verwickelt, wird es teurer.

Ist der Kfz-Versicherungsschutz gefährdet, wenn man im Winter keine Winterreifen hat?

Ja und nein. Man muss zwischen Kfz-Haftpflichtversicherung und Kaskoversicherung unterscheiden. Die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt für Schäden, die Dritten entstehen und zwar auch dann, wenn der Unfall aufgrund falscher Bereifung entstanden ist. Die Kaskoversicherung kommt für Schäden am eigenen Auto auf. Wurde der winterliche Schaden durch Sommerreifen verursacht, können Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen die Leistungen kürzen oder streichen.

Welche Winterreifengesetze gelten im Ausland?

Die Vorschriften anderer Länder variieren. Deshalb ist es ratsam, sich vor einem Auslandsaufenthalt im Kfz über die Gesetze des Landes zu informieren. In Schweden und Tschechien ist die Winterreifenpflicht beispielsweise an ein Datum gebunden. In Skigebieten werden zuweilen Schneeketten benötigt. In Österreich müssen Winterreifen bei winterlicher Witterung mindestens 4mm Profiltiefe haben, alternativ können Schneeketten genutzt werden.

Tarifcheck-Tipp: Planen Sie im Winter einen Auslandsaufenthalt mit einem Mietwagen, erkundigen Sie sich, ob das Kfz die vorgeschriebene Bereifung des Reiselandes vorweisen kann, damit Sie bei einem Schadenfall nicht belangt werden können.

Sind alle Winterreifen gleich gut?

Nein, wie auch bei anderen Produkten gibt es große Qualitätsunterschiede. Nicht immer sind teure Produkte die besten – und natürlich sind nicht alle Reifen mit allen Wagentypen kompatibel. Einzelne Reifen unterscheiden sich bezüglich Profil, Profiltiefe und Gummikonsistenz. Auch variieren das Gewicht, das ein Reifen trägt und die Geschwindigkeit für die er geeignet ist. Bei Bedarf sollte man sich deshalb vom Fachmann beraten lassen.

Wie teuer ist der Reifenwechsel?

Das lässt sich pauschal nicht sagen, kommt auf Reifenmarke und Typ, Automodell sowie die Kosten der Werkstatt an. Wer einen relativ neuen Wagen mit den inzwischen vorgeschriebenen Reifendrucksensoren hat, muss mit Mehrkosten rechnen. Durch die Reifentechnik, welche die Fahrerinnen und Fahrer über zu niedrigen Reifendruck aufklärt, wird auch der Reifen und dessen Wechsel teurer.

Muss ich in der Werkstatt mit Wartezeiten für den Reifenwechsel rechnen?

Das ist möglich, denn schließlich wird der überwiegende Teil der Fahrzeughalter dem Gefährt neue Reifen verpassen lassen. Am besten man erkundigt sich einige Wochen im Voraus nach einem geeigneten Termin und wartet nicht erst auf den ersten Frost. Zuweilen dauert es auch, bis einzelne Winterreifenmodelle lieferbar sind. Es ist deshalb ratsam, sich zeitig zu kümmern.

Quellen: bmvi.de, bussgeldkatalog.org, tuv.de, adac.de.

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