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Energie

Gasanbieter wechseln: So einfach ist es


Die Gasrechnung ist zu hoch? Der Anbieter zu teuer? Den Gasanbieter zu wechseln, ist gar nicht schwer und eine Versorgungslücke müssen Sie auch nicht befürchten. Unsere sechs Tipps helfen bei der Wahl des richtigen Gaslieferanten.

1 Lokal gibt es oft mehr als 50 oder gar 100 Gasanbieter

Wer mit seinem Gasanbieter nicht zufrieden ist, kann auf Alternativen zurückgreifen. In knapp 79 Prozent der Netzgebiete hierzulande haben Privatkunden die Wahl zwischen mehr als 50 Unternehmen. An über 30 Prozent der Standorte kann man sogar unter mehr als 100 Gaslieferanten wählen, so die Daten des 'Monitoringreports 2017' von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt.

2 Gasgrundversorgungsvertrag ist teuerste Alternative

Der örtliche Grundversorger beliefert in einem bestimmten Netzgebiet die meisten Kunden mit Gas. Kümmert man sich nicht selbst aktiv um einen Anbieter, wird man dem Gasgrundversorger automatisch zugeordnet. Laut Monitoringbericht 2017 sind Grundversorgungsverträge jedoch ungleich teurer. Verträge mit alternativen Anbietern sind hingegen so günstig wie seit 2008 nicht mehr (Stand 1. April 2017):

  • Grundversorgungsverträge: kosten im Schnitt 6,73 Cent pro kWh.
  • Sonderverträge mit dem Grundversorger: kosten im Schnitt 6,07 Cent pro kWh.
  • Andere Gasanbieter: kosten im Schnitt 5,78 Cent pro kWh.

Bei der letzten Analyse der Bundenetzagentur hatten 22 % der Privatkunden einen Grundversorgungsvertrag. Mehr als die Hälfte (53 %) hatten mit dem örtlichen Grundversorger einen Sondervertrag abgeschlossen.

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3 Grundversorgungsverträge binnen zwei Wochen kündbar

Grundversorgungsverträge können Sie binnen zwei Wochen kündigen. Anders ist es bei Sonderverträgen mit dem Grundversorger und regulären Verträgen bei alternativen Gaslieferanten. Die Vertragslaufzeit beträgt in diesen Fällen maximal zwei Jahre. Kündigt man nicht, wird der Vertrag danach stillschweigend um ein weiteres Jahr verlängert. Die Fristen betragen in der Regel bis zu drei Monate vor Ablauf des Versicherungszeitraums. Um die reguläre Kündigung kümmert sich auf Wunsch der neue Gasanbieter.

4 Bei einem Gasanbieterwechsel winken Sofort- und Neukundenboni

Ein fristloses Sonderkündigungsrecht haben Sie laut Paragraph 41, Absatz 3 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG), wenn Ihr Anbieter die Vertragsbedingungen "einseitig" ändert. Das wäre beispielsweise dann der Fall, wenn Ihr Gaslieferant Preiserhöhungen ankündigt. Das geschieht oft im Zeitraum rund um den Jahreswechsel. Nachdem Ihr Anbieter die Vertragsänderung schriftlich angekündigt hat, haben Sie für die Sonderkündigung zwei Wochen Zeit. Damit Ihre Kündigung das Gasunternehmen rechtzeitig erreicht, sollten Sie sie per Einschreiben und unter Nennung des Kündigungsgrundes versenden.

5 Bei einem Gasanbieterwechsel winken Sofort- und Neukundenboni

Damit ein Gasanbieterwechsel für Kundinnen und Kunden attraktiver wird, werben viele Anbieter mit Neukunden- und Sofortboni. Oft liegt deren Wert bei mehreren hundert Euro, die von den Gastkosten abgezogen werden.

6 Der Wechsel ist kostenfrei & geschieht ohne Versorgungslücke

Der Wechsel ist gebühren- und kostenfrei. Kündigen Sie außerordentlich, haben Sie Anspruch auf die Rückerstattung etwaiger Vorauszahlungen. Der Gesetzesgeber verpflichtet die Gaslieferanten außerdem dazu, den Wechsel ohne Versorgungslücke durchzuführen. Sie müssen also nicht befürchten, plötzlich ohne warmes Wasser, Heizung oder funktionierenden Herd dazustehen.