Krankenversicherung der Rentner

Die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) wird von der zuständigen gesetzlichen Krankenkasse (AOK, BKK, IKK, EK usw.) durchgeführt; diese entscheidet auch über eine Mitgliedschaft in der KVdR. Die KVdR ist eine Pflichtversicherung und tritt ein, sobald eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) beantragt wird und die Voraussetzungen (Vorversicherungszeit) vorliegen.

Pflicht-Mitgliedschaft in der Krankenversicherung der Rentner. Bisherige Regelung (bis 31.03.2002): Bei Rentenantragstellung ab dem 01.01.1994 wird Pflichtmitglied der Krankenversicherung der Rentner, wer seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Rentenantragstellung mindestens 90% der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens in einer GKV Pflichtmitglied gewesen ist bzw. durch ein solches in die Familienversicherung der GKV einbezogen wurde.

Neue Regelung (ab 01.04.2002): Bei Rentenantragstellung ab dem 01.04.2002 wird Pflichtmitglied der Krankenversicherung der Rentner, wer seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Rentenantragstellung mindestens 90% der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens in einer GKV Pflichtmitglied gewesen ist bzw. durch ein solches in die Familienversicherung der GKV einbezogen wurde. Nach einem Bundesverfassungsgerichtsurteil (BVG) werden freiwillig versicherte Personen genauso behandelt und es gelten dieselben Voraussetzungen wie für Pflichtversicherte. Eine Befreiung von der Pflichtmitgliedschaft in der KVdR ist innerhalb von 3 Monaten seit Beginn der mit der Rentenantragstellung eintretenden Krankenversicherungspflicht möglich. Ausgeschlossen von der KVdR sind Rentner, solange sie noch hauptberuflich selbständig erwerbstätig oder aufgrund sonstiger Gegebenheiten in der GKV versicherungsfrei sind. Beiträge versicherungspflichtiger Rentner in der KVdR Bei der Beitragsberechnung werden in dieser Reihenfolge bis zum Höchstbeitrag (Beitragsbemessungsgrenze) folgende Einkünfte herangezogen.

  1. Die monatliche Rente der gesetzlichen Rentenversicherung, Beiträge tragen je zur Hälfte der Rentner und der zuständige Rentenversicherungsträger (BfA bzw. LVA)

  2. Versorgungsbezüge , d.h. der Rente vergleichbare Einnahmen, insbesondere laufende Geldleistungen zur Alters- oder Hinterbliebenenversorgung mit dem vollen allgemeinen Beitragssatz der zuständigen GKV, Renten der betrieblichen Altersversorgung, Zusatzrenten im öffentlichen Dienst, Versorgungsbezüge aus dem Ausland, sonstige Zusatzversorgungen, Renten oder Versorgungsbezüge bestimmter Berufsgruppen. Ausgenommen davon sind z.B.: Übergangsweise gewährte Bezüge, Übergangsgelder, -beihilfen und –gebührnisse. Unfallbedingte Leistungen und Leistungen der Beschädigtenversorgung (Unfallrenten und unfallbedingte Erhöhungen von Versorgungsbezügen)

  3. Arbeitseinkommen aus selbständiger Tätigkeit und Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach den Gewinnermittlungsvorschriften des EStG ohne steuerliche Vergünstigungen bzw. unter Abzug von Veräußerungsgewinnen mit dem vollen allgemeinen Beitragssatz der zuständigen GKV. Beiträge der Rentner mit versicherungspflichtiger Beschäftigung. Bei versicherungspflichtig beschäftigten Rentnern mit zusätzlichen Einkünften aus Versorgungsbezügen und selbständiger Tätigkeit wird die Rente (getrennt von den übrigen Einnahmearten) bis zur Beitragsbemessungsgrenze herangezogen. Die Einkünfte aus Versorgungsbezügen bzw. abhängiger und selbständiger Tätigkeit sind unabhängig von der Rente bis zur Beitragsbemessungsgrenze beitragspflichtig, allerdings werden auf An trag die vom Rentner selbst getragenen Anteile an den Beiträgen aus der Rente der gesetzlichen Rentenversicherung von der GKV rückerstattet, soweit sie auf Beträge entfallen, um die die Rente zusammen mit den übrigen der Beitragsbemessung zugrunde gelegten Einnahmen des Mitglieds die Beitragsbemessungsgrenze überschritten hat.

    Freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung Ein freiwilliger Beitritt zur Krankenversicherung der Rentner ist ohne den Nachweis der Vorversicherungszeit in der GKV nicht möglich. Erfüllt der Rentenantragsteller nicht die Voraussetzungen der Krankenversicherung der Rentner, d.h. war er nicht mindestens 90% der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens in einer GKV Mitglied oder in eine Familienversicherung einbezogen, kann er jedoch als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben, wenn er vor Antragstellung unmittelbar vorher 12 Monate oder in den letzten 5 Jahren 24 Monate Mitglied einer GKV gewesen ist. Der Beitritt ist innerhalb einer 3monatigen Frist nach Beendigung der Mitgliedschaft als Erwerbstätiger zu erklären.

    Beiträge freiwillig versicherter Rentner in der gesetzlichen Krankenversicherung Freiwillig versicherte Rentner werden nach Rentenantragstellung wie Pflichtversicherte eingestuft. Bleibt der Rentner im Ruhestand freiwilliges GKV-Mitglied, so ist sein gesamtes Rentner-Einkommen beitragspflichtig. Der freiwillig GKV-Versicherte wird nach seiner gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eingestuft. Bei der Beitragsberechnung werden in nachstehender Reihenfolge bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt:

  4. Die monatliche Rente der gesetzlichen Rentenversicherung (Beiträge tragen je zur Hälfte der Rentner und der zuständige Rentenversicherungsträger (BfA bzw. LVA). Bei freiwillig Versicherten, die eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung und Arbeitsentgelt beziehen, der Zahlbetrag der Rente getrennt von den übrigen Einnahmen bis zur Beitragsbemessungsgrenze zu berücksichtigen. Führt dies insgesamt zu einer über der Beitragsbemessungsgrenze liegenden Beitragsbelastung, ist statt des entsprechenden Betrages aus der Rente nur der Zuschuss des Rentenversicherungsträgers einzuzahlen.

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