Hundesauslauf im Tierheim Einhorn e. V.© Tarifcheck.de

Die verschmuste, herzkranke Schäferhündin Nella (12 Jahre) wohnt im Tierheim Einhorn e. V. und sucht ein neues Zuhause.

Hund entlaufen, Katze weg: Das Haustier wiederfinden

Tipps für Tierhalter

Lebensart von Kristina Vogt 09.12.2016

Der Hund ist entlaufen? Die Katze seit Tagen verschwunden? Ein Alptraum für jeden Tierfreund! Tierheim-Leiterin Karen Schönbrodt erklärt, was man tun kann, um sein vierbeiniges Familienmitglied wiederzufinden. Versicherungskaufmann Sascha Homann erläutert, inwiefern man für Schäden der ausgebüchsten Haustiere haftet.

1 Die richtige Vorsorge treffen: Hunde und Katzen chippen lassen

Im Idealfall sorgt man als Hunde- oder Katzenhalter vor: Hunde und Katzen sollten gechippt werden, rät Schönbrodt, Leiterin der Reinbeker Tierrechtsorganisation Einhorn e. V., das Chippen kostet 20 oder 30 Euro, ist nicht schmerzhafter als eine Spritze, aber hilft ungemein. Anhand der Chips könne man Fundtiere sofort identifizieren. Andernfalls sei das schwierig: Es gibt in jedem Tierheim hunderte schwarzweiße oder getigerte Katzen. Eine Beschreibung am Telefon hilft oft nicht weiter, so die Fachfrau. Auch würden verunfallte Tiere oder Fundtiere nicht unbedingt immer im nächstgelegenen Heim unterkommen. Abhängig davon, wo es aufgefunden und bei welchem Tierarzt es behandelt wird, werde es anschließend oft ganz woanders untergebracht.

2 Kastrierte Katzen laufen nicht so weit weg

Katzen brauchen Freiraum und tigern gerne durch die Nachbarschaft. Wenn man Kater kastriert und Katzen sterilisiert, laufen sie nicht so weit weg, erklärt Schönbrodt, das minimiere das Risiko, die Tiere zu verlieren und vergrößere die Chance, sie im Ernstfall wiederzufinden.

3 Verschwundene Haustiere über Haustierzentralregister suchen lassen

Hat man sein tierisches Familienmitglied nicht gechippt und es ist verschwunden, sind Haustierzentralregister eine Option: Tasso ist das größte dieser Register. Dort kann man sein Tier anhand eines Fotos per E-Mail oder Brief registrieren, sagt Schönbrodt. Auch sie und ihre Kollegen hätten öfters bei Tasso nachgefragt, ob Suchmeldungen zu bestimmten Fundtieren vorliegen. Allerdings funktioniere das meist nur, wenn diese außergewöhnliche Merkmale hätten, ansonsten sei die Erfolgschance gering.

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4 Nachfragen bei Tierärzten, Tierschutzvereinen, Ordnungsamt und Polizei

Ist das Tier ausgebüchst, soll man auf jeden Fall sämtliche Tierärzte der Umgebung anrufen, genauso wie Polizei, Ordnungsamt und Tierschutzvereine, so die Expertin. Hilfreich sei, seine Telefonnummer zu hinterlassen, falls das vermisste Haustier dort in naher Zukunft abgegeben wird.

5 Zettel aufhängen

Zettel aufhängen ist ganz wichtig, sagt Schönbrodt. Neben einem Foto des Tieres sollten darauf auch die eigenen Kontaktdaten und relevante Informationen zum Tier nicht fehlen. Katzenhalter sollten Schuppenbesitzer auf dem Zettel auffordern, die Schuppentür für ein zwei Stunden offen zu lassen und wegzugehen. Falls dort eine verschreckte Katze drinsitzt, versteckt die sich und man nimmt sie gar nicht wahr. Schließt man die Tür, ist die Katze nach ein paar Tagen verhungert.

6 Belohnung aussetzen oder lieber nicht?

Viele Tierbesitzer setzen auch eine Belohnung aus. Ob das richtig ist, ist allerdings umstritten: Viele sind dagegen. Ich denke auch begründet. Es gibt ja nicht nur nette Menschen. Die Argumentation ist, dass jemand ein Tier klaut, wartet, bis eine Belohnung ausgesetzt wird und auf diese Art schnell 300 Euro verdient. Vielleicht ist das aber auch zu weit hergeholt, so Schönbrodt. Sie selbst sagt aber, sie würde immer eine Belohnung aussetzen, wenn sie ein Tier vermisst.

7 Vogel entfleucht: Einen offenen Käfig mit Futter hinstellen

Vögel wiederzufinden ist ganz, ganz schwer. Auf jeden Fall sollte man in Wohnungsnähe einen leeren Käfig mit Futter hinstellen. Wenn man Glück hat, gehen sie da rein, rät Schönbrodt. Um verirrte Flugtiere zu fangen, nutzt das Tierheim zuweilen echte Lockvögel: Wir versuchen manchmal, Vögel mit dem Gepiepse von unseren Wellensittichen einzufangen und hoffen, dass sie in den Käfig fliegen. Aber häufig sind die so durch den Wind, dass sie einfach nicht kommen.

Tierhalter haften für nachweisliche Schäden des ausgebüchsten Tieres

Beißt ein verängstigtes Tier einen Passanten oder rennt vor ein Auto und provoziert einen Unfall, haftet der Halter mit dem eigenen Vermögen, sofern die Identität von Besitzer und Tier nachgewiesen werden kann, sagt Tarifcheck.de-Versicherungskaufmann Sascha Homann. Die private Haftpflichtversicherung kommt mit dem passenden Tarif für die Schäden von Katzen & Co. auf. Hunde benötigen eine Hundehaftpflichtversicherung, diese ist mancherorts in Deutschland für einige oder alle Hundearten sogar gesetzlich vorgeschrieben.