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Braucht mein Haustier eine Haftpflichtversicherung?

5 Tipps für Tierfreunde

Versicherung

Hund, Katze, Kaninchen – viele Familien haben vierbeinige Mitglieder. Wer haftet, wenn der Hund im Café das Geschirr vom Tisch fegt oder die Katze den Karpfenteich des Nachbarn plündert? Versicherungskaufmann Sascha Homann gibt Auskunft.

1 Menschen haften für ihre Tiere

"Richtet das Tier einen Schaden an, haftet der Besitzer mit dem gesamten Vermögen", kommentiert Versicherungsexperte Homann. Dabei sei es egal, ob es sich um Katzen, Hunde, Schafe oder Pferde handele. Einige Schäden können schnell ins Geld gehen, etwa wenn der Hund sich von der Leine reißt und einen Unfall provoziert. Oder wenn die Katze jemanden beißt und der Geschädigte aufgrund einer entzündeten Wunde krankgeschrieben werden muss. Auch für Sachschäden müssen Tierhalter gerade stehen, etwa wenn entfleuchte Hühner den Lack auf dem Auto des Nachbarn zerkratzen.

2 Haftpflichtversicherung für Haustiere und das liebe Vieh

Haus- und Nutztiere sollte man unbedingt haftpflichtversichern. Einige Tiere kann man über die reguläre Haftpflichtversicherung absichern. Die Hafpflichtversicherung ist generell günstig und schon für weit unter 50 Euro pro Jahr erhältlich. Der Einschluss von Katzen, Kaninchen & Co. verteuert die Tarife in der Regel gar nicht. Aber nicht alle Tiere kann man darüber versichern.

3 Zucht- und Nutztiere – Unterschiede zwischen privater und beruflicher Nutzung

Nutzt man Tiere hauptberuflich und gewerblich für Zucht, Nahrungsmittelproduktion, Sport oder Jagd, müssen sie über eine Betriebshaftpflichtversicherung oder spezielle Tierhaftpflichtversicherungen abgedeckt werden, erklärt der Versicherungskaufmann.

Der Grund: Die herkömmliche Haftpflichtversicherung greift nur bei Schäden im Rahmen des Privatlebens. Hält man Nutztiere wie Schafe, Hühner oder Bienen hingegen nur privat, könnten sie aber meist über den regulären Haftpflichtschutz versichert werden. Pferde benötigten in jedem Fall eine spezielle Pferdehaftpflichtversicherung.

So oder so: Beherbergt man Wesen mit Fell, Schuppen oder Federn, lohne sich die Nachfrage beim Haftpflichtversicherungsanbieter, damit man im Schadenfall nicht selbst zur Kasse gebeten werde, rät Homann.

Plane man die Anschaffung von Spinnen, Schlangen oder anderen exotischen Tieren, sollte man sich zudem über das Gemeinderecht vor Ort erkundigen, denn mancherorts ist die Haltung bestimmter Arten verboten beziehungsweise erfordert eine Genehmigung – beispielsweise in Berlin.

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4 Hundehaftpflichtversicherung für den Vierbeiner

Für den besten Freund des Menschen gibt es die Hundehaftpflichtversicherung; die Absicherung über die gängige Haftpflichtversicherung ist nicht möglich. "Je nach Wohnort und Hunderasse ist die Hundeversicherung sogar gesetzlich vorgeschrieben", kommentiert Versicherungskaufmann Homann. Auch hätten einzelne Kommunen unterschiedliche Gesetzgebungen zu Leinen- und Maulkorbzwang, sowie zur Haltung von Hunden, die als besonders aggressiv eingestuft werden. Würden entsprechende Vorgaben nicht eingehalten, riskiere man möglicherweise den Versicherungsschutz.

"Unabhängig davon, ob der Gesetzesgeber eine Hundeversicherung verlangt, im eigenen Interesse sollte man sie unbedingt abschließen. Selbst die freundlichsten Hunde können große Schäden anrichten. Man haftet beispielsweise, wenn ein Senior vor dem Supermarkt über einen Dackel stolpert und sich die Hüfte bricht", so Homann.

5 Auch Hundehüter & ehrenamtliche Helfer im Tierheim haften

Passen Dritte auf den eigenen Hund auf, gilt der Hundeversicherungsschutz nur, wenn der Haftpflichtversicherungsvertrag die Klausel "Fremdhüterrisiko" beinhaltet, erklärt der Versicherungskaufmann. Die Hundeversicherung für das eigene Tier gelte umgekehrt auch nicht, wen man selbst andere Hunde hütet oder mit ihnen spazieren geht. Man hafte im Schadenfall selbst für das fremde Tier, falls der Hundebesitzer keine Hundeversicherung mit Fremdhüter-Klausel besitze.

Ist man ehrenamtlich im Tierschutzvereinen tätig, sollte man sich über die reguläre Privathaftpflichtversicherung absichern, das geht über den Zusatzbaustein "Schutz im Ehrenamt / Tierheim". Zwar haben einige Organisationen ehrenamtliche Helfer mitversichert, selbstverständlich ist dies jedoch nicht.