Andreas Ellermann bei Tarifcheck.de© Tarifcheck.de

Kürzlich besuchte Entertainer Andreas Ellermann uns in unserem Tarifcheck.de-Büro in Wentorf bei Hamburg.

Mit Andreas Ellermann Altersarmut entgegenwirken

News 08.06.2017

Seit mehr als 30 Jahren ist Entertainer Andreas Ellermann im Radio-, TV- und Bühnengeschäft. Er hat dabei viele Menschen kennengelernt, denen es nicht besonders gut geht und gründete deshalb die Andreas Ellermann-Stiftung zugunsten finanziell benachteiligter Menschen. Zum dreijährigen Jubiläum beteiligte sich Tarifcheck.de am Spendenmarathon.

50.000 Euro zum dreijährigen Bestehen

Tarifcheck.de und Geschäftsführer Jan Schust sind bekannt dafür, dass sie viele Leute und Institutionen hier im Umkreis unterstützen. Wir fanden es toll, dass Tarifcheck.de auch uns geholfen hat. Wir haben dank der spontanen, großzügigen Spende von 5.512 Euro sogar die 50.000 Euro-Marke geknackt, freut sich Ellermann bei seinem Besuch im Tarifcheck.de-Büro in Wentorf bei Hamburg, alle Spenden fließen hundertprozentig in die Stiftung. Unsere zehn Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich.

Einzelfallhilfe & Ausflüge

Ein Schwerpunkt liegt auf der Minderung von Altersarmut: Unsere Stiftung ist für Menschen gedacht, die wirklich mit einem Hunderter im Monat auskommen müssen. Wir haben Bescheide gesehen, bei denen einem die Augen tränen. In der Einzelfallhilfe leistet die Stiftung deshalb monatliche Zahlungen an Personen, die mit wenig Geld auskommen müssen. Oft handelt es sich auch um gezielte Sachspenden: Hundefutter, Einrichtungsgegenstände oder Fahrräder.

Daneben stehen Ausflüge und Reisen auf dem Programm. Es gibt Menschen, die haben ihren Wohnort noch nie verlassen oder einfach kein Geld für Freizeitaktivitäten, sagt Ellermann. Nach Dombesuchen und einer Hollandreise für 40 Personen steht nun ein Urlaub in Polen an – An- und Abreise, Unterkunft und Rundumverpflegung sind selbstverständlich inklusive.

Im Stiftungshaus am Standort Geesthacht nahe Hamburg bewirtet Ellermann mit Angehörigen und prominenten Freunden zudem regelmäßig Menschen, die es im Leben nicht leicht haben. Mit den derzeitigen Spendengeldern sollen dort unter anderem Kinoveranstaltungen realisiert werden. Wir wollen den Leuten in unserem Stiftungshaus ein paar vergnügte Stunden bieten, erklärt Ellermann.

Ein Schlafplatz für den Notfall

Auch Obdachlosigkeit ist ein Thema. Schon vor der Stiftungsgründung unterstützte der Showstar die Arbeit von Bahnhofsmission und Hamburger Straßenmagazin Hinz & Kunzt, das in Hamburg von Menschen ohne festen Wohnsitz vertrieben wird: Aktuell arbeitet unsere Stiftung mit der Herz As Hamburg GmbH zusammen. Am Hamburger Michel können die Leute morgens die Duschräume benutzen, da ist wirklich hoher Bedarf, so Ellermann. Seiner Meinung nach wird zu wenig getan, um Menschen ohne Obdach bei der Wohnungs- und Jobvermittlung zu helfen, das beklage ich einfach. Wir können es auch nur punktuell unterstützen, wenn Leute an uns herantreten. Das, finde ich, ist auch die Aufgabe des Staates.

Das Stiftungshaus verfügt über Schlafmöglichkeiten: Es gibt drei Betten und eine Küche. In akuten Notsituationen geben wir Betroffenen schon mal für ein paar Tage einen Schlüssel. Das ist aber keine ständige Lösung. Das ist nicht das Ziel der Stiftung. , so Ellermann.

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Als er hörte, dass viele Hamburger Clochards befürchten, beim G20-Gipfel im kommenden Monat ihre Platte räumen zu müssen, erklärte er spontan: Am G20-Wochenende würden wir unser Stiftungshaus auch für einige zur Übernachtung anbieten können.

'Es gibt in Hamburg genügend Elend'

Die Auswahl der Stiftungsprojekte wird durch die Nachfrage bestimmt: Wir haben sehr viele Anfragen und gehen dann nach Schweregrad. Aktiv ist die Stiftung in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg – auch Ellermann wuchs im Norden auf; der gebürtige Reinbeker lebt heute in Wentorf: Wir haben in Hamburg genügend Elend, obwohl unsere Politiker das runterspielen, begründet der Entertainer die Entscheidung für die Wahl des Wirkungskreises der Stiftung.

Aus Hamburger Statistiken sei ersichtlich, dass Armut und insbesondere auch Altersarmut durch zunehmende Privatisierung der Renten zunähmen Wir können doch ruhig auch mal unseren Wirtschaftsüberschuss nehmen, in soziale Projekte stecken und es den Leuten mal ein wenig besser gehen lassen, findet Ellermann.

"Ich habe Demut gelernt"

Nach eigener Einschätzung hat Ellermann im Leben viel Glück gehabt. Als Radio- und Fernsehmoderator, als Bühnenschauspieler und Schlagersänger, Synchronsprecher und Eventmanager habe ich im Showbusiness in den letzten 30 Jahren alles erreicht. Das hätte ich mir nicht träumen lassen, als ich mit 17 Jahren bei der Laienschauspielgruppe in Wentorf angefangen habe.

Kennengelernt hat er im Laufe dieser Jahre so einige bekannte Gesichter, von Hildegard Knef bis Roger Moore, von Harald Juhnke bis Heidi Kabel und die ganzen alten Ohnsorg- und UFA-Schauspieler. Diese Künstlergeneration war diszipliniert, wusste das Publikum einzuschätzen, war hautnah dran. Es waren bescheidene Leute. Deswegen waren sie wahrscheinlich auch 30, 40 Jahre im Geschäft und nicht nur zwei oder drei, kommentiert Ellermann. Er selber hat von den Künstlern viel gelernt: Man soll sich sein offenes Ohr bewahren, den Menschen Gehör schenken, egal wo im Leben man selber gerade stehe.

Bei der Moderation von Stadtfesten begegnete Ellermann vielen Menschen, denen es nicht so gut geht wie ihm selbst. Sein Fazit: Meiner Erfahrung nach sind die Armen immer die Ehrlichsten. Sie erhalten vielleicht von der Gesellschaft weniger Anerkennung, weil sie nicht reich sind, kein tolles Auto fahren, nicht im Golf-Club sind. Meine Anerkennung haben sie. Sie werden gebraucht.

Seine Stiftungsarbeit hat auch ihn selbst verändert: Man wird demütig. Für mich sind viele Dinge uninteressant geworden, die früher interessant waren. Auch wenn ich vielleicht noch Marken trage, ist solcher Luxus für mich nicht wichtig, erklärt Ellermann.

Soziales Engagement geht alle an

Nach mehr als 4.000 Live-Auftritten kann mich nichts mehr erschüttern, grinst der 51-Jährige, bei Live-Events sind wir schon mit Bananen und Bierflaschen beworfen worden; wir waren mal in einem Umziehcontainer eingeschlossen, wären mit einem Schiff beinahe gesunken, hatten auf einem Stadtfest eine Bombendrohung. Wir haben alles überlebt. Es war bunt.

Und weil die positiven Erlebnisse bei weitem überwiegen und es Ellermann immer noch Spaß bringt, Leute zum Lächeln zu bringen, steht der Medienstar immer noch auf der Bühne und vor der Kamera: Heute ist das aber eher ein Hobby. Geld muss ich damit nicht mehr verdienen. Das verdiene ich inzwischen mit meinem Immobilienunternehmen, sagt Ellermann, der derzeit auf Hamburg 1 "Ellermanns Immowelt" mit der Unternehmerin Korinna Pipping und "Ellermanns Gastro" und Claudia Gülzow moderiert.

Bei vielen Auftritten generiert Ellermann inzwischen auch Spendengelder: Wir sind noch am Anfang unserer Arbeit und hoffen natürlich, dass viele Leute auf den Zug aufspringen. Altersarmut wird zunehmen, es ist deshalb wichtig, dass auch immer mehr Privatleute ihr Geld in soziale Projekte investieren.